Bereist Länder:  Indien

Gefahrene km:  26458

Es ist schon später Nachmittag als ich in Mumbai endlich aufbreche. Zum Glück muss ich nicht wieder in Richtung Flughafen fahren, mein Navi schickt mich allerdings wieder auf eine für Motorräder gesperrte Straße, kein Wunder das ich so gut voran komme. Zum Glück ist heute keine Polizei zu sehen aber ein Autofahrer macht mich darauf aufmerksam. Ein Schild habe ich wirklich nirgends gesehen aber ich nehme mal lieber die nächste Ausfahrt. Das schlimmste liegt bereits hinter mir und es lief besser als erwartet.

Bis nach Goa schaffe ich es heute auf gar keinen Fall, also gleicher Plan wie immer,  erst mal fahren bis es dunkel wird und dann je nach Straßenzustand und Lust Pause machen und irgendwo einen Schlafplatz suchen oder ein paar Kilometer durch die Nacht fahren. Hier ist die Straße allerdings stellenweise so schlecht das ich kurz nach Sonnenuntergang ein Hotel ansteuerte und den Tag beendete. Am nächsten Tag breche ich dann früh auf um die letzten Kilometer bis zum Urlaubsparadies Goa in Angriff zu nehmen. Es war wieder einmal herrlich hier zufahren. Um mich herum wird es immer grüner, ein dichter Dschungel, Palmen und Bananenstauden und eine kleine Straße mit schönen Kurven, was will man mehr? Öfter als sonst mache ich heute eine kleie Pause um einen Kaffee oder einen Tee zu trinken oder um einfach nur die Landschaft zu genießen und ein paar Fotos zu schießen. Bei einer dieser Pausen lerne ich Jürgen  kennen, einen deutschen der jedes Jahr ein paar Monate in Goa lebt und sich gerade auf einer kleinen Rundfahrt mit seiner Royal Enfield befindet. Er kann mir einige gute Tipps geben die ich sofort auf der Karte markiere.

Als erstes will ich im ruhigen Norden von Goa ein paar Tage ausspannen und mich vom Stress des Langzeitreisens ein wenig erholen. Manderem soll dafür ein perfekter Ort sein steht im Lonely Planet und weil Jürgen mir berichtet hatte das jetzt gerade Hochsaison ist hatte ich für die erste Nacht über das Internet eine einfache Bambushütte gebucht. Zum Glück denn durch die vielen Pausen war ich wieder einmal länger unterwegs wie ich eigentlich gedacht hatte und es war bereits dunkel als ich endlich in dem kleinen Ort ankomme. Ein bissel konnte ich den Preis noch drücken weil es doch kein WiFi gab aber ich merke deutlich das ich mich in der Touristenhochburg befinde. Hier geht es zwar noch ruhig und gesittet zu und die Partys sucht man hier vergebens aber ein Traumstrand und jede Menge Yogaschulen sorgen für ein entsprechendes Preisniveau. Wie auch immer, ich bleibe vier Tage dort, das erste große Problem war Badehose und Sonnencreme wieder zu finden, die hatte ich vor über zwei Monaten das letzte mal gebraucht und dementsprechend weit unten waren sie inzwischen im Koffer gelandet. Also alles raus und bei der Gelegenheit kann ich auch gleich mal wieder alles waschen. Es hat also alles einen tieferen Sinn! Wer Ruhe und Erholung sucht ist hier im Norden von Goa sehr gut aufgehoben muss ich sagen, kleine Dörfer mitten im Dschungel und ein paar Strandbar`s an einem Traumstrand, was will man mehr?

