Bereist Länder:  Indien

Gefahrene km:  27363

Heute heißt es für mich Abschied nehmen vom Meer, nach Hampi sind es etwa 400 km. Um kurz vor 07:00 Uhr stehe ich auf und schleppe meine ganzen Klamotten wieder rauf zu meiner Honda. Bis ich endlich los komme ist es bereits kurz vor 08:00 Uhr. Am Anfang führt die Strecke noch durch den Dschungel an der Küste, es macht natürlich wieder sehr viel Spaß hier unterwegs zu sein. Ich beschließe einen kleinen Umweg von etwa 60 km zu machen um mir einen Wasserfall anzusehen. Das war allerdings keine sehr gute Idee. Die Straße die dahin führt ist extrem schlecht, ich komme nur sehr langsam vorwärts und meine Maschine leidet beträchtlich.

Als erstes muss ich feststellen das sich der Bajonettverschluss des rechten Kofferträgers gelöst hat, zum Glück habe ich meine Gepäckrollen mit einem Spanngurt am Kofferträger befestigt, der hält jetzt den ganzen Koffer sonst wäre er wahrscheinlich auf der Straße gelandet. Eine notdürftige Reparatur verschafft da fürs erste Abhilfe aber auf Dauer muss da eine andere Lösung her, ich hab da auch schon eine im Sinn aber für`s erste reicht es. Als nächstes bleibe ich an einem riesigen Stein hängen der plötzlich mitten im Weg liegt und verbiege mir dabei meinen Seitenständer, so etwas habe ich auch noch nicht erlebt, unfassbar, das Ding ist auf einen Schlag so Verbogen, ich kann die Maschine nicht einmal mehr darauf abstellen, sie Fällt sofort um, ich hab das drei mal unabsichtlich getestet. Das schlimmste von allem, der ganze Aufwand hat sich wirklich nicht gelohnt! Der Wasserfall ist kaum 5 Meter hoch und wirklich nicht besonders sehenswert. Über zwei Stunden habe ich bei dem kleinen Abstecher verloren und in Hampi muss ich jetzt einiges reparieren.

Der Rest der Strecke bis nach Hampi verdient eher die Bezeichnung Langweilig. Einmal raus aus dem satten Grün des Dschungels gibt  es nicht mehr viel zu sehen. Das einzige interessante sind riesige Flächen neben der Straße wo Chili Schoten zum trocknen ausgelegt werden und einige große Baumwolllager. Ein paar Fotos und ein kurzer Plausch und weiter geht es. Erst kurz vor Hampi wird es wieder etwas interessanter. Hier türmen sich dann riesige Steine übereinander die so eigentlich gar nicht liegen bleiben dürften, wie sagt der Lonely Planet so schön? Steine die der Schwerkraft zu trotzen scheinen. Ich hatte gehört das man sich einen Unterkunft auf der anderen Seite vom Fluss suchen sollte, dort ist es besser und günstiger allerdings ist die nächste Brücke über 50 km weit weg und für die Fähre ist meine Honda viel zu schwer. Ich finde gleich am Anfang des kleinen Ortes, direkt neben dem Tempel eine ganz einfache Unterkunft für wenig Geld, die Honda parkt direkt vor der Tür, was will ich mehr? Der abendliche Erkundungsausflug ist relativ kurz aber das Dörfchen ist auch nicht besonders groß, hier sind die Tempel und die Ruinen der alten Hauptstadt auf etwa 25 km verstreut.

