Bereist Länder:  Nepal

Gefahrene km:  32874

 

Mein letzter Reisebericht liegt nun schon etwas länger zurück, seit dem war ich eigentlich ständig unterwegs, fast jeden Tag auf Straße, da kommt man einfach zu nichts mehr. Nach dem verheerenden Erdbeben bei dem so viele Menschen ums Leben gekommen sind habe ich eine Zeit lang überlegt ob ich überhaupt noch einen Bericht über meine Reise in Nepal schreiben soll. Letztendlich hab ich mich dann doch dazu entschieden, jeder soll wissen wie toll dieses Land ist und wie herzlich und freundlich die Menschen hier sind. Vielleicht kann ich dadurch auch ein wenig Helfen.

Wer in Nepal ist muss eigentlich eine Trekking Tour machen, daran führt normalerweise kein Weg vorbei. Es gibt mehrere Möglichkeiten wie man sich durch die Berge des Himalayas bewegen kann.

Möglichkeit 1, man geht in ein Reisebüro und bucht das komplett Rundum Sorglos Paket für viel Geld, bekommt dafür einen Guide der sagt wo man lang muss, einen Träger der einem das ganze Gepäck den Berg rauf und runter schleppt und ich glaube sogar die Unterkünfte sind da schon mit bezahlt.

Möglichkeit 2, man kauft sich eine Karte, besorgt sich alles was man braucht und zieht auf eigene Faust los.

Für welche haben wir uns wohl entschieden?

Teresa, Alex und ich sind in Pokhara angekommen, ein nettes Hotel am Nordteil des See`s war schnell gefunden. Am nächsten Tag besorgen wir uns erst mal die nötigen Genehmigungen die man braucht um hier in durch die Berge zu wandern. Die bekommt man für etwa 35 Euro im Touristenbüro. Alles was man an Ausrüstung braucht kann man sich hier besorgen. Wir mieten uns ein paar Rucksäcke und ich leiste mir sogar neue Trekking Schuhe, die wollte ich wirklich nicht mieten. Unser Ziel ist das Annapurna Base Camp, etwa 10 bis 12 Tage haben wir dafür eingeplant. Der Annapurna I ist übrigens mit 8091 Meter der zehnthöchste Berg der Welt und der erste erfolgreich bestiegene achttausender der Welt. Ein paar Tipps holten wir uns dann noch von verschiedenen Reisebüros. Wir bekommen auch noch Verstärkung für unsere kleine Wanderung, Valerio, ein weiterer Italiener der eigentlich in den Alpen zu Hause ist gesellt sich zu uns. Er hat viel Erfahrung was Bergwandern und klettern angeht, er war selbst in den Bergen von Südamerika bereits unterwegs. Jetzt kann ja gar nichts mehr schief gehen. Wir packen alles was brauchen in die Rucksäcke, der Rest des Gepäcks und die Motorräder können wir im Hotel lassen.

