Bereiste Länder:  Indien

Gefahrene km:  22550

Es wird also Zeit weiter nach Süden zu ziehen. Rishikesh soll die nächste Station unserer Reise werden. Diesen Ort besuchten einst sogar die Beatles und verbrachten da einige Zeit in einem der vielen Ashrams. Die Fahrt dahin war recht angenehm, wenn man erst einmal aus den Städten raus ist der Verkehr meistens nicht mehr ganz so schlimm. Wir fahren ohne große Pause zu machen da wir es eigentlich vermeiden wollen im dunkeln zu fahren. Klappt fast nie und auch heute ist es bereits dunkel und wir haben noch einige Kilometer vor uns. Es wird natürlich auch wieder kälter sobald die Sonne untergegangenen ist, wir sind schließlich immer noch im Norden unterwegs. Es ist bereits 21:00 Uhr als wir in Rishikesh ankommen und wir nehmen das erste Hotel das wir finden können. Ziemlich teuer aber jetzt noch zu suchen und mit den voll bepackten Motorrädern durch die engen Gassen zu fahren, darauf haben wir beide keine Lust. Einchecken und dann noch eine kleine runde zu Fuß um die Gegend zu erkunden. Dabei haben wir festgestellt das wir am falschen Ende der Stadt gelandet sind. Das spirituelle Zentrum liegt etwa 3 Kilometer weg von uns auf der anderen Seite vom Ganges, dem heiligen Fluss. Da es schon wieder spät war und hier in Indien  um 22:00 Uhr die Bürgersteige hochgezogen werden beschließen wir  am nächsten Tag noch einmal eine ausführliche Erkundungstour zu starten um zu sehen ob es sich lohnt hier noch ein paar Tage länger zu bleiben. Als wir dann den Ganges erreicht hatten und die erste der beiden Hängebrücken über quert hatten waren wir plötzlich wie in einer anderen Welt. Hier steht plötzlich ein Tempel neben dem anderen und es gibt unzählige Yoga Schulen. Genügend Hotels sind auch vorhanden und die kosten nur einen Bruchteil von dem was wir in den ersten beiden Nächten bezahlen mussten. Nach etwas suchen hat jeder von uns ein Hotel gefunden und so ziehen wir am nächsten morgen um. Der kleine Ort mit seinen vielen Ashrams, Tempeln und Yoga Schulen gefällt mir sehr gut. Auch das Angebot an Freizeitaktivitäten ist sehr groß. Am Ufer des Ganges sind unzählige Zeltlager aufgebaut und über all kann man eine Rafting Tour buchen. Mir ist allerdings ein anderes Plakat ins Auge gestochen, flying Fox, Gigant Swing und Bungee Jump, alles Dinge die mir in meiner Sammlung noch fehlen. Ich wanderte also von einer Agentur zur nächsten um die Preise zu vergleichen und mir das günstigste Angebot zu sichern, vergebens, nach der fünften Preisermittlung war mir klar das es über all der gleich viel kostet, der preis ist fix. Es ist allerdings so günstig das ich mir gleich alle drei Sachen gönne. Am nächsten morgen um 09:30 soll es los gehen. Das Wetter allerdings war am nächsten Tag wirklich nicht das beste, leichter Regen und Wind, gelegentlicher Donner und ein paar dicke Wolken am Himmel, ob das heute was wird? Sie sagen ja und so fahre ich mit dem Bus (im Preis inbegriffen) dann zum Ort des Geschehens und siehe da, hier ist plötzlich schönes Wetter und blauer Himmel. Komisch ist das manchmal in den Bergen. Belehrung hin, check da und Einweisung her, nach etwa 15 Minuten halte ich meinen ersten Zettel in der Hand und werde losgeschickt. Gut das ich noch einmal darauf geschaut habe denn der sagt aus das ich gleich als erstes den Bungee jump machen soll. Das ist  allerdings das Highlight des Tages und das wollte ich natürlich zum Schluss machen. Also noch einmal zurück und Zettel tauschen, mit dem Flying Fox will ich beginnen. Dabei rast man mit etwa 100 km/h an einem Stahlseil in liegender Position etwa 1,5 km weit. Hört sich spannender an als es tatsächlich war aber ich fand es war genau der richtige Einstieg an diesem Tag. Weiter ging es dann mit dem Gigant swing (am Ende war das sogar mein Highlight) und nach einer kurzen Mittagspause in der ich mich ein wenig mit den Mitarbeitern aus Neuseeland, der Schweiz und Frankreich unterhalten habe, ging es dann noch ab zum Sprung von dem 82 Meter hohen Turm. Ein Klasse Tag den ich dann im Pumpernickel, einem Kaffee mit einem leckeren Kuchen und einer netten Besitzerin aus Tibet, ausklingenasklingen lies. Hubert fährt am nächsten morgen weiter nach Delhi, ich bleibe noch einen Tag hier und schau mir mehrere Tempel und Ashrams an, dafür hatte ich bisher noch gar keine Zeit gehabt. Am nächsten morgen packe auch ich dann mal wieder alles zusammen und mach mich auf den weg nach Delhi.