Am nächsten morgen schaue ich mir zuerst mal den großen Tempel an, das dauert etwa 2 Stunden danach wird es Zeit sich wieder einmal um meinen fahrbaren Untersatz zu kümmern. Als erstes Versuche ich den Seitenständer mit Hammer und Verlängerung wieder in die richtige Position zu bringen aber da habe ich keine Chance, das muss ein ganz schöner Schlag gewesen sein der den so verbiegen konnte, hier muss ein Fachmann ran und den finde ich nur in der nahe gelegen Stadt Hotspet. Also nichts wie hin da. Gleich bei der ersten Werkstatt habe ich Glück, der Seitenständer wird mit Hilfe von Schweißbrenner und Hammer wieder zurecht gebogen und auch mein Kofferträger wird repariert und stabilisiert. Als nächstes brauche ich dringend einen neuen Hinterreifen, nach 22000 km ist meiner jetzt völlig runter, stellenweise schaut schon das Gewebe raus. Es ist allerdings nicht so einfach Ersatz zu besorgen, normalerweise benötige ich 160/60/17,  der einzige Reifen den ich bekommen kann ist ein 140/60/17, also eine Nummer zu klein aber ich habe keine andere Wahl, besser als mit dem alten weiter zufahren bis er mir um die Ohren fliegt. Ein noch größeres Problem war es allerdings jemanden zu finden der mir das Ding auch montieren kann. Über 2 Stunden fahre ich kreuz und quer durch die Stadt und werde von einer Werkstatt zur nächsten geschickt bis ich irgendwann wieder bei dem Reifenhändler lande. Entnervt will ich den Reifen schon wieder zurück geben aber ich bekomme einen Angestellten aufs Moped gesetzt und wir fahren noch einmal durch die Stadt zu einem Monteur. Irgendwie sieht der kleine Reifen ganz verloren auf meinem Hinterrad aus und so wirklich vertraue ich der ganzen Sache nicht. Sicherheitshalber nehme ich den alten Reifen noch ein paar hundert Kilometer mit, man weiß ja nie. Zu guter letzt wird auch gleich noch der Ölwechsel erledigt, wenn ich schon mal einen technischen Tag einlege dann auch gleich richtig und wer weiß wann ich wieder die Gelegenheit dazu bekomme.

Am nächsten Vormittag will ich mir einen Tierpark in der Nähe ansehen, dort soll man einige Bären beobachten können. Mein Lonely Planet sagt er ist geöffnet von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr, als ich gegen 10:30 Uhr dort ankomme sagt das Schild am Eingang allerdings etwas ganz anderes. Geöffnet von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr! Schade eigentlich, warten ist  keine Option und noch einmal zurück zu kommen auch nicht, dann fällt die Bärenjagd mit der Kamera eben aus. Auf dem Rückweg nach Hampi besichtige ich noch einige Tempel und am Nachmittag mache ich dann eine lange Wanderung. Wieder viele alte Tempel und Ruinen der alten Hauptstadt des letzten großen Königreiches der Hindus. Ich habe allerdings nach einem Tag genug gesehen, zumindest reicht es mir und ich will weiter nach Süden. Am nächsten Morgen breche also auf nach Mysore, etwa 400 km weiter im Süden.

Besonders spannend ist die Strecke nach Mysore allerdings nicht, bei mir verdient sie eher die Bezeichnung extrem Langweilig. Ich glaube ich habe nicht mal einen Fotostop eingelegt, das will wirklich was heißen. Die einzigen Bilder mache ich an einem Bahnübergang als ich etwa 10 Minuten warten musste. Ich komme also recht zügig voran und bin am frühen Nachmittag in Mysore. Natürlich hatte ich wieder nicht gebucht aber mir vorher einige Hotels im Internet angesehen, irgend etwas werde ich dann schon finden, wie immer eben. Ich steuere das Hotel an das ich mir im Internet ausgesucht hatte. Leider habe ich nicht gleich gebucht denn als ich dort bin ist der Preis gleich mal doppelt so hoch wie vorher im Internet aber dort kann ich jetzt nicht mehr buchen, angeblich ausgebucht, das ich nicht lache. Der Grund für das ganze wird mir schnell klar, erstens ist mal wieder Wochenende und zweitens ist am Montag auch noch Feiertag, das nutzen viele Inder für ein verlängertes Wochenende aus und so steigen die Hotelpreise gleich mal auf das doppelte. Ich war sauer, auch auf mich selber, manchmal klappt es eben doch nicht mit dem Handeln vor Ort. Ein anderes Hotel zu finden war allerdings auch nicht so leicht, wie gesagt, alles viel zu teuer oder ausgebucht und so muss ich halt in den sauren Apfel beißen und den teuren Preis bezahlen. Allerdings hatte ich mit dem Besitzer noch einige heftige Diskussionen. Als erstes ist die Toilettenspülung undicht, das ganze Badezimmer steht unter Wasser wenn man sie betätigt, das WiFi funktioniert nur in der Lobby und nicht wie versprochen überall und jeden morgen um halb 6 ist auf dem Flur ein Geschrei das man aufrecht im Bett steht! Die angebliche Schallisolierung gibt es nicht! Ich bin wirklich sauer und das gebe ich Ihm eindeutig zu verstehen.

