Bereist Länder:  Indien

Gefahrene km:  25321

 

Der Abschied von Udaipur ist mir nicht leicht gefallen, irgendwie scheine ich etwas für kleine Städte mit einem See in der Mitte übrig zu haben. Ich hab auch irgendwo gelesen das Udaipur die romantischste Stadt der Welt sein soll. Keine Ahnung ob das stimmt aber schön ist sie auf jeden Fall. Ich muss mich nun entscheiden wohin ich als nächstes fahren will. Zur Auswahl stehen die Salzwüsten von Gujarat oder Mumbai. Keine leichte Entscheidung für mich, ich habe bereits Bilder aus Gujarat gesehen die mich fast umgehauen haben aber meine Wahl fällt auf Mumbai.

Erstens liegt diese Stadt auf direkten Weg in Richtung Süden und dort will ich ja schlussendlich hin, zweitens hoffe ich das ich dort ein paar dringend benötigte Ersatzteile und einige Reparaturen erledigen kann. Es wird langsam Zeit für einen neuen Hinterreifen, ein paar Bremsklötze auf Reserve können nie schaden und mein Koffer müsste dringend repariert werden, wenn ich das irgendwo erledigen kann dann in dieser Großstadt.

Es sind allerdings über 800 km bis dort hin, zu viel für eine Tagesetappe. Mein Ziel für heute war die Stadt Ahemabad, etwa 300 km von Udaipur und 450 km von Mumbai entfernt, dort wollte ich mir ein günstiges Hotel suchen und am nächsten Tag weiter fahren. Heute macht das Motorrad fahren aber wieder mal ganz besonders viel Spaß! Die Strecke ist abwechslungsreich, dichte Wälder lösen irgendwann die etwas karge und felsige Mittelgebirgslandschaft ab. Es wird nie langweilig, hinter jeder Kurve oder Bergkuppe verändert sich die Landschaft wieder. Das Wetter ist herrlich und die Straße in einem Top Zustand! Zum Beispiel sehe ich heute meine ersten Elefanten, nach über einem Monat in Indien, plötzlich kommen mir da auf der anderen Fahrbahn zwei entgegen. Natürlich muss ich da sofort anhalten und ein paar Fotos machen und natürlich will einer der beiden Männer die auf den Elefanten reiten gleich wieder Kohle dafür haben, dieses mal allerdings nicht von mir, ich knipse meine zwei drei Fotos und verschwinde wieder. Als nächstes will ich mir etwas Wasser an einem Shop besorgen. Der Besitzer lädt mich gleich zu einem Kaffee und einer Besichtigung der vier kleinen Hindu Tempel die sich hinter dem Shop befinden ein. Es war mal wieder eine interessante und unerwartete Begegnung, das mag ich so an meiner Art zu reisen, da lernt man Land und Leute kennen. Ein paar Kilometer weiter überhole ich dann drei voll bepackte Royal Endfields, natürlich wird sofort bei der nächsten Teestube gehalten und ein kleines Schwätzchen gemacht. Dieses mal handelt es sich um vier junge Leute aus Israel die nach ihrem Wehrdienst erst einmal mehrere Monate in Indien verbringen. Das machen übrigens sehr viele junge Israelis. Nach einem kleinen Tee trennen sich unsere Wege wieder.