Danach wird es Zeit auch mal die andere Seite diese Bundesstaates kennen zu lernen, auf in die Partyhochburg von Bagga Beach! Hier trifft sich das alles was die Nacht zum Tag machen will. Unzählige Restaurants und Strandbars stehen hier über mehrere Kilometer dicht nebeneinander und vor jeder stehen mindestens zwei Typen rum die dich hineinlocken wollen. Von dem Traumstrand der nur ein paar Kilometer weiter im Norden noch so herrlich zum Baden eingeladen hatte ist hier nicht mehr viel zu sehen. Dafür gibt es in den Straßen mehrere kleine Bars und ein paar edle Discos. Die Discotheken kosten umgerechnet etwa 25 € Eintritt, viel zu teuer finde ich und in den kleinen Bars ist die Stimmung spitze, da kann auch jeder mit feiern und die Stimmung ist fast immer ausgezeichnet. Das war übrigens der erste Ort in Indien in dem nicht spätestens um 23:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt wurden, im gegenteil,dann geht es hier erst mal so langsam los. Das kennen wir von zu Hause aber ich bin das schon gar nicht mehr gewöhnt und bin nach den ersten zwei Partynächten ziemlich fertig aber ich halte tapfer durch.

Mein Hotel,das Shelby`s Inn liegt direkt an der Partymeile, ich bin also mitten drin statt nur dabei. Die Crew vom Hotel ist übrigens wirklich gut drauf und extrem freundlich. Mir hat es dort sehr gut gefallen. Dort habe ich auch Hanns kennen gelernt, einen deutschen der in Italien lebt und hier jedes Jahr ein paar Monate Urlaub macht. Hanns ist ein sehr interessanter Mann. Er ist unter anderem den Jacobs Weg bereits vier oder fünf mal gelaufen, jedes mal eine andere Strecke. Vor einer solchen Leistung kann ich nur meinen Hut ziehen, Respekt Hanns! So manchen Abend haben wir bei einem kleinen Bierchen zusammen gesessen bevor ich mich in die Party gestürzt habe. Nach 2 Tagen Party hatte ich allerdings erst einmal genug davon und es wurde Zeit für ein wenig Kultur. Ein Tagesausflug nach Old Goa war angesagt, über Panaji, die Hauptstadt von Goa geht es ein Stück ins Landesinnere zu der alten Hauptstadt der Portugiesen. Mitten im Dschungel gelegen und mit vielen prächtigen Kirchen bestückt ist dieser Ort auf jeden Fall einen Besuch wert. Den besten Blick hat man von einer kleinen Kirche etwa 3 km außerhalb der kleinen Stadt. Sie liegt auf einem kleinen Berg, nur sehr wenige Leute kommen hier hoch, eigentlich schade, der Weg lohnt sich auf jeden Fall.

An diesem Abend besuche ich dann noch den Nachtflohmarkt, einer der Höhepunkte der Gegend. Früher war er wohl mal berühmt wegen seiner Hippieszene die sich da getroffen hat um jede Menge Drogen zu konsumieren aber das hat sich inzwischen geändert. Von den Hippies ist kaum noch etwas zu sehen und Drogenkonsum ist verboten. Der ganze Markt zieht sich über zwei kleine Gassen mit unzähligen Geschäften die alles mögliche verkaufen. Auf dem zentralen Platz wird Live Musik gespielt und für das leibliche Wohl wird dort auch gesorgt, die Preise sind allerdings sehr touristisch, weit höher als ich normalerweise bereit bin auszugeben. Der Flohmarkt hat wohl die die ganze Nacht geöffnet aber ich habe nach 2 Stunden genug und verziehe mich kurz vor Mitternacht wieder.  Am letzten Abend vor meiner Abreise besuchte ich noch den ersten Cage Fight in Indien, es war übrigens auch mein erster Käfigkampf den ich gesehen habe. Es ist viel weniger brutal als man sich das vorstellt, alles halb so wild aber Interessant. Am nächsten morgen mache ich mich dann auf den Weg nach Gokarn, etwas weiter im Süden an der Küste gelegen. Vorher verabschiede ich mich noch bei Hanns und seinen Mädel`s, danke für alles.