Wie auch immer, ich ziehe natürlich gleich am ersten Abend wieder los um mich um zu schauen. Das  Absolute Highlight war der beleuchtete Palast von Mysore. Es sah aus wie im Märchen und das ganze war auch noch völlig kostenlos, das lass ich mir gefallen. Nur am Wochenende und an Feiertagen wird der Palast am Abend für ein paar Stunden so beleuchtet, das lockt natürlich die Besucher an und ich muss sagen mich hat das auch gefesselt, es hatte irgend etwas magisches.

Am nächsten Tag war ich durch das bereits erwähnte Geschrei auf dem Flur sehr früh wach und ich mache mich auf den Rest der Stadt ein wenig zu erkunden. Die Stadt ist eigentlich bekannt für seine Schnitzereien aus Sandelholz, für seine Räucherstäbchen die hier von Frauen in Handarbeit hergestellt werden und für seine Duftöle, auch die werden hier in kleinen Hinterhöfen hergestellt. Außerdem ist es eine der wenigen Städte in denen es legal ist leichte Drogen wie Haschisch oder Marihuana zu konsumieren. Dementsprechend oft werde ich auch angesprochen und ganz offen zu in einen Coffee Shop eingeladen, es ist gar nicht so einfach den Typen zu erklären das ich weder Drogen nehme noch Rauche, das können einige gar nicht glauben oder sie tuen einfach nur so, ich habe keine Ahnung. Das einzige worauf ich mich einlasse ist die Besichtigung einer kleinen Hinterhofwerkstatt in der Räucherstäbchen und Duftöle hergestellt werden, natürlich soll ich auch gleich jede Menge von dem Öl kaufen aber ich kann mich noch herausreden, ich muss sagen sie sind auch nicht so aufdringlich und penetrant wie ich das sonst schon an einigen anderen Orten erleben musste. Am Nachmittag besuchte ich dann den Fruchtmarkt, das war wirklich ein besonderes Erlebnis für mich. Hier gibt es nicht nur alle möglichen Früchte in Hülle und Fülle, nein, Farbpulver, Blumenkränze, Duftöle und Räucherstäbchen und natürlich die Schnitzereien aus Sandelholz, also kurz gesagt so ziemlich alles wofür diese Stadt bekannt ist. Ein Farbenfrohes und lebhaftes Treiben herrscht auf dem Markt, ich verbringe da den ganzen Nachmittag und am Abend schau ich mir noch einmal den beleuchteten Palast an bevor ich nach einer weiteren Diskussion mit meinem Hotelmanager recht früh ins Bett gehe, ich weiß ja das es morgen früh spätestens um 06:00 Uhr wieder ein Geschrei auf dem Flur geben wird das mich aufrecht im Bett stehen lässt. Dieses mal ist mir das allerdings gar nicht so unangenehm denn ich will früh aufbrechen, als nächstes will ich wieder zurück zum Meer, Kochi, eine leine Stadt im Süden ist mein nächstes Ziel. Dank des Geschreis im Hotel bin ich bereits um 07:00 Uhr morgens auf dem Weg, es hat also manchmal auch was gutes.

Ein Gedanke zu „Ab durch die Mitte!

  1. HALLO Tino na ja die wasserfälle waren ja nix da sind die Niagarafälle ein traum war schon dort HÄTTEST doch ein paar chilischoten probieren können die brennen doch zweimal DAS mit dem reifen wäre bei uns nicht möglich wegen der Betriebserlaubnis EINEN Tierpark kannst doch bei uns auch besichtigen JA so schöne Hotels wie bei uns gibt’s nicht überall DER Palast von Mysore ist wirklich der hammer EINEN kleinen Joint hättest doch testen können SCHÖNE bunten Masken gibt’s da auch lebende IN den baumwollhaufen möchte ich einmal reinhüpfen DAS mit dem seitenständer ist schon übel jrgendwie muss man die kiste abstellen RÄUCHERSTÄBSCHEN würde ich gerne bei mir anzüden aber meine frau ist dagegen dann haue ich mir dafür ein glas wein mehr hinein HASTE in der kirche ein stossgebet abgegeben sodas deine reise weiterhin klappt OBST in hülle und fülle das ist doch das ideale nur geschältes und gekochtes ist sauber BIS zum nächsten mal HOCHIII

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