Das eigentlich von mir angepeilte Tagesziel Ahemabad erreiche ich um etwa 14:00 Uhr, viel zu früh um schon Pause zu machen. Ein kurzer Blick auf Uhr und Karte und schon ist eine neue Entscheidung gefällt! Ich fahre weiter in Richtung Süden, so weit wie ich es heute eben noch schaffen kann und zum Schlafen werde ich schon irgend etwas finden. Mein Zelt hab ich ja auch noch dabei, also alles kein Problem. Hab ich mir so gedacht jedenfalls. Ich komme gut voran und mein Plan scheint zu funktionieren. Zu sehen gibt es jetzt nicht mehr so viel, ich befinde mich inzwischen auf dem Highway und außer Staub und vielen LKW`s hat der der nicht viel zu bieten. Als die Sonne langsam untergeht mache ich mir so meine ersten Gedanken über eine Nachtquartier aber erstens bin ich noch fit und zweitens kann man auf dem Highway auch Nachts noch ganz gut fahren, auf den normalen Straßen ist das hier in Indien allerdings nicht ratsam, es ist richtig Gefährlich hier bei Dunkelheit unterwegs zu sein. Auf der Karte hatte ich mir eine Stadt etwa 200 km vor Mumbai als ausgesucht, dort wollte ich übernachten aber als ich da ankam waren alle Hotels entweder voll oder viel zu teuer. Fast eine Stunde suche ich vergeblich herum und gebe dann genervt auf. Zurück zum Highway und dann mal sehen was sich ergibt, irgend etwas findet sich immer. Inzwischen ist es kurz vor Mitternacht und es wird wieder kälter und ich werde auch langsam Müde. Als ich wiedertanken muss schau ich mir das Gelände der Tankstelle mal etwas genauer an und stelle fest das es zum Campen gut geeignet ist. Ich frage einfach den Tankwart ob ich hier nicht mein Zelt aufstellen darf und der hat tatsächlich nichts dagegen, Klasse, 30 Minuten später steht mein Zelt und ich liege auf meiner Matratze im Schlafsack. Ich war mal schneller aber inzwischen bin ich wohl ein wenig aus der Übung, ich das Zelt seit über einem Monat nicht mehr aufgebaut.

Am nächsten Tag konnte ich dann ganz entspannt die letzten 200 km bis nach Mumbai unter die Räder nehmen, optimale Bedingungen eigentlich. Ich komme wieder erstaunlich gut vorran, selbst in der Vorstadt von der Millionenmetropole geht es überraschender Weise richtig gut. Das ändert sich allerdings als ich plötzlich vor der Mautstelle an der großen Brücke stehe und mir zwei Polizisten erklären das ich hier nicht mit dem Motorrad entlang fahren darf, ich muss zurück und den Weg durch die vollgestopften Straßen der Vorstadt nehmen, ich hatte ja keine Vorstellung davon was mich heute da noch erwartet.