Unterwegs lerne ich dann Franz aus Köln kennen, der macht hier auch jedes Jahr ein paar Wochen Urlaub und ist gerade unterwegs mit seine Enfield. Er hat mich auf einen Kaffee eingeladen und wir haben ein paar nette Geschichten ausgetauscht. Franz ist ein echter köllscher Jung wie man so schön sagt und besitzt zu Hause mehrere PKW Trabant, auf die ist er ganz besonders Stolz.  Wenn ich irgendwann zurück in Deutschland bin werde ich ihn mal besuchen und mir seine kleine Sammlung anschauen. Die Fahrt nach Gokarn war mal wieder Erlebnis der besonderen Art. Reisfelder, Regenwald, Palmenhaine, kleine Dörfer und abwechslungsreiche Straßen, es hat mal wieder richtig viel Spaß gemacht und am frühen Nachmittag erreiche ich dann Gokarn. Ich muss allerdings zu einem der Strandabschnitte fahren, von Om Beach hatte ich bisher das meiste gehört und gelesen, also nichts wie hin da. Ich nehme mir eine einfache kleine Hütte gleich im ersten Hotel, es ist günstig und hat den unschätzbaren Vorteil eines Parkplatzes. Dazu muss man wissen das der Strand hier von hohen Felsen umgeben ist. Die meisten Hotels kann man nur zu Fuß erreichen und muss sein Gefährt irgendwo stehen lassen wenn man selber mobil ist. Eigentlich  ist das ganze hier ein Paradies für Backpacker. Ein herrlicher etwas abgelegener Strandabschnitt mit lauter kleinen Strandbars und einfachen und günstigen Unterkünften, genau das Richtige nach dem Trubel von Goa um noch einmal ein paar Tage auszuspannen. Traumstrand, Sonne, sauberes Wasser, nette Leute, Ruhe, traumhafte Sonnenuntergänge und bezahlbare Preise, was will man mehr? Ich bleibe drei Tage hier und genieße noch einmal das Meer bevor ich mich auf den Weg nach Hampi mache. Dann heißt es erst einmal Abschied nehmen vom Meer!

7 Gedanken zu „An der Westküste in Richtung Süden

  1. Eigentlich wollte ich mir den Text auf die ganze Woche aufteilen um mir alles merken zu können, aber es war so spannend und die Bilder wirklich schön. Es freut mich das du soviel tolle Leute kennen lernst und soviel siehst. Wieder zum neidisch werden. Hoffe es klappt im Sommer und ich kann ein wenig von deiner Welt kennenlernen (fahre fleißig nebenbei Bus und spare

  2. HALLO Tino auf den weg nach manderem war das sicher ein angenhmer Aufenthalt in der Bambushütte drotzdem mein tip Vorsicht vor schlangen und Skorpionen DAS du eine Badehose dabei hattest bei soviel gerötel BEI den discopreisen hättest ja gleich nach Spanien fahren können das ist nicht so weit DER jakopsweg ist nicht mein ding es reicht mir schon wenn ich 2 mal in der Woche 5 km Jogging und das seit 30 jahren el kotz EIN Flohmarkt ist ja interresant aber mann hat ja schon alles und auf deinenm Motorrad ist kein platz DAS man immer wieder deutsche trifft ist doch toll WENN du soviele tage am strand warst haste sicher einen Sonnenbrand bekommen WARST bei einer industrieruine da könnte man schrottkohle machen DIE waschstation im Hinterhof ist aber toll fehlt nur noch die dusche und WC OLD GOA verbiegt sogar die bäume DIE Kirchen sind auf der ganzen welt eine schöhnheit BIST ein mutiger Tarzan im baum BIS zum nächsten mal HOCHIII

  3. Hello Tino

    I am very interested of what you are doing..

    keep it up so I can learn what I am going to find in future 😉

    Thank you
    jason

  4. Hallo lieber Tino,
    danke für Deine Grüße aus dem fernen Nepal. Wir wünschen dir
    weiterhin eine gute Fahrt , viel Freude bei Deinen schönen Erlebnissen und ein schönes Osterfest.
    Wenn Du den Mount Everest siehst grüß ihn von uns mit!
    Tschüß bleib gesund
    Anneli und Steffen

    • Danke,
      ich wünsche Euch auch ein frohes Osterfest. Ich organisiere gerade ein paar dinge für meine Weiterreise und schreibe fleißig an neuen Berichten. Gruß an alle,
      Tino!

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