Bereist Länder:  Indien

Gefahrene km:  24218

Am 29.12.2014 war meine Erkältung endlich wieder abgeklungen. Ich fühlte mich fit genug um die 500 km bis nach Jaisalmer, tief in der Wüste von Rajasthan unter die Räder zu nehmen. Die Fahrt immer tiefer hinein in die Wüste war wieder einmal ein Erlebnis der besonderen Art. Es ist zwar nicht die erste Wüste die ich sehe aber irgendwie ist es hier doch anders finde ich. Vielleicht liegt es aber auch nur daran das ich endlich wieder Unterwegs bin, auf jeden Fall macht es mir unheimlich viel Spaß Heute.

Im Nachhinein hätte ich mir allerdings etwas mehr Zeit zum Fotografieren nehmen sollen, ich wollte einfach irgendwie keine Pause machen. Am frühen Nachmittag erreiche ich dann Jaisalmer und ich mache mich wieder auf die Suche nach einer Unterkunft. In Pushkar hatte ich am morgen noch einen Flyer von einem Hotel hier bekommen, ein Nachbar hat ihn mir noch kurz vor meiner Abfahrt gegeben, das Hotel gehört wohl seinem Onkel oder so, leider kann ich mit der Adresse nichts anfangen und eine Wegbeschreibung fehlt völlig. Nach ein paar Preisermittlungen an einigen Herbergen und etwas planlosem Herumfahren vor den mächtigen Mauern der alten Stadt kommt plötzlich ein Mann mit einem Moped daher und fragt mich ob ich aus Deutschland komme. Wie sich herausstellt ist das der Besitzer des von mir gesuchten Hotels, er hatte Heute morgen einen Anruf aus Pushkar bekommen in dem wohl meine Ankunft angekündigt wurde. Zum Glück haben wir uns „Zufällig“ getroffen denn ohne Ihn hätte ich das Hotel wahrscheinlich niemals gefunden.

Jaisalmer ist eine Stadt die mitten in der Wüste von Rajasthan gebaut wurde. Eigentlich ist es eine mächtige alte Festung entlang die früher einmal zum Schutz einer Handelsroute errichte wurde. Ich war jedenfalls überwältigt von dem Anblick. Durch die drei gewaltigen Stadttore gelangt man ins innere der alten Stadt die von gewaltigen Mauern umgeben ist. Das kuriose, hier, mitten in der historischen Altstadt sind die Unterkünfte wesentlich günstiger als vor dem  Stadttor, man stelle sich das mal in Deutschland vor. Wie immer werden harte Verhandlungen über den Preis geführt, die sind natürlich plötzlich höher als auf dem Flyer angegeben aber es ist auch Sylvester und  als wir uns dann endlich irgendwann einig waren und ich meine ganzes Gerödel ins Zimmer geschleppt hatte blieb mir sogar noch genügend Zeit die schöne Altstadt zu Fuß zu erkunden. Nicht zu viel Zeit allerdings denn auch hier wird es Nachts ziemlich Kalt.

Mein Plan sah vor den Jahreswechsel in der Wüste zu erleben, fast jedes Hotel hier bietet Kamelsafari`s an, meins natürlich auch. Ich habe allerdings einen entscheidenden Fehler gemacht, dieses mal hatte ich mich vorher nicht richtig über die Preise informiert und so hat mir der Ganove gleich mal das doppelt des normalen Preises abgenommen. Etwas ärgerlich wenn das alte Jahr mit einem so schlechte Geschäft endet aber irgendwann erwischt es hier in Indien bestimmt jeden einmal denke ich.  Die Safari war eigentlich ganz gut, nicht ganz so wie ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte aber ich bin dennoch froh das ich es gemacht habe. Als erstes muss ich aus meinem Zimmer ausziehen und mein Gepäck wird im Hotel verwahrt, dann warten wir etwas über eine Stunde bis es endlich los geht. Mit dem Jeep geht es in den Dessert Nationalpark zu einer verlassenen Stadt und einem kleinen See, danach ein Stück weiter in die Wüste hinein zu den Kamelen. Das Gepäck wird auf die Tiere geladen und wir schwingen uns in die Sättel. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir das Dorf wo der Besitzer der Kamele wohnt. Wir schauen uns etwa eine Stunde lang um, trinken Tee und essen ein paar Kekse, das Mittagessen gibt es dann später im Wüstencamp. Wir reiten also noch einmal etwa zwei Stunden auf den Kamelen in die Wüste hinein bis wir unser Camp erreichen. Ich denke allerdings nicht das wir weit weg von jeder Zilvisation waren, mit dem Handy hatte ich jedenfalls immer noch Empfang. Wie auch immer, den Nachmittag verbrachten wir dann mit herumwandern  in den Dünen und endlich essen, außer zwei Bananen und ein paar Keksen gab es heute noch nichts. Am Abend kam dann noch eine Gruppe von etwa 15 Leuten und wir feierten zusammen eine kleine Sylvester Party am Lagerfeuer und mit Livemusik der Kamelhirten, ein kleines Feuerwerk zu Mitternacht gab es auch und kurz darauf hat sich eigentlich jeder auf seine Matte und in seinen Schlafsack verkrochen, es war mal wieder ziemlich kalt geworden. Am nächsten morgen ging es ziemlich zügig nach dem Frühstück zurück zur Straße, von dort aus geht es dann mit den Jeeps zurück zur Stadt. Hört sich eigentlich einfach und schön an, war es aber leider nicht ganz denn erstens wehte uns ein heftiger und kalter Wind um die Nase u d zweitens bockte eines der Kamele und warf seine Reitern ab, zum Glück ist ihr nichts schlimmeres passiert aber sie konnte sich erst einmal kaum noch bewegen, erst im Krankenhaus wurde dann mit Spritzen und Tabletten alles wieder besser.

