Bereist Länder:  Nepal

Gefahrene km:  31761

Da bin ich also, nach fast genau sieben Monaten auf Tour erreiche bin ich in Nepal! Wieder ein neues Land in dem neue Abenteuer auf mich warten. Der Grenzübertritt war völlig Problemlos. Zuerst die Ausreise aus Indien, Pass dann Carnet de Passage, alles lief sauber und Ordnungsgemäß ab, dann auf nepalesischer Seite das ganze in umgekehrter Reihenfolge. Das Visa gibt es direkt bei der Einreise, je nach dem wie lange man bleiben will kostet das 25, 40 oder 100 Dollar. Ich will mir die größt mögliche Flexibilität bewahren und gönne mir deshalb das 90 Tage Visa für schlappe 100 Dollar. Die Grenzbeamten sind freundlich und Hilfsbereit. Einer der Zöllner geht mir dann sogar alle Anlaufstellen ab die für das Carnet gebraucht werden. Alles in allem dauert die ganze Prozedur mit Aus- und Einreise etwa 3 Stunden, vielleicht etwas weniger. Ich bin also am frühen Nachmittag, so gegen 14:00 Uhr offiziell in Nepal. Erstes Ziel in diesem neuen Land ist Lumbini, der Ort in dem Buddha geboren wurde. Der liegt etwa 50 km vom Grenzübergang entfernt. Eines fällt mir sofort auf, hier geht es wesentlich gesitteter auf den Straßen zu. Die Hupe wird nur dann benutzt wenn es auch Sinn macht und es wird nicht gedrängelt und an den unmöglichsten Stellen Überholt. Nach dem Chaos auf den Straßen von Indien ist das Fahren hier fast so etwas wie eine Erholung. Ich liebe Nepal alleine dafür! Nach etwa einer Stunde bin ich in Lumbini. Ein Hotel ist schnell gefunden und ich begebe mich wie immer sofort nach dem das Gepäck abgeladen wurde auf einen ersten Erkundungsausflug. Groß ist das Örtchen nicht gerade und es besteht zu 80% aus Hotels und Guest Häusern von völlig unterschiedlicher Qualität.

Das eigentliche Zentrum von Lumbini ist eine weitläufige Parkanlage in der fast jedes buddhistische Land einen Tempel errichtet hat. Es gibt hier unter anderem auch einen deutschen Tempel aber auch die Franzosen und einige andere westliche Länder unterhalten hier einen Tempel. Man kann den ganzen Tag hier verbringen und sich in aller Ruhe die Tempel ansehen. Das ist übrigens alles völlig kostenlos, nur der eigentliche Geburtsort von Buddha kostet eine Gebühr. Während meines Besuches fand übrigens gerade das so genannte Fest der 10 Millionen Lichter statt. Dabei werden abends im Park und in jedem Tempel innerhalb von einer Woche insgesamt 10 Millionen Teelichter angezündet. Diese Informationen habe ich übrigens von meinem neuen Bekannten Klaus, er war mit seiner Frau auch gerade zu Besuch in Lumbini. Hier gab es auch das wahrscheinlich letzte Wiedersehen mit Hubert, er wird von hier aus nach Pokhara fahren und ich will mir erst noch den Chitwan Nationalpark ansehen. Dort sind Theresa und Alex, die beiden Biker aus Italien, gerade in einem Ökopark als freiwillige Helfer aktiv.

Auf dem Weg dorthin begegnen mir die ersten jugendlichen mit völlig farbbeschmierten Gesichtern. Als ich kurz anhalte um davon ein Foto zu schießen bekomme auch ich erst einmal eine kräftige Portion Farbe ins Gesicht. Das ist nur ein Vorbote für das was morgen im ganzen Land stattfindet, dann feiern die Nepali genau wie die Inder das „Holi“ Fest. Ich glaube damit wird der Frühlingsbeginn gefeiert. Heute feiern wohl nur die jugendlichen und die Kinder aber mit Farbe beschmiert wird jeder der gerade in der Nähe ist, so kommt es mir jedenfalls vor. Was soll`s, ich mach ja jeden Spaß mit und lasse mir halt auch das Gesicht ein wenig einfärben. Kurz  vor meinem eigentlichen Ziel, dem Ökopark, erregt allerdings noch eine kleine Feier meine Aufmerksamkeit. Wieder will ich nur schnell ein paar Fotos machen und in Erfahrung bringen was hier eigentlich gefeiert wird, da werde ich schon von einer etwas älteren Dame direkt auf die kleine Tanzfläche gezerrt. Eine kleine Tanzeinlage zu volkstümlicher Musik kann ja auch nicht schaden. Hier wurde übrigens der Geburtstag eines etwas älteren Herren gefeiert. Als ich dann am frühen Nachmittag im Park ankomme werde herzlich aufgenommen. Eine einfache Hütte die ich mir mit einem jungen Amerikaner teile und für etwa 5 Euro pro Tag gibt es auch noch zwei  warme Mahlzeiten, Reis und Gemüse aber davon reichlich.

