Bereist Länder:  Thailand

Gefahrene km:   38158

 

Es ist also so weit, am 02.05.2015 gegen 14:00Uhr erreichen wir die Grenze zu Thailand. Die Einreise dauert etwa 30 Minuten dann ist alles erledigt. Wir machen uns mit nach Tak, eine kleine Stadt etwa 50 km hinter der Grenze. Dort wollen wir die erste Nacht verbringen. Wir, das sind noch Brian und Jenny, Alex und Teresa, Oliver, Valerio und ich. Die beiden Spanier ziehen mit Ihrem LKW weiter in Richtung Laos, Manuel will so schnell wie möglich nach Kambodscha und keine Ahnung wo Thomas abgeblieben ist. Hier wird wieder links gefahren, nichts Neues für uns. Mir fällt sofort der sehr gute Zustand der Straßen auf und es liegt kein Müll mehr herum, wieder eine komplett andere Welt nach einem kleinen Grenzübertritt. Es ist schon unglaublich wie sehr sich alles Verändert. In Tak ist schnell ein kleines aber gar nicht so günstiges Hotel gefunden wo wir einchecken. Ich mache mich mit Valerio auf die Suche nach einem Geldautomaten der uns die lästige Gebühr von 180 Bath erlässt. Das sind je nach Tageskurs zwischen 4 und 5 Euro! Wir haben etwa 10 verschiedene Banken getestet, es war immer das gleiche. Uns blieb also nichts anders übrig als Zähneknirschend dieser Gebühr zuzustimmen. So ganz nebenbei sehe und betrete ich dabei das erste mal seit über 6 Monaten wieder ein richtiges Einkaufscenter. Was es hier nicht wieder alles gibt! Als wir dann nach einem kleinen Imbiss zurück zum Hotel kommen steht Thomas an der Rezeption und checkt gerade ein, also doch noch einmal alle zusammen.

Am nächsten Morgen trennen sich erst mal unsere Wege. Ich habe mich entschieden so schnell wie möglich nach Bangkok zu fahren. Meine Honda braucht dringend einen großen Service und ein paar neue Reifen. Beides kann ich in Bangkok finden. Valerio will erst in den Norden von Thailand, dann nach Laos und Kambodscha und dann weiter nach Bangkok, Brian und Jenny machen sich auch heute auf den Weg nach Bangkok, Alex, Teresa und Thomas bleiben noch einen Tag in Tak und wollen dann wahrscheinlich auch nach Bangkok, sie wissen es aber noch nicht genau. Ich mache mich mit Oliver auf den Weg in die Hauptstadt Thailands. Wir übernachten noch einmal etwa 130 km vor unserem Ziel. Irgendwie habe ich mir allerdings etwas eingefangen. Ich schlafe extrem schlecht, bekomme heftigen Durchfall und schwitze unglaublich viel. Die Fahrt bis zum Hostel ist die reinste Qual für mich. Hier in Bangkok darf man mit dem Motorrad nicht den Highway benutzen, ich bin heilfroh das ich heute nicht auch noch navigieren muss, das übernimmt Oliver, ich folge einfach nur in der Mittagshitze durch die Stadt. Als wir endlich ankommen schaffe ich es nicht mal mehr mein Motorrad alleine abzustellen, selbst dafür brauche ich Hilfe. Unglaublich, ich bin völlig fertig, dabei habe ich über drei Liter Wasser getrunken seit heute Morgen. Schnell Einchecken, das Gepäck auf´s Zimmer, kalt duschen und dann ein paar Stunden unter der Klimaanlage schlafen, danach geht es mir wieder besser. Ich mache mich mit Oliver und zwei seiner Freunde auf und erkunde erst mal die nähere Umgebung. Nur mal so nebenbei, nein, wir sind nicht in der Khaosan Road abgestiegen, wir sind eigentlich komplett am anderen Ende der Stadt.

Bangkok ist eine unglaublich Stadt, eine riesige Metropole die fast alles zu bieten hat. Ich genieße die Zeit die ich hier verbringe. Mit dem Skytrain durch die Stadt und dann zu Fuß die Sehenswürdigkeiten abklappern. Diverse Tempel und Buddha Statuen, den „Golden Rock“ und die Khaosan Road und den Flooty Market, alles wird nach und nach besichtigt, herrlich auch wenn es unglaublich heiß ist. Aber natürlich habe ich den Grund für meinen Besuch hier nicht vergessen, meine Honda bekommt einen Rundumservice spendiert. Neue Reifen und ein neues Lenkkopflager, Ölwechsel, Zündung einstellen, Koffer reparieren und für meinen „Eisenarsch“ lasse ich die Sitzbank ein wenig bequemer polstern. Alles in allem ein recht teurer Spaß aber nach den Strapazen der letzten Monate hat sich das meine kleine treue Maschine mehr als verdient. Hier ist auch plötzlich wieder alles verfügbar, das Ersatzteilproblem der letzten Monate ist mit einem mal Geschichte. Vorbei die Zeit in der ich mit einem zu kleinen Hinterreifen durch die Gegend fahren muss aber der hat auch tatsächlich gut durchgehakten, Respekt!