Ich bleibe noch zwei Tage in Jaisalmer, irgendwie geht mir der Hotelbesitzer plötzlich immer aus dem Weg, keine Ahnung weshalb. Mein kurzes Fazit zu diesem Besuch

  • Wunderschöne Stadt mitten in der Wüste,
  • Kamelsafari ja, unbedingt machen aber vorher Preise ermitteln ( ich weiß es eigentlich ich Depp)
  • Warme Klamotten und Sonnencreme mitnehmen, hier braucht man beides.

Als nächstes wollte ich eigentlich bis nach Udaipur fahren aber erstens sind das fast 650 km und zweitens habe ich noch einen Tipp von zwei Polen bekommen die sich in Jaisalmer zwei Motorräder ausgeliehen hatten , eine Straße tief in den Dessert Nationalpark bis kurz vor der Grenze zu Pakistan und dann immer weiter nach Süden an der Grenze entlang und bei einer kleinen Stadt dann in Richtung Osten abbiegen. Das muss eine unglaublich schöne Strecke sein, das will ich natürlich sehen und als nächstes Ziel ist dann Jodpur angepeilt. Das sind etwa 500 km durch den kleinen Umweg aber der hat sich wirklich gelohnt. Mal abgesehen davon hätte ich sonst den gleiche Weg fahren müssen auf dem ich schon nach Jaisalmer gefahren bin und wer will das schon?

Am frühen Nachmittag erwischt es mich dann allerdings, in einer kleinen Kurve ist plötzlich ein riesiges Loch genau in meiner Fahrspur, ich kann dem gerade noch ausweichen allerdings schaffe ich jetzt die Kurve nicht mehr, ich versuche die Maschine noch durch den Sand zu steuern aber keine Chance, ich fliege über einen kleinen Hügel und liege dann der Länge lang im Wüstensand! Zugegeben, ich war auch etwas zügiger unterwegs gewesen. Zum Glück passiert mir das in der Wüste, auf dem Sand bin ich ziemlich weich gefallen und außer einer kleinen Prellung der Rippen fehlt mir nichts. Diese sollte ich allerdings noch eine ganze Weile spüren, ist auch gut so, das erinnert mich dann daran die Kurven langsamer anzufahren. Die Honda sieht da ein wenig schlimmer aus, das Windschild ist völlig krumm, der rechte Spiegel ist abgebrochen und dieses mal ist es das endgültige aus für den rechten Handprotektor, den kann ich jetzt nicht mehr kleben. Den rechten Koffer hat es auch ganz schön erwischt, ich muss ihn erst einmal mit dem zweiten Spanngurt befestigen und der Deckel ist beschädigt. Mal wann und wie ich das wieder repariert bekomme. Ich muss sagen es waren auch sofort Leute da die mir geholfen haben die Maschine wieder aufzurichten und die gleich einen Arzt rufen wollten. Alles gut, schnell ein paar notdürftige Reparaturen, zwei mal schütteln und weiter geht es. Mich ärgert im nachhinein nur das ich kein Foto von dem Sturz gemacht habe aber daran denken wohl die meisten immer zuletzt.

Am späten Nachmittag komme ich dann in Jodpur an, ein Hotel ist schnell gefunden, ich hatte da einen Tipp von den beiden Argentinierinnen bekommen die bei der Kamelsafari dabei waren, alles wieder abrödeln und ins Zimmer schleppen und dann endlich duschen. Das war der Plan, danach bin ich noch mit den Mädels zum Essen gegangen und heute musste ein Bier her. Jodpur selber ist eigentlich auch eine Wüstenstadt mit einer Festung in der Mitte. Für mich war sie nur eine Zwischenstation, ich hatte mich nicht besonders informiert was es hier alles zu sehen gibt. Durch meinen kleinen Sturz musste ich allerdings mal wieder einen technischen Tag einlegen. Am morgen besuchte ich noch mit den Mädels die blaue Stadt, ein Stadtteil in dem alle Häuser blau sein sollen, das haben wir allerdings alle drei nicht so gesehen und nach dem die Mädels mit dem Bus weiter nach Pushkar gefahren sind schnappe ich mir meine Honda und suche die nächste Werkstatt auf. Ein wenig schrauben und klopfen und sie sieht fast aus wie vorher, nur der Protektor ist endgültig im Eimer. Am nächsten morgen geht es dann wieder weiter nach Udaipur. Etwa 300 km in Richtung Süden.

