Bereiste Länder:  Indien

Gefahrene km:    20924

Wir sind in Indien!

Das war eigentlich das erste große Ziel das ich mir persönlich auf dieser Reise gesteckt habe! Ich will es bis nach Indien schaffen und sind wir da! Unglaublich wie schnell es am ende doch ging.

Der Grenzübertritt war wesentlich einfacher als ich gedacht hatte. Die Pakistinies waren sehr unkompliziert, das Carnet wurde ordnungsgemäß abgestempelt und alles in allem hat die Ausreise nicht länger als 60 Minuten gedauert, das ist sehr schnell wenn man bedenkt wie viele Stationen man nacheinander durchlaufen muss bis man endlich alles beisammen hat. Wir verlassen also Pakistan nach 4 Wochen und ich habe ein ganz anderes Bild von den Menschen hier gewonnen als ich es zu beginn meiner Reise hatte. Ich will jetzt nicht sagen das Pakistan völlig ungefährlich ist, das kann sich jeder selber denken der ab und zu mal die Nachrichten hört aber nicht jeder Pakistani ist ein Terrorist! Uns wurde unheimlich viel Gastfreundschaft entgegen gebracht, wir wurden sehr oft eingeladen und wir haben von der großen Hilfsbereitschaft der Leute hier mehr als nur einmal profitiert! Das wollte ich hier unbedingt noch los werden.

Etwas mehr Zeit als bei der Ausreise benötigen wir dann allerdings bei der Einreise in Indien. Als erstes ist gerade Mittagszeit und die meisten Grenzbeamten sind gerade in der Pause und zweitens ist es etwas aufwendiger hier Einzureisen als ich gedacht hätte. Zum allerersten mal während meiner Reise muss ich das ganze Gepäck wieder abrödeln weil der Zöllner unbedingt in meine Koffer schauen will und die Gepäckrollen müssen durch den Röntgenapparat! Als dann der Drogenhund auch noch sein Bein an Hubert`s BMW hebt um sich am Vorderrad zu verewigen ist endgültig eine neue Dimension der Grenzüberquerung erreicht. Das ganze dauerte zwar eine halbe Ewigkeit aber es lief alles in einer sehr lockeren und entspannten Atmosphäre ab wie ich zumindest empfand und nach etwa 2,5 Stunden später war es dann endlich so weit, wir sind jetzt in Indien! Bis nach Amritsa, der ersten Stadt nach der Grenze sind es etwa 30 Kilometer. Es ist wieder einmal eine völlig andere Welt die wir hier betreten haben. Die bunt bemalten Truck`s sind verschwunden, plötzlich stehen die Rinder nicht mehr am Straßenrand sondern mitten auf der Straße und es liegt wesentlich mehr Müll überall herum. Das sind so meine ersten Eindrücke von Indien. In Amritsa Checken wir in einem sehr schönen und neuen Hostel ein, wir fühlen uns auf sofort Wohl und beschließen erst einmal ein paar Tage hier zu bleiben. Als erstes erkunden wir die Umgebung in der Nähe des Hostels, jede Menge kleiner Shops und Restaurants, eigentlich ein gewohntes Bild und trotzdem ist es irgendwie anders, irgendwie ungewohnt. Komisch aber wahr. Als wir einen kleinen Kiosk entdecken der Alkohol verkauft gönnen wir uns ein „Willkommen in Indien“ Bier. Nach über 6 Wochen Abstinenz war ich nach diesem einen Bier schon leicht angeschlagen, kaum zu glauben aber wahr. Trinken auf der Straße ist in Indien übrigens Verboten, Bier und andere Spirituosen kann man nur an speziellen Kiosken kaufen und entweder trinkt man es dann zu Hause oder wie wir in einer art Restaurant gleich neben dem Kiosk. Das war eher eine herunter gekommene Schluckhalle. Die Inder trinken übrigens mit Vorliebe Whisky oder Rum verdünnt mit etwas Cola und das machen sie zumindest hier in Amritsa gerne in dieser kleinen Schluckhalle. Wir verziehen nach dem einen Bier wieder in`s Hostel und verbringen den Abend mit der Geburtstagsfeier einer Backpackerin aus England (ohne Alkohol will ich nur so anmerken). Am Vormittag des nächsten Tages ist es dann soweit, wir besichtigen den Goldenen Tempel von Amritsa, ein wirklich beeindruckender Ort.