Am Anfang geht es zwar sehr schleppend vorwärts aber es geht immerhin voran, mein Ziel ist das Gebiet beim Gatway of India, dort befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten und die günstigsten Unterkünfte. Ich wusste allerdings nicht das sich halb Indien zwischen 09:00 Uhr und 13:00 Uhr die  selbe Straße benutzt wie ich. Es war furchtbar, die Sonne brennt unbarmherzig auf mich herunter, keine Chance auf ein wenig Schatten oder kühlenden Fahrtwind, ich stehe mitten in der glühenden Mittagssonne im Stau in Mumbai! In diesen Momenten frage ich mich ob die schwarzen Motorradklamotten wirklich die richte Wahl waren. Richtig froh bin ich über meinen Trinkrucksack mit 2 Litern Wasser, ohne den wäre ich wahrscheinlich auf der Straße irgendwann einfach in Ohnmacht gefallen! Ich benötige fast 2 Stunden für gerade mal 30 km, es ist unglaublich heiß und obwohl jeder sehen kann das es nicht wirklich vorwärts geht muss jeder Inder zeigen das er eine Hupe hat, ein unglaublicher Lärm der völlig sinnlos ist. Als ich dann endlich angekommen bin mache ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Ein paar Adressen hatte ich mir im Internet rausgesucht, damit hatte ich allerdings kein Glück, alle voll besetzt also klappere ich ein Hotel nach dem anderen ab in der Hoffnung etwas bezahlbares zu finden. Diese Hoffnung wird allerdings sehr schnell zerstört denn erstens ist jetzt Hochsaison und zweitens auch noch Wochenende. Alles ist ausgebucht oder viel zu teuer für mich. Das einzige was ich finde ist ein Bett in einem Hostel aber das scheidet aus weil es weder Platz für Motorrad noch für Gepäck gibt. Ich dreh fast durch, mein T-Shirt kann ich auswinden so durchgeschwitzt ist es und es wird langsam immer später. Ich hetze von Hotel zu Hotel und irgendwann sehe ich ein das ich hier entweder sehr tief in die Tasche greifen muss oder ich mir etwas anderes einfallen lassen muss. Am späten Nachmittag buche ich dann über das Internet die günstigste Unterkunft die ich finden kann, das einzige Problem bei diesem Hotel, es liegt in der Nähe vom Flughafen.Ich muss also wieder 35 km zurück fahren, den selben Weg den ich ein paar Stunden zuvor schon verflucht hatte. Natürlich fährt jetzt halb Indien auch wieder mit mir Stadtauswärts, es ist zum verzweifeln, das ganze Drama noch einmal. Ich frage mich wie man das jeden Tag aushalten kann, zwei mal am Tag dieses Chaos, diesen Lärm, diesen Dreck, unglaublich. Jeder der sich über die deutschen Abgasnormen und Umweltzonen lustig macht sollte mal einen Tag in diesem Verkehr verbringen, am besten direkt hinter einem der „Top modernen“ Busse oder LKW`s, ich glaube dann denkt er ganz plötzlich anders darüber.  Meine Pechsträhne ist allerdings noch nicht vorbei, Umweltbewusst wie ich nun eben mal bin stelle ich während einer längeren Pause meinen Motor ab, ich hatte völlig Vergessen das ich bei diesen Bedingungen meine Lichtmaschiene nicht genug Leistung bringt um die Batterie zu laden. Kurz gesagt, die Kiste hat nicht mehr genug Saft um wieder anzuspringen und mir bleibt nichts anderes übrig als sie einen halben Kilometer durch die Baustelle bis zur nächste Ausfahrt zu schieben, das Hupkonzert das ich dabei ausgelöst habe war beachtlich. Wieder bin ich völlig durchgeschwitzt und meine Stimmung ist auf einem historischen Tiefpunkt. Ich schiebe die Kiste in eine kleine Nebenstraße und versuche ein paar Leuten zu erklären das mich nur kurz anschieben sollen, alleine das war schon ein Akt, irgendwie wollten die Typen das nicht begreifen und als ich es dann endlich geschafft hatte es ihnen mit Händen und Füßen zu erklären und die Kiste wieder lief wollten sie auch gleich Geld sehen, unglaublich, nicht mal 5 Meter haben sie schieben müssen, ich bin stocksauer, gebe 20 Rupien und sehe zu das ich hier weg komme, zurück in den Stau, ich will endlich in mein Hotel. Die ganze Zeit denke ich hoffentlich geht mir die Kiste nicht noch einmal aus und wie das nun mal so ist, wenn man sich ganz besonders auf etwas konzentriert dann passiert genau das Gegenteil, soll heißen ich würge die Kiste natürlich noch einmal ab, dieses mal geht es auf einer Brücke eine kleine Steigung hinauf, ich fasse es nicht aber dieses mal halte sofort drei junge Männer die es sogar schaffen mich bergauf anzuschieben und sie wollen nicht einmal Geld dafür, es gibt also doch noch Hilfsbereite Menschen hier. Gegen 22:00 Uhr erreiche ich dann endlich mein Hotel, mich völlig fertig, einchecken, duschen, ein Bier und dann schlafen. Insgesamt stand ich heute fast 7 Stunden im Stau und habe dabei gerade mal 70 km zurück gelegt, kein guter Start für mich.

Am nächsten Tag habe ich mir ernsthaft überlegt wieder abzureisen aber ich hhab mir das dann doch noch einmal überlegt und bin dann am Nachmittag wieder in Richtung Stadt gefahren, nach 13:00 Uhr ist die Rushouer Stadteinwärts vorbei und ich sehe mir die Sehenswürdigkeiten an. Das Gateway of India, das Taj Mahal Hotel, den Bahnhof und einiges mehr. Eine kleine Hafenrundfahrt mache ich auch noch mit, das gehört irgendwie dazu finde ich und kostet umgerechnet etwa 1,30€. Den Rückweg zum Hotel trete ich auch erst nach 21:30 Uhr an, ich habe gestern genug im Stau gestanden und mein Plan geht auf, ich bin in 30 Minuten zurück am Hotel.