Um 06:00 Uhr morgens geht es los. Die erste Etappe vom Hotel bis zum Busbahnhof von Pokhara ist etwa 6 km lang, schon dabei tuen mir Rücken und Schultern weh, ich bin das Laufen mit schweren Rucksack wohl einfach nicht mehr gewohnt. Alex und Teresa geht es allerdings genau so, nur Valerio hat damit keine Probleme. Mit dem Bus geht dann Phedi, von dort aus starten wir dann unsere Tour. Es geht gleich richtig gut los, die ersten Kilometer immer steil den Berg hinauf. Die Sonne brennt auch ziemlich unbarmherzig, nach etwa 12 Kilometern machen wir dann Rast an einem Guest House, die ungewohnte Last auf dem Rücken und den Schultern und die vielen Steintreppen sorgen für einige Schmerzen und wir beschließen für Heute Feierabend zu machen. Zur Stärkung gibt es erst einmal Dal Baht, das typische Reisgericht in Nepal, sehr beliebt bei allen Wanderern weil die Portionen groß sind und der Nachschlag im Preis mit drin ist. Auf so einer Tour braucht man schon einiges an Energie. Am nächsten Morgen geht es dann weiter, irgendwie scheint der Rucksack leichter zu sein als gestern noch. Wir bewegen uns durch eine Atemberaubende Landschaft, je weiter wir in Richtung Base Camp vordringen desto schöner wird es. Die Vielen Treppen sind zwar ganz schön anstrengend und mir schmerzen die Knie aber der Anblick der uns geboten wird entschädigt für sehr vieles. Meistens laufen wir bis ca 14:00 Uhr, danach beginnt es eigentlich täglich zu regnen, bis dahin haben wir dann immer so zwischen 8 und 15 km geschafft, je nach dem wie anspruchsvoll die jeweilige Tagesetappe ist und wie viele Treppen wir rauf und runter gelaufen sind, die sind irgendwie das schlimmste an der ganzen Tour. Gouest Häuser gibt es eigentlich genügend, der Preis für eine Übernachtung ist etwa 1 Euro, das Geld wird mit dem Essen verdient. Wenn man bedenkt das alles was hier oben verkauft wird von den Trägern in Körben hier hoch geschleppt wird ist der Preis von etwa 5 Euro für ein Dal Baht angemessen finde ich. Es ist schon unglaublich welche Lasten die den Berg rauf schleppen. Mir reicht ein Rucksack völlig aus, die meisten von denen tragen gleich drei auf einmal, alle zu einem Paket zusammen geschnürt.

Nach genau 7 Tagen erreichen wir dann das auf 4130 Metern gelegene Base Camp des Annapurna. Die letzte Etappe war genau 11,5 km lang, bei dieser Höhe ist das ganz schön anstrengend, die letzten 10 km ging es dann durch den Schnee. Wir kommen gerade noch rechtzeitig an, hier beginnt es jeden Nachmittag gegen 14:00 Uhr zu schneien. Es ist gemütlich im Speisesaal des Guest Hauses, dort versammeln sich alle Gäste wenn es draußen zu kalt wird. Hier wird gegessen, heißer Tee getrunken und man Unterhält sich. Es ist gemütlich und gesellig. Spätesten um 21:00 Uhr ist allerdings Feierabend, jeder verkriecht sich dann in seinem dicken Schlafsack in den kleinen Zimmern. Das Ziel von eigentlich jedem der hier oben übernachtet ist der Anblick des Sonnenaufgangs am Morgen. Dafür muss man früh aufstehen und es ist bitterlich kalt aber der Anblick entschädigt für alles. Wer noch früher aufsteht und der Kälte trotzt kann einen unglaublich schönen Sternenhimmel betrachten, dafür lohnt es sich mal aus dem mollig warmen Schlafsack zu kriechen und raus in die Kälte zu laufen. Wir bleiben noch einen kompletten Tag hier oben, beobachten ein paar Typen beim Heliskiing, genießen einfach einen herrlichen Tag in der Sonne, jedenfalls so lange bis es am Nachmittag pünktlich um 14:00 Uhr wieder zu schneien beginnt. Am nächsten Tag beginnt dann der Abstieg, wir sind nun etwas schneller unterwegs, wir haben ja schon alles einmal gesehen. Einen Tag Pause machen wir allerdings noch, wir genießen die heißen Quellen von Jinuh, das haben wir uns verdient. Danach trennen sich unsere Wege, Teresa und Alex gehen zurück nach Pokhara, Valerio und ich machen noch einen Abstecher zum Poon Hill, das dauert noch mal 3 Tage länger aber es lohnt sich! Wir bekommen sogar eine kleine Volkstanzshow von den Frauen aus dem Dorf geboten. Das sind wirklich keine Profis und es gab auch ein oder zwei kleine Pannen aber genau das hat mir besonders gut gefallen, es ist eben nicht alles perfekt. Den Rest des Abends verbrachten wir dann gemütlich in unserem Guest House am Ofen.