Zu Delhi selber gibt es eigentlich nicht sehr viel zu sagen. Der Verkehr lief besser als ich erwartet hatte aber die Suche nach einem Hotel war etwas schwierig, zumindest in meiner Preisklasse und mit einem Stellplatz für das Motorrad war das nicht einfach. Es sind zwar scharenweise diverse Schlepper unterwegs die einem die angeblich besten und günstigen Hotels zeigen wollen aber die muss man dann später beim Hotelzimmer mit bezahlen. Die Hotels schlagen einfach die Provisionen für die Typen auf den Zimmerpreis drauf. So einen Schlepper wieder los zu werden wenn er dir erst einmal auf den Fersen ist ist gar nicht so leicht, ich hatte da so einen Typen an mir kleben der offenbar „go away“ und „i don’t need your help“ nicht verstehen wollte. Der Typ klebte an mir und rannte in jedes Hotel mit rein, das nervt irgendwann und erst als ich mit meiner Geduld am Ende war und dem Typ wirklich angeschrien habe ist er endlich verschwunden. Ein ziemlich lästiger Berufszweig der indischen Tourismusbranche muss ich sagen und eigentlich auch völlig überflüssig denn hier steht ein Hotel neben dem anderen  und nach dem Preis kann ich auch selbst fragen. Allerdings haben die Hotels und Restaurants in Delhi so ihre Tricks mit denen sie den ahnungslosen Touristen immer etwas mehr Geld aus der Tasche ziehen wollen als angegeben. So wird in den Restaurants fast nirgendwo auf die Steuer hingewiesen die da zusätzlich noch zu bezahlen ist und so kostet dann ein Bier mal schnell 2,50€ anstatt 1,20€  wie es in der Karte steht und die Hotels schlagen am Ende dann plötzlich 10% für Service drauf oder versuchen es zumindest. Ich hab mich jedenfalls in der Lobby darüber so lautstark aufgeregt das ich es plötzlich nicht mehr zahlen musste. Ich muss allerdings dazu sagen das ich vor dem Check In mindestens drei mal nach dem Gesamtpreis gefragt hatte, inklusive aller Steuern und Gebühren und beim Check Out deutet der Typ dann mit einem süffisannten Lächeln auf ein kleines Schild an der Wand aber wie gesagt, etwas lautstark aufregen und plötzlich geht es auch ohne die 10%! In Delhi selbst habe ich so das normale Touristen Programm absolviert. Das Red Fort besichtigt, danach ein wenig über den Basar gelaufen, mit dem Tuk Tuk zum Indian Gate gefahren und mir das Diplomatenviertel angeschaut. Indien kann so schön sein ohne den Müll! Nach drei Tagen hatte ich allerdings genug gesehen und wollte weiter. Zu teuer und zu laut war es mir hier und ein paar Ersatzteile konnte ich auch nicht besorgen wie ich eigentlich gehofft hatte. Lediglich eine Dose Kettenspray konnte ich ergattern,  wie gesagt, der Kettenoeler funktioniert wegen ein paar winzig kleinen Teilen die mir fehlen nicht und so muss ich eben wieder mit der Hand schmieren. Meine Abfahrt verzögerte sich allerdings denn als ich endlich die Kiste wieder komplett aufgerödelt hatte und losfahren wollte streikt meine Batterie! Auch das noch, das Problem hatte ich zwei Tage vorher schon einmal ich dachte allerdings das ich nach einem etwas größeren Ausflug wieder genug Saft habe, dieses mal falsch gedacht und da ich mich in einer engen Gasse befinde kommt anschieben hier nicht in Frage, zu wenig Platz und so bleibt mir nichts anderes übrig als die Kiste die gut 1,5 km durch die engen Gassen bis auf die Main Road zu schieben. Dort wartet Hubert und mit ein zwei Helfern ist die Kiste wieder fix abgeschoben,  ich muss nur aufpassen das sie mir im Stau stadtauswärts nicht wieder aus geht. Irgendwann verliere ich Hubert dann aus den Augen und treffe ihn erst kurz vor Agra wieder.