Mein Entschluss steht fest, am nächsten Tag will ich Mumbai verlassen und in Richtung Goa aufbrechen, es wird Zeit für Sonne, Sand, Meer und Party. Am Abend bekomme ich allerdings noch einen Anruf von einem Journalisten, den hatte ich gestern in der Stadt kennen gelernt als ich verzweifelt nach einer Unterkunft gesucht hatte. Er will morgen Nachmittag ein Interview beim Taj Mahal Hotel mit mir machen, ich soll mit komplett aufgerödelter Maschine kommen. Also gut, ich verschiebe meine Abfahrt bis nach dem Interview. Ich packe am Morgen also meinen Krempel zusammen und mache mich wieder einmal auf dem Weg in Richtung City. Am Hotel sorgten wir dann für einen ganz schönen Auflauf, jeder wollte plötzlich ein Foto machen und alles mögliche von mir wissen. Nach etwa 2 Stunden war das ganze dann vorbei, ich hab allerdings nie wieder etwas von der ganzen Sache gehört, wahrscheinlich ist es auch nie gesendet oder gedruckt worden, wie auch immer, um 16:00 Uhr bin ich dann endlich auf dem Weg nach Goa. In Mumbai hab ich also ziemlich viel erlebt und gesehen allerdings habe ich den eigentlichen Grund meines Besuches in dieser Stadt nicht geschafft, ich habe keine Ersatzteile für meine Honda besorgt, das hatte ich dann völlig vergessen nach dem ersten Tag und ich wollte auch so schnell wie möglich wieder weg von hier.

Auf nach Süden!

2 Gedanken zu „Die Hölle von Mumbai!

  1. HALLO Tino das war ja eine harte tour durch die Stadt und dann noch bei der Hitze kann mich reindenken aber der verkehr ist in solchen länder normal siehe Ankara kairo oder China wichtig ist das alles ohne Unfall zu überstehen DAS mit der tempelführung war aber eine ehre ÜBER die brücke zu fahren währe doch der hit gewesen mit Bestechung hätte es evt geklappt DIE Skyline von mambai ist ja der nev York ähnlich EIN Elefant auf der strasse das währe bei uns unmöglich DAS sind aber 4 harte Israelis GUTE Leckereien gibt’s auch in der Stadt HOFFENTLICH hat der zuckerrohrsaft kraft und etwas alko gehabt DIE zuckerrohrmaschine funkelt aber IN den schönen beleuchteten Hotel würde ich auch gerne einmal wohnen IN der buschhütte wäre es vielleicht angenehmer wie im zelt WEISSE Prachtbauten toll SCHÖNE buchtanplicke mit der Vegetation herum OK EINEN bayernfan hast auch gefunden da fehlt nur noch Bier DER franz ist aber ein brocken DIE kühe am strand sind aber nicht das gelbe vom ei DEN Hummer hätte ich auch ganz gerne gegessen ER ist ein gedicht HERRLICHE strandbilder sieht aber teuer aus DIE stassen zu fahren ohne Gepäck das würde spass machen DREI Damen und der Tino wenn das gut geht DEIN zelt bei der Tankstelle sieht aber zerknittert aus DA währe ich lieber in the cheap Charlies Pub gegangen AM baga beach stehst aber einsam herum da laufen doch ein bar Rundungen herum BEI den Flohmarkt gibt’s doch sicher eine Joi nt der baut doch auf na ja die schönen gewürze tuns auch DAS wasser an der schönen brücke ist aber nicht so sauber wie am strand DA pflückt jemand dein Abendessen im Reisfeld BIST bei der bootsfahrt nicht seekrank geworden DIE strandwanderer sind ja genauso aufgepackt wie du am Motorrad AN der Strandbar machst dich aber gut nur das Bier fehlt SCHÖNE sonnenuntergänge EIN steingebäude wie in England DIE pferdekutsche ist aber nicht so robust wie deine Honda HAT dir die Kapelle ein willkommensständchen gespielt AM gatway of india sind ja Menschenmassen NACH goa willst hin na dann viel glück Gesundheit kz gut gummi HOCHIII

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