Inzwischen sind auch die Italiener in Bangkok angekommen, alle bis auf Valerio, der erkundet den Norden von Thailand zuerst. Wir feiern ein kleines Wiedersehen im Appartement von Brian und Jenny. Ein paar Tage lang genieße ich auch das Nachtleben von Bangkok mit seinen GoGo Bars und Discotheken in denen man bis in die Morgenstunden feiern kann. Allerdings geht das auch kräftig auf die eh schon ein wenig angespannte Reisekasse. Das Problem, nach Mitternacht bekommt man im Supermarkt kein Bier mehr und wer dann noch nicht genug hat muss auf das teure Bier in den Bars und Kneipen umsteigen, naja, Mann gönnt sich ja sonst nichts!

Nach zwei Wochen verlasse ich dann Bangkok in Richtung Süden. Ich will nach Koh Samui, dort findet in einer Woche ein Motorradtreffen statt, da will ich hin. Ich verlasse Bangkok am Sonntag da sind die sonst so Vollgestopften Straßen fast leer. Allerding mache ich auch meine erste Bekanntschaft mit der korrupten thailändischen Polizei. Ich suche mir gerade einen Weg aus der Stadt raus ohne den Highway, passiere einen auf der linken Spur geparkten LKW und keine 30 Meter dahinter werde ich gestoppt! Mit dem Motorrad darf nur auf der linken Spur fahren, ein wirklich gut gewählter Platz um Geld zu machen! Wir diskutieren ein wenig heftig und aus den 400 Bath (etwa 10 Euro) werden am Ende noch 100 Bath (etwa 2,50 Euro) Es lohnt sich also immer ein wenig mit den Staatsdiener zu streiten. Schließlich finde ich endlich den richtigen Weg raus aus der Stadt und ohne Highway zu benutzen und es geht es zügig in Richtung Süden, vorbei an den Salzfeldern von Songkhram immer den Highway Nummer 4 runter. Jetzt darf ich ihn auch wieder benutzen.

Der erste Stopp ist in Cha Am geplant, ein kleiner Badeort direkt am Golf von Thailand gelegen. Als ich dort ankomme sieht der Himmel bedrohlich dunkel aus und es weht ein kräftiger Wind. Da die letzten Wochen mit der Fahrt durch Myanmar und dem Aufenthalt in Bangkok mein schmales Reisebudget ganz schön strapaziert haben wird es mal wieder Zeit ein paar Tage im Zelt zu schlafen,fragt sich nur wo. Ich fahre kreuz und quer durch die kleine Stadt und frage mich ein wenig durch. Als der Regen etwas heftiger stoppe ich in der Nähe einer Strandbar und suche erst mal unter dem Dach Schutz in einem der Liegestühle. Auch hier muss ich natürlich Fragen ob sie nicht einen Platz kennen wo ich mein Zelt aufstellen kann. Als Antwort bekomme ich zu meiner Verwunderung nur ein „OK, OK“ zu hören. Ich kann es gar nicht glauben und Frage noch mal nach aber die Dame meint es tatsächlich so, ich kann mein Zelt direkt am Strand unter ihrem Dach aufstellen, bis zum Meer sind es keine 10 Meter und ein Tempel ist 100 Meter in die andere Richtung, das ist wichtig denn da gibt es immer Toiletten und man kann sich kostenlos duschen. Zwar nur kalt und mit einer kleinen Schüssel mit der man das Wasser aus einem Eimer schöpft aber da bin ich schlimmeres gewohnt. Ich bin glücklich über meinen Schlafplatz und erkunde noch am Abend die kleine Stadt.Es gefällt mir so gut das ich beschließe noch einen Tag hier zu bleiben und mir das Städtchen ein wenig genauer anzusehen.