Auf dem Weg nach Agra führte mich mein Navi auf eine für Zweirad Fahrzeuge gesperrte Straße, das erste Schild von der Größe eines Kuchen Tellers hatte ich leider übersehen und wurde ich dann ein Paar Meter weiter oben an dem Abzweig nach Agra von zwei Typen gestoppt die angeblich Polizisten waren. Der Ältere von den beiden hielt wieder so ein mini Schild mit einem rot durchgestrichenen Moped in der Hand und der jüngere war völlig aufgeregt, faselte  etwas auf Hindi, machte mit seinem Handy ganz wichtig ein Foto und griff nach meinem Schlüssel und machte mein Motorrad aus! Ich war auf 180 aber er wohl auch und es entbrannte eine heftige Diskussion. Er sprach zwar kein englisch und ich kein hindi aber ich habe doch die Worte 2000 Rupien (etwa 30€) oder Polizei und zwei Tage verstanden. Ich habe allerdings gelernt meinen Geldbeutel so lange wie möglich geschlossen zu lassen und das der Typ mir einfach so ans Motorrad gegriffen hat hat meine Diskussionsfreude erst noch so richtig angeregt. Wir streiten ziemlich heftig und als ich sehe wie der Ältere einen Inder mit seinem Moped auf den anderen Abzweig schickt bin ich erst recht besonders gut drauf. Ich diskutiere lautstark und wild gestikulierend mit dem jungen und eins ist klar, der Typ bekommt von mir kein Geld. Erst als ich nach seinem Polizei Ausweis frage  kommt plötzlich der Ältere und deutet an das ich auf der anderen Straße weiter fahren soll, ich glaub der hat kapiert das es von mir kein Geld gibt. Der Jüngere war damit zwar nicht ganz einverstanden aber das war mir egal, noch während die beiden ein wenig diskutierten war ich weg und fuhr auf der Nebenstraße nach Agra. Das ist gerade noch mal gut gegangen. Wie bereits erwähnt treffe ich kurz vor Agra Hubert mit seiner „Dicken“ wieder und wir fahren noch einmal gemeinsam nach Agra rein. Der Plan steht fest, am nächsten morgen das Taj Mahal besichtigen, vielleicht noch das Agra Fort und dann übermorgen weiter ziehen. Eigentlich ein guter Plan, allerdings haben wir nicht bedacht das morgen Freitag ist, da ist das Taj Mahal geschlossen, na toll, es muss also ein neuer Plan her und ich suche mir ein neues Hotel. Im Internet hatte ich mir eigentlich schon in Delhi eins ausgesucht aber noch nicht gebucht, ich wollte es erst selbst besichtigen bevor ich Geld hinblättere und die Erfahrungen aus Delhi mit den plötzlich auftreten Mehrkosten haben mich vorsichtig werden lassen aber als ich das „Lucky Restaurant und Guest House“ gesehen habe stand für mich fest das ich am nächsten morgen umziehen werde.  Klein, sauber, nette Bedienung und nur 5 Gehminuten vom West gate vom Taj Mahal weg. Genau wie beschrieben und günstiger ist es auch noch, so mag ich das. Der nächste morgen begrüßt uns erst einmal mit einem dicken Nebel, ich dachte schon fast ich bin wieder in Ulm! Unglaublich, wir kommen zu dem Wahrzeichen von Indien und können es nicht sehen, noch nicht einmal von aussen weil seit heute der Nebel über der Stadt hängt. Mein ausweich Programm an diesem Tag, technischen Dienst an meiner Honda! Der Kettensatz muss runter, nach gerade mal 23000 km, das schiebe ich allerdings auf den defekten Scottoiler und mangelnde Pflege meinerseits. Wozu schleppe Ich denn seit Deutschland einen kompletten Kettensatz mit mir herum? Ein Mechaniker der mir den Satz wechselt ist Ich gleich um die Ecke, klar könnte ich das auch selber machen aber bei einem Preis von 2,50€ unterstützte ich sehr gerne die ortsansässigen Zweirad Mechaniker. Den Luftfilter reinige ich dann allerdings selber und als sich gegen mittags der Nebel endlich verzogen hat und es etwas wärmer geworden ist spazierte ich zum Agra Fort und besichtigte eben heute nur das. Hubert war mit seiner BMW unterwegs und hat die Gegend erkundet. Dabei hat er auch einen Biker aus dem Süden von Indien getroffen der in den Norden will, unglaublich bei der Kälte. Mit Hubert treffe ich mich dann am Abend noch auf ein Bier, es sollte unser letztes gemeinsames Bier sein. Er will am nächsten morgen um 07:00 Uhr schnell das Taj Mahal besichtigen und dann weiter fahren. Mir ist da einfach noch zu viel Nebel und wenn ich schon umgerechnet 10€ Eintritt zahle dann will ich mehr sehen als die drei Meter vor mir,  weiter habe ich von meinem Hotelzimmer aus jedenfalls nicht sehen können um diese Zeit. Ich habe mich mit einem indischen Biker um 10:00 Uhr am East Gate verabredet. Warum eigentlich das East Gate? Ich kann es nicht genau sagen, ich glaube der Vorschlag kam von Ihm denn  ich wohne gerade mal 5 Minuten vom West Gate entfernt, zum East Gate muss ich schon mal 2 km laufen und dann ist der Ticket Shop nochmal 1,5 km weit weg, deshalb werden wahrscheinlich alle Touristen dorthin geschleppt, ein großes Geschäft für die Rikschafahrer. Ich laufe also bis zum Ticket Shop und muss feststellen das dieser geschlossen ist, ich bin etwas Ratlos und auf mein Nachfragen wird mir erklärt das Heute der Präsident von Bangladesh das Taj Mahal besuchen wird, deswegen ist von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr geschlossen! Ich fasse es nicht aber was bleibt mir übrig? Ich verlege also meinen Besuch auf den Nachmittag und gebe dem indischen Biker auch noch bescheid. Kurz vor 13:00 Uhr mache ich mich also wieder auf den Weg zum Ticket Shop. Dieses mal war es auf der Straße schon wesentlich ruhiger und die Polizei wollte mich erst gar nicht durchlassen. Was soll ich sagen, als ich endlich wieder am Ticket Shop angekommen bin war er immer noch geschlossen, der Präsident von Bangladesh ist noch gar nicht angekommen, na toll. Etwa eine Stunde kommt dann der ganze Konvoi die Straße herunter gefahren, die Polizei ist Hypernervös, alle werden von der Straße verjagt und dann wird die Straße zum Taj Mahal gesperrt, ich kann also nicht mal mehr zurück zu meinem Hotel laufen. Der Präsident nimmt natürlich zuerst noch seine Mahlzeit ein bevor er dann endlich das Taj Mahal besichtigt.  Zum Glück bin ich flexibel und habe beschlossen einfach noch einen Tag länger zu bleiben, vielen andere haben da nicht so viel Glück denn es ist ein beliebter Tagesausflug von Delhi zum Taj Mahal. Dann hat man wohl Heute verloren. Gegen 16:30 Uhr öffnen sich die Tore wieder und die Schlange ist fast einen Kilometer lang, Klasse, in einer Stunde geht die Sonne unter, da sieht man genau so wenig wie im Morgennebel. Ich verziehe mich in mein Hotel und schreibe ein wenig am nächsten Bericht, da kommt dann plötzlich doch der indische Biker zur Tür herein, mit dem Treffen am East Gate hat es ja nicht geklappt, er gibt mir ein paar sehr gute Tipps welche Orte ich unbedingt besichtigen sollte und dann gehen wir noch über den Basar. Am nächste morgen besichtige ich dann ganz in Ruhe das Taj Mahal, der Nebel legt sich etwa gegen 09:30 Uhr und ab 10:30 strömen dann die Massen zu den Toren herein, ich glaube das sind dann die Tagesausflügler aus Delhi. Am Nachmittag mache ich noch einen kurzen Ausflug nach Vrindarvan, ein kleiner Ort mit vielen Tempeln, sehr interessant muss ich sagen und am nächsten Tag geht es dann endlich weiter. Von jetzt an bin ich alleine Unterwegs.