Jeder der die Strapazen auf sich nimmt hier hoch zu laufen hat eigentlich nur ein Ziel, den Sonnenaufgang über dem Himalaya zu erleben. Dafür muss man natürlich wieder sehr früh aufstehen und dann die letzten Kilometer von der Unterkunft bis auf den Berg laufen. Das erste mal wurde ich etwa gegen 02:00 Uhr wach, heftiger Regen Prasselte auf das Blechdach unserer Unterkunft, als dann um 05:00 Uhr der Wecker klingelt und es immer noch regnet beschließen wir einfach noch eine Stunde länger zu schlafen und hoffen das es dann aufhört zu regnen. Schließlich laufen wir dann zwei Stunden später los als eigentlich geplant war, die meisten sind schon wieder auf dem Rückweg, vom Sonnenaufgang haben sie allerdings nicht viel gesehen, der Himmel war zu bedeckt. Wir hatten dann den Berg fast für uns alleine und die Wolken waren auch fast verschwunden, wieder mal alles richtig gemacht denke ich. Danach ging es dann zurück in Richtung Pokahra, der Abstieg hat es allerdings noch einmal in sich, die Strecke führt über etwa 3000 Stufen auf etwas mehr als 2 km Länge. Gefühlt waren es dann über 6000 stufen auf der gesamten Trekking Tour! Mit dem Jeep geht es dann das letzte Stück bis zur Busstation. Eigentlich wollten wir dahin laufen aber gerade als wir an dem Parkplatz vorbei laufen wo die Jeeps stehen fängt es wieder an zu regnen, also wird kurzer Hand Um geplant und ich bin wirklich froh darüber. Das letzte Stück bis zur Busstation ist wirklich nicht besonders schön zum  Wandern. Um 17:00 Uhr bin ich dann wieder im Hotel in Pokhara, zum Abschluss unserer kleinen Tour treffen wir uns noch einmal zu einem gemeinsamen Abendessen, das waren mal zwei Wochen ohne Motorrad dafür aber in einer Atemberaubenden Berglandschaft!

In den nächsten drei Tagen besuche ich das Gurka Museum in Pokhara, genau an dem Tag fand auch so etwas wie ein Veteranentreffen statt, jede Menge Ex Soldaten dieser Elite Einheit die im Dienst der Briten stehen waren mit ihren Angehörigen zur selben Zeit dort. Danach gönnte ich mir auch noch eine Paragliding Flug über den See, das war auch ein herrliches Erlebnis, hoch über dem See zu schweben, da bekommt man gleich eine ganz andere Sicht auf die Berge und den See geboten.

Schließlich treffen wir uns auch noch mit Brain und Jenny aus England, beide sind über 60 Jahre alt aber das hält sie nicht davon ab mit dem Motorrad um die Welt zu fahren, ein klasse Paar, sie werden mit uns durch Myanmar fahren. Am letzten Abend den ich in Pokhara verbringe erwischt mich noch mal ein heftiges Unwetter, ich war gerade auf dem Weg in die Stadt als es plötzlich stockdunkel wurde und heftiger Regen und Wind einsetzten. Es regnete so stark das die Straße komplett überflutet war, da blieben selbst die Autos stehen. Kurz aber heftig kann man sagen.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Kathmandu, hier muss ich die Visa für Indien und Myanmar besorgen und vielleicht auch gleich noch eins für Thailand.

Wie gesagt, ich habe sehr viele nette und hilfsbereite Menschen in Nepal kennen gelernt, ich war geschockt als ich von der Katastrophe gehört habe. Und für mich war es auch keine Frage, natürlich war ich sofort bereit  zu Helfen.

Ein Gedanke zu „Zu Fuß zum Annapurna!

  1. HALLO Tino sei gegrüsst hier ist wieder der HOCHIII bist doch eigentlich mit dem Motorrad unterwegs und nicht zu fuss im berg da lassen die blassen an den füssen grüssen und die lunge pfeift A C DC War auch schon einigemal höher oben ca 3000 die meter haben mich geschafft muss nicht mehr sein HUT ab einen Paragliding flug würde ich mir nicht zumuten ANGST bist halt ein echter deutscher MANN ALLES gute und viele grüsse von den unbekannten HOCHIII

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