Natürlich nur wenn ich mein Zelt noch einen Tag länger hier stehen lassen kann, das war allerdings kein Problem. Am nächsten Morgen treibt mich die Sonne bereits um 06:00 Uhr aus dem Zelt! Es ist zwar ein herrlicher Anblick wie sie über dem Meer aufgeht das sie dabei allerdings mein Zelt innerhalb weniger Minuten in einen Backofen verwandelt in dem über 40 Grad zu dieser frühen Stunde herrschen finde ich dann nicht ganz so toll. Naja, nehme ich halt erst mal ein Bad, eine Abkühlung bringt das allerdings auch nicht denn das Wasser hat eine Temperatur die eher an eine Badewanne erinnert. Ich versuche dann noch ein paar Minuten in einem der Liegestühle zu dösen bevor ich mir meine Kamera schnappe und den kleinen Ort noch mal genauer unter die Lupe nehme. Als erstes geht es noch mal in die Stadt, ein paar kleine Geschäfte, Bars und Restaurants, und etliche Hotels und Guest Häuser, alles in allem sehr schön und beschaulich. Der ganze Strand ist vollgestellt mit Liegestühlen alletrdings ist im Moment absolute Nebensaison, nur sehr selten sind diese auch besetzt. Schnell habe ich mir vom Tourizentzrum ein Bild gemacht und laufe in der Mittagshitze zum etwa 4 km entfernten Fischereihafen. Ich beobachte ein paar Fischer die ihre Boote entladen, schau mir die Fische, Garnelen, Krabben und Tintenfische an die hier in den verschieden Geschäften angeboten werden, viele davon noch nie zu vor gesehen. Als ich eine Fischerhütte fotografieren will werde ich sofort herein gerufen und zum Muschelessen eingeladen. Obwohl sie kein englisch sprechen und ich kein Thai klappt die Verständigung mit Händen und Füßen prima. Am späten Nachmittag ziehen dann wieder recht dunkle Wolken auf und ich warte den kleinen Schauer lieber in der Nähe meines Zeltes ab. Am Abend drehe ich dann nochmal eine kleine Abschiedsrunde durch Cha Am.

Am nächsten Morgen um 06:00 Uhr treibt mich die Sonne wieder aus meinem Zelt ins Wasser! Nach der kleinen „Erfrischung“ die eigentlich keine war döse ich noch etwa eine Stunde unter dem Sonnendach bevor ich dann meinen Krempel zusammen packe und auf mein Moped schnalle. Es geht immer weiter in Richtung Süden, allerdings verlasse ich den Highway Number 4 und fahre so nahe wie ich kann an der Küste entlang. Einmal sind es wirklich kleine Nebenstraßen die dann im Nirgendwo enden und einmal finde ich die schönsten Strände die ich jemals gesehen habe. Ich bin von diesem Paradies wirklich fasziniert und als nach gerade mal 60 Kilometern ein Schild mit der Aufschrift „Camping Place“ sehe bin ich natürlich neugierig und sehe mir das ganze mal an. Ich bin im „Khao Sam Rio Yot“ Nationalpark! Ein kleines Paradies direkt am Meer mit ein paar Höhlen, Wanderwegen durch die Mangroven und ein paar richtig schönen Aussichtspunkten. Sobald das Zelt steht geht es auf Besichtigungstour, Höhle, Wanderweg und sogar eine Bootsfahrt durch die Kanäle gönne ich mir und genieße am Ende noch einmal ein herrliches Panorama von einem der Aussichtspunkte. Alles in allem ein herrlicher Tag bei dem ich viel erleben durfte und zufrieden in meinem Zelt einschlafe. Am nächsten Morgen kann ich auch etwas länger liegen bleiben, dieses mal steht mein Zelt im Schatten der Bäume.

Der nächste Tag ist nicht weniger Aufregend, es geht immer auf der Küstenstraße weiter. Ich muss öfter anhalten, ein paar Minuten Pause machen und meine Kamera rausholen, ich finde es einfach schön hier. Der Weg birgt allerdings auch ein paar Gefahren die ich meistern muss. Ich hoffe auf den Bildern wird das ein wenig deutlich! Leider verpasse ich es mich um einen geeigneten Campingplatz zu kümmern. Als es plötzlich dunkel wird bin ich immer noch auf der Küstenstraße unterwegs, das ist in der Dunkelheit allerdings keine gute Idee. Ich wechsle so schnell ich kann auf den Highway und fahre noch bis nach Surat Thani. Über 570 km waren das an diesem Tag, ich bin ziemlich fertig und buche das günstigste Hostel der Stadt. Eine ausgiebige Dusche und ein kleines Bier, das war es dann für diesen Tag. Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück noch einmal 80 km weiter bis nach Don Sak, von hier aus nehme ich dann die Fähe nach Koh Samui. Davon dann mehr im nächsten Bericht.

2 Gedanken zu „Willkommen im Paradies!

  1. Hallo Tino,
    Ich finde es faszinierend,von deinen Erlebnissen zu lesen.Da kommt bei mir Fernweh auf.Ich wünsche dir weiterhin viel Glück, keine Pannen und bleibe gesund.
    Renate

    • Vielen Dank Renate. Ja, das ist das wichtigste, Pannen sind nicht schlimm, da findet sich immer eine Lösung, Hauptsache Gesund! Viele Grüße in die Heimat!

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