 

3 Gedanken zu „Vom Ashram bis zum Taj Mahal

  1. HALLO Tino hier ist wieder der HOCHIII ich verfolge euere tour seid 6 Monaten und muss sagen du schreibst intormative berichte die fehlen bei zuri die bilder sind OK und gleich DAS du an den Aufenthaltsort von den Beatles warst toll EIN Hotel ist doch etwas anderes als ein zelt SO einen sprung aus 82 metern würde ich mir nie zumuten habe schon zittern bei den fünfmeterbrett im Freibad DAS Problem in Delhi ist immer das gleiche auf der welt in der grossadt wird man ausgenommen DAS mit der kette ist und bleibt ein Problem ich hatte 3 mit kette dann 4 mit Kardan die sind hald wartungsärmer DAS mit der gesperrten strasse ist mir in prag passiert da rollten die taller UFF DIE Situation mit dem Präsident war doch OK da hast noch einen tag in Delhi geniessen können bist doch im Urlaub BENEINDE dich um den anplick des taj mahal den würde ich gerne besichtigen selbst im nebel ÜBRINGS klasse bilder VIELE grüsse HOCHIII

  2. Hallo Tino! Klasse Bericht und super Bilder absoluter Sprung aus 82 m hätte ich mir nicht zugetraut! lass dich nicht ärgern weiter so und viel spaß! Andre´

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