Wir verbringen etwa 3 Stunden im Tempel, es ist ein ruhiger und friedlicher Ort, der eigentliche Tempel ist umgeben von einem heiligen See, über eine Brücke kann man dann den Tempel besichtigen. Fotografieren ist dort allerdings nicht erlaubt. Unser Hostel bietet eine Führung durch den Tempel in den Abendstunden an, das Angebot nehmen wir natürlich dankbar an und lassen uns den Tempel noch einmal zeigen. Dabei nehmen wir auch an einem kostenlosen Abendessen teil das hier jedem angeboten wird und bekommen auch eine Führung durch die Küche. Der Versuch sich ein wenig nützlich zu machen ist auf den Fotos zu sehen, es blieb eigentlich bei dem Versuch. Eine riesige Küche mit vielen freiwilligen Helfern bereitet täglich mehrere tausend Essen zu, alles wird über Spenden finanziert. Etwa 22:00 Uhr wird dann das Heilige Buch aus der Mitte des Tempels in ein Gebäude am Rand des Tempels gebracht. Wir sehen uns natürlich auch diese Zeremonie an.

Am nächsten Tag machten wir dann nochmal einen Ausflug zur Grenze um uns die Wachablösung von der indischen Seite aus anzusehen. Es war eigentlich ein Halbtagsausflug im Tuk Tuk mit Tempelbesichtigung und Essen. Dieses mal allerdings nicht der Goldene Tempel sondern ein Hindutempel in der Stadt und danach ging es zur Grenze. Wie gesagt, ein grandioses Spektakel das man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte. So lustig es auch manchmal aussieht, es ist eine perfekt Einstudierte militärische Zeremonie die es so glaube ich nirgendwo anders auf der Welt gibt. Bevor das Militär jedoch mit der Zeremonie beginnt hat jemand ganz anderes einen großen Auftritt! Eigentlich ist der Grenzübergang schon geschlossen, die Ränge sind schon mit Besuchern gefüllt da öffnet sich plötzlich noch einmal die Schranke und wer kommt aus Pakistan angefahren?Antonio hat einen großen Auftritt!

Richtig, Antonio und Alexsandra überqueren da noch schnell die Grenze bevor die Zeremonie beginnt! Am nächsten Tag machen wir dann noch eine Tour durch die halbe Stadt wo wir einige typische indische Gerichte serviert bekommen. Ich muss zugeben das ich wohl kein großer Fan der nordindischen Küche werde. Vegetarier bin ich ja inzwischen aber hier ist eigentlich alles extrem scharf oder sehr süß und es wird tonnenweise Butter verarbeitet. Naja, ich muss ja nicht alles mögen. Einen Tag später verabschieden wir uns dann aus Amritsa und machen uns auf den Weg in den Norden! Genauer gesagt nach McLeod, dort lebt der Dalai Lama im indischen Exil.

5 Gedanken zu „Neue Welt im Subkontinent!

  1. Hallo Tino,
    vielen Dank für deine tollen Reiseberichte und die Fotos. Mehr oder weniger regelmäßig schaue ich auf deine Seite und verfolge deine Tour. Deine Erlebnisse sind wirklich beeindruckend. Man bekommt richtig Fernweh…also weniger auf die Sanitäreinrichtungen ;)…aber dafür auf den „Rest“.
    Ich wünsche dir für 2015 und deine weitere Reise Gesundheit, immer ausreichend Benzin im Tank und noch viele tolle Begegnungen…
    …und eins muss dir klar sein. Beim nächsten Klassentreffen bist du fürs Kulturprogramm zuständig.

    Viele Grüße Yvette

    • Wird gemacht Yvette, das kann allerdings noch eine Weile dauern wenn alles nur ein wenig klappt. Ich hab mir da schon noch einiges vorgenommen, mal sehen wie weit ich komme.

      Grüße Tino!

  2. hallo tiono hier grüsst dich ein neuer fan von dir HOCHIII vielleicht hat zuri schon einmal etwas erzählt vom affengeilen hochiii muss dich bewundern solche tour konnte ich nie machen bin ein weichei und warmduscher ein strassenheitzer Muss deine perfekte und hevorragende Dokumentation hervorheben bist perfekt ALLES gute viel glück und Gesundheit wünscht HOCHIII

    • Hallo Hochi,
      so etwas höre ich natürlich immer sehr gerne. Ich schreib eben so wie ich denke, schön wenn es Euch gefällt. Das motiviert natürlich immer weiter zu machen und den nächsten Bericht zu schreiben. Ich bin dran,, dauert nicht mehr lange.

  3. Hi Tino,
    Auch dieser Bericht ist dir sehr gut gelungen. Für die Bilder finde ich kaum Worte…Hammer. Ich bin dein größter Picture-Fan.
    Wie sagt man heute, ach ja richtig, Like

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