Am nächsten Tag wurde ausgelassen gefeiert, das Gelände des Parks ist wohl so etwas wie ein Anlaufpunkt für alle die das Holi Fest feiern wollen. Gegen 11:00Uhr ging es los, ich glaub die Leute aus allen umliegenden Dörfern sind hier im Laufe des Tages erschienen. Auch wir hatten alle unseren Spaß dabei. Jeder kann jeden mit Farbe beschmieren, es wird ausgelassen gefeiert. Gegen 16:00 Uhr war die Party dann vorbei, es kamen zwar zwei mal ein paar betrunkene junge Männer die unbedingt noch ihre Farbe los werden wollten aber bei uns allen war die Partystimmung vorüber. Bishnu, der Chef des Parks hat sich dann noch einmal geopfert und sich noch einmal beschmieren lassen. Alles in allem eine sehr lustige und ausgelassene Party die hier auf dem Land auch nicht so übertrieben wird wie in den größeren Städten.

Der eigentliche Grund meines Besuches in dem Nationalpark war allerdings ein anderer, ich wollte auf dem Rücken eines Elefanten durch den Park reiten und dabei ein paar Panzernashörner beobachten. Dafür ist dieser Park besonders bekannt und mit dem Elefant kommt man auch besonders nahe an diese Tiere heran. Am nächsten Morgen um 07:30 Uhr ging es also los. Zuerst musste ich mal mit meiner Honda in ein Luxushotel fahren, die organisieren diese Elefantensafaris. Das Hotel ist ein wahres Paradies mitten im Dschungel. Alleine die kleine Führung die ich bekommen habe hat mich fast umgehauen. Hier bleibt kein Wunsch offen aber bei 500 Dollar pro Nacht kann man wohl einiges erwarten. Bevor ich mich auf den Rücken des grauen Riesen schwinge bekomme ich noch den besten Kaffee serviert den ich seit Beginn meiner Reise getrunken habe, der war auch noch umsonst. Dann ging es mit dem Jeep zum Eingang des Parks. Hier wartet schon ein grauer Riese mit zwei Betreuern auf mich. Über eine Rampe gelange ich auf den Rücken des Elefanten und ich habe das Glück ganz alleine in dem riesigen Korb zu sitzen. Zu jedem Elefant gehören zwei Mann „Besatzung“, einer ist der Reiter der andere steht hinten und hält nach den Tieren Ausschau. Langsam setzen wir uns in Bewegung, als erstes geht es durch den Regenwald. Hier gibt es etliche Rehe und prächtige Pfauen zu sehen. Auch die Pflanzenwelt ist ein wahre Freude, riesige Farne und moosbedeckte Bäume, meinem Fotoapparat wird keine Pause gegönnt. Direkt im Anschluss an den Regenwald geht es hinaus in das von hohem Gras bedeckte Fußlandschaft und hier sehe ich sie dann auch zum ersten mal, riesige Panzernashörner. Das sind wirklich beeindruckende Tiere und mit dem Elefant können wir bis auf etwa 5 Meter an diese Tiere heran kommen. Zu Fuß oder mit dem Jeep ist das so nicht nur fast unmöglich sondern auch extrem gefährlich, Nashörner können sehr schnell sein und ich habe gelesen das sie auch oft recht angriffslustig sind. Auf dem Rücken des Elefanten fühle ich mich allerdings extrem sicher, der ist immerhin noch einmal etwas größer als so ein Nashorn. Am Ende habe ich dann insgesamt fünf von diesen Tieren gesehen und noch jede Menge Rehe und sogar einige Wildschweine. Es war wieder einmal ein Erlebnis der besonderen Art das ich nur weiter Empfehlen kann. Als krönenden Abschluss habe ich in dem Hotel noch einen dieser extrem leckeren Kaffes getrunken bevor ich wieder zurück zum Ökopark gefahren bin. Am Nachmittag haben wir noch eine kleine Wanderung zum Fluß gemacht und ein wenig gebadet.

