Bereist Länder:  Thailand

Gefahrene km:   39243

 

Die Überfahrt dauert etwa 90 Minuten, ich bin fasziniert von der Inselwelt die sich vor mir auftut. Gegen 12:30 Uhr legt die Fähre dann in Nathon an und ich fahre erst mal in Richtung Bophut, dort haben Brian und Jenny in den Bergen ein Appartement gemietet. Die Wiedersehensfreude ist groß und ich muss sagen nicht schlecht was die beiden sich da ausgesucht haben. Super Appartement, toller Swimmingpool und ein unbeschreiblich schöner Ausblick über den Strand und auf die Nachbarinsel Koh Phangan, leider liegt das nicht ganz in meiner Preisklasse aber was noch viel schlimmer ist, Camping ist auf der gesamten Insel verboten, das entfällt also auch.Ich suche mir wie immer die günstigste Unterkunft die meine Hotelapp finden kann und schau da mal vorbei. Ein kleiner Tipp für alle die ein wenig Geld sparen wollen, nicht buchen, nur anschauen und hinfahren. Dann gibt es zumindest in der Nebensaison noch einmal ein paar Bath Rabatt. So lande ich dann am späten Nachmittag in Tam`s Guesthouse in Chaweng Beach und werde sofort von einem Typen mit langen blonden Haaren und österreichischem Akzent begrüßt.

Wie sich herausstellt ist das Albin, der Mann von Tam und der eigentliche Besitzer des Guest Houses. Ich parke hinten im Hof und dort fällt mir eine abgestellte African Twin auf, was für ein tolles Bike. Ich fühle mich sofort richtig wohl, das Zimmer mit 6 Betten und Klimaanlage ist neu eingerichtet, sauber und die Matratzen sind super bequem und das Ganze zu einem unschlagbar günstigen Preis hier muss ich einfach ein paar Tage länger bleiben und so buche ich zum allerersten mal seit ich unterwegs bin gleich am ersten Tag eine ganze Woche! Das hat es vorher noch nie gegeben sondern ich habe meist immer nur ein oder zwei Tage gebucht und dann verlängert, wie gesagt, es ist Nebensaison da geht so etwas. Auch hier sollte es nicht nur bei einer Woche bleiben. Gleich am ersten Abend lerne ich dann auch noch Lambert, einen Schriftsteller und Philosoph aus der Schweiz kennen. Er macht hier auch Urlaub ist allerdings schon seit fast zwei Monaten auf der Insel und dann ist da noch Manni, ebenfalls aus Österreich der hier auf der Insel lebt wenn er nicht gerade mit einem Flüssiggastanker irgendwo über die sieben Weltmeere schippert. Er besitzt gleich 4 verschiedene Bikes, neben dem praktischen Roller steht noch eine 650er Kawa, eine umgebaute Harley Davidson und eine Triumph Rocket in seiner Garage, ein echter Biker eben und ein super Typ noch dazu! Wir verstehen uns alle auf Anhieb super und ich fühle mich hier richtig Wohl!

Gleich am nächsten Abend geht die Bike Week los und ich bin mit Manni von Anfang an dabei! Ich staune nicht schlecht was hier alles aufgefahren wird. Natürlich sind jede Menge Harley `s hier vertreten aber auch ein bunte Mischung aus allen möglichen Bike`s! Unter anderem auch ein paar Exemplare bei denen jeder deutsche Tüv Prüfer die Hände über den Kopf zusammen schlagen würde, hier heißte es „Hauptsache es fährt“! Am nächsten Tag ist Brian mit seiner BMW auch dabei und wir nehmen an dem Motorradcorso Teil. Es geht einmal um die gesamte Insel herum, das sind gerade mal 55 km. Übrigens ist das das erste Motorradtreffen auf dem ich bin bei dem nicht gezeltet wird, alle Biker gehen am Ende der Party in ein Hotel zum schlafen, unglaublich.

Woche um Woche verlängere ich meinen Aufenthalt auf der Insel, mir gefällt es hier wirklich gut. An so manchen Abend sitzen Manni, Albin, Lambert, Mike und Ich bis zum frühen Morgen am Stammtisch, leeren das eine oder andere Bier und haben sehr viel Spaß! Ich genieße die entspannte Atmosphäre auf der Insel, Unternehme mit Brian und Jenny den einen oder anderen Ausflug über die Insel oder entspanne in ihrem Swimmingpool. Die Vollmondparty auf der Nachbarinsel Koh Phangan besuche gleich zweimal, wenn ich schon so lange in der Nähe bin muss ich das natürlich auch mitnehmen. Eine geniale Party direkt am Strand, es wird gefeiert bis in den nächsten Tag hinein. Das letzte Speedboot fährt um 07:00 Uhr morgens zurück nach Koh Samui, dann ist die Party noch nicht zu Ende aber für alle die auf Koh Samui wohnen und mit dem Speedboot angereist sind ist das die letzte Chance zurück zu kommen.

Ein weiteres Highlight st

eht Mitte Juni ins Haus, ich habe herausgefunden das ich genau zwei Tage älter als Albin bin, wahrscheinlich verstehen wir uns deshalb so gut. Er schmeißt natürlich eine riesige Party mit Buffet und allem was dazu gehört und spendiere ein paar Bierchen dazu. Ein sehr gelungenes Fest bei dem wir wieder einmal jede Menge Spaß hatten und ich viele neue Leute kennengelernt habe.

Hin und wieder stürze ich mich auch in die Partyszene in Chaweng Beach. Hier gibt es mehrere Discotheken und Beachclubs in denen man bis in die frühen Morgenstunden feiern kann. Das schöne, sie kosten alle keinen Eintritt. Die Bierpreise sind natürlich entsprechend hoch aber der nächste 7/11 oder Family Mart ist nie weiter als 50 Meter weg und hier auf der Insel kann man Bier rund um die Uhr kaufen, sehr angenehm wenn man ein wenig auf sein Budget achten muss. Thailand ist keineswegs günstig finde ich, Unterkunft und Verpflegung sind wesentlich teurer als in Indien oder Nepal, da muss ich mir mein Tagesbudget schon manchmal ganz genau einteilen und ein Bier in einer dieser Discotheken ist da einfach nicht drin zumal es ja die Alternative Supermarkt gibt. Einmal wollte man mich sogar in einer dieser Discos bestehlen, ich dachte nur was für ein betrunkener Depp rempelt mich da an, hier ist doch jede Menge Platz und im nächsten Moment sehe ich mein kleines Notizbuch in dem ich immer meine Ausgaben aufschreibe auf dem Nachbartisch liegen, es sollte eigentlich in der linken Beintasche meiner Shorts sein. Der Typ war nicht betrunken sondern ein Langfinger, zum Glück hat nur das Notizbuch erwischt, damit konnte er wohl nichts anfangen und hat es gleich wieder weggelegt. Es dauert etwa 15 Sekunden bis ich begriffen habe was los ist und ich versuche den Typen zu finden aber der ist längst über alle Berge. Noch einmal Glück gehabt würde ich sagen und übrigens, das war kein Thai sondern ein Farang, so nennt man hier die Ausländer. Kurz bevor sich meine Zeit auf der Insel dem Ende nähert gibt es ein Wiedersehen mit Oliver. Der hat viel Zeit auf Koh Tao verbracht, dort will ich