Udaipur ist eine herrliche kleine Stadt direkt an einem See gelegen. Mitten auf dem See befindet sich eines der berühmtesten und wahrscheinlich auch teuersten Hotels von ganz Indien.  Es spielte eine wichtige Rolle in dem James Bond Film „Octopussy“. Ein Besuch dieses Hotels ist allerdings nur der exklusiven Gesellschaft erlaubt die sich dort auch ein Zimmer leisten kann. Als erstes schau ich mir wie immer die Stadt an. Die vielen kleinen Gassen sind vollgestopft mit Händlern, Restaurants und Hotels aller Preisklassen. Ich gehe auf die andre Seite vom See, genieße einen herrlichen Sonnenuntergang und danach schau mir den bei Nacht wirklich eindrucksvoll beleuchteten Palast von Udaipur an. Ich hoffe die Fotos können das so einigermaßen wiedergeben. Eine Besichtigung des Palastes steht dann am nächsten Tag an, ich muss sagen von dem Museum war ich richtig enttäuscht, hatte mir irgendwie mehr davon versprochen aber der Palast selber war schon sehenswert. Mir ist es auch gelungen mich in das Palasthotel zu schleichen, das kostet normalerweise so um die 10€ Eintritt hat man mir später erklärt. Ich hatte mich einfach an eine Gruppe von etwa 20 Leuten gehängt und nin wohl so durch die Kontrolle geschlüpft. Ich muss allerdings zu meiner Verteidigung sagen das ich das wirklich nicht wusste, ich dachte das ist bei den insgesamt drei Tickets die ich gekauft hatte dabei, war es aber leider nicht wie mir der freundliche Wärter sagte, ich bin dann einfach wieder raus und alles war gut, ich hatte genug gesehen. Der Sonnenuntergang von der Terrasse des Palastes aus ist noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis.

Am nächsten Tag setzte ich mich dann auf mein Motorrad und erkundete die Umgebung. Ein Hotelangestellter hat mir den nahe gelegenen Tiger Lake empfohlen und ich muss sagen auch das hat sich mal wieder gelohnt. Ein großer See mit zwei kleinen Inseln in der Mitte, das ganze ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier gibt es auch jede Menge Imbissstände und Shops mit allen möglichen Souvenirs. Der krönende Abschluss an diesem Tag war die Besichtigung eines Luxsusresorts in der Nähe vom Tiger Lake. Dieses mal habe ich allerdings ganz offiziell am Eingangstor nachgefragt und siehe da, ich durfte mich einfach und völlig problemlos umschauen. Ich hab fast zwei Stunden gebraucht um mir alles anzusehen, so kann man also auch Urlaub machen, nicht schlecht.

Am Ende bin ich vier Tage hier geblieben und ich weiß nicht warum aber ich habe es einfach nicht geschafft mir den Film „Octopussy“ anzuschauen. Dabei wird der hier in jedem zweiten Restaurant am Abend gezeigt, schade eigentlich. Mich zieht es aber weiter nach Süden, dort wo die Nächte nicht mehr so kalt sind. Als nächstes hab ich mir Mumbai ausgesucht, also auf in den Moloch!

3 Gedanken zu „Wüstensand und Octopussy!

  1. ALLO Tino gut das du wieder fit bist bei uns ist nämlich die Grippewelle unterwegs Durch die wüste zu fahren ist bestimmt nicht angenehm wenn ich mir zb die Rally paris Dakar anschaue UFF DAS mit dem Hotel ist wie das Sprichwort wer suchet der findet DIE Festung ist ja der hammer einfach toll und soetwas mitten in der wüste AUF dem Kamel hat es sicher heftig gewackelt da ist die Honda schon angenehmer MIT 2 Bananen und kekse am tag da wirst aber rappeldürr dazu noch die trockene und staubige luft na schaumer mal MIT dem Kamel hatte ich auch schon einmal in agypten Probleme ES stolperte immer STÜRZE mit dem Motorrad hatte ich auch schon mehrere aber auf der landstrasse und nicht im weichen sand hat mir mehrere Wochen Krankenhaus eingebracht hatte nicht soviel glück wie du WENN du mit den Mädels zusammen warst und noch ein Bier bekommen hast dann war doch alles OK aber das du Werkstätten gefunden hast das wundert mich und bin von den land und leuten überrascht MIT den Mädels und dem klssikerauto wäre doch deine tour doch noch angenehmer geworden WENN man sich wo hineinschmuckelt ist das soweit OK wenn man dabei nicht erwisch oder bestraft wird DAS Hotel ist ja toll da machst dich gut als deutscher 007 4 TAGE Erholung ist doch gut so dir läuft doch nichts davon DA kommst nie mehr hin VIELE grüsse und alles gute HOCHIII

    • Hallo Hochi altes Haus!
      Danke für die vielen Kommentare, daran sieht man immer das es jemand auch liest was man so in vielen Stunden da zusammenkritzelt. Freut mich wenn es dir gefällt, dann macht das ganze gleich viel mehr Spaß!

      Grüße aus Indien!
      Tino!

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