Am nächsten Tag hieß es dann für Theresa, Alex und mich Abschied nehmen vom kleinen Paradies. Wir fahren in das etwa 150 km entfernte Pokhara. Hier wollen wir eine kleine Trekking Tour zum Annapurna Base Camp machen. Wir fahren gemütlich bei bestem Wetter durch die herrliche Landschaft und finden sogar eine kleine Stelle die ideal für eine etwas längere Rast geeignet ist. Ein kleiner Wasserfall etwas abseits der Hauptstraße, hier wird ausgiebig Rast gemacht und noch einmal Kraft getankt bevor wir dann die letzten Kilometer unter die Räder nehmen. Am frühen Nachmittag erreichen wir dann die Stadt am See und finden auch relativ schnell eine gute und günstige Unterkunft. Der eigentliche Plan war mal wieder ein paar Tage im Zelt zu schlafen aber der Campingplatz war erstens sehr weit weg vom See und sollte dann auch noch etwa 2,00 Euro pro Person kosten. Dabei gab es da nicht einmal eine Toilette. Für 3,50 Euro bekommt man hier schon ein gutes Zimmer mit eigenem Bad, Camping wird erst einmal verschoben. Die nächsten zwei Tage verbringen wir damit unsere kleine Trekking Tour vorzubereiten. Dafür müssen wir uns einiges an Ausrüstung besorgen und auch eine offizielle Genehmigung beim Touristenbüro einholen. Diese kostet stolze 40 Dollar. Zum Glück kann man hier alles was man für so eine Tour braucht Mieten und muss nicht alles kaufen. Was wir dann alles auf unsere kleinen Bergwanderung erlebt haben gibt es im nächsten Bericht. Es war auf jeden Fall nicht langweilig!

3 Gedanken zu „Im Land der Achttausender

  1. HALLO Tino sei gegrüsst AUF einer grossen reise bemerkt man erst das es grenzen gibt bei uns in Europa ist das aus alles herrlich frei DAS man sich da die tempel umsonst anschauen kann ist bei uns unmöglich HASTE dir nicht die finger verbrand bei den 10 Millionen kerzen HOFFENTLICH waren das lauter schminkfarben die sie dir ins gesicht geschmiert haben ALLERGIE HÄTTEST doch noch ein bar tage in dem 500 Dollar Hotel bleiben können wenn der Kaffee so gut war DEN besten Kaffee habe ich bisher in Dubai im 7 Sterne Hotel ( SEGEL ) getrunken mit kuchen ABER 100 EURO bezahlt UFF dann noch ein genuss in abu dabi im emerit Palast 1 Kaffee 75 euro jetzt bin ich arm !!!???? DAS elefantenreiten war doch sicher toll da hat es doch recht geschuckelt DOCH um den anplick der Nashörner da beneide ich dich BEI der unterkunftsuche hattes ja glück für 3.50 bekommt mann bei uns nicht einmal eine Hundehütte VIELE GRÜSSE UND ALLES GUTE HOCHIII PS: super bilder

  2. Lieber Tino,
    habe alle deine Berichte gelesen und ich muss schon sagen, die sind wirklich interessant und sehr lebendig geschrieben. Ich bin auch erstaunt, wie du das schaffst, das alles so prima zu organisieren. Dankeschön und weiter so …
    und natürlich immer ‚Gute Fahrt‘. Hanns

    • Hallo Hanns,
      vielen dank dafür. Ja, das ist nicht immer einfach, besonders wenn ich wirklich fast jeden Tag fahre, dann schaffe ich es meist gerade noch die Bilder des tages zu sichten und mein Tagebuch zu schreiben. Aber wenn ich dann mal ein oder zwei Tage irgendwo bleibe wird sofort am nächsten Reisebericht geschrieben.
      Viele grüße nach Italien,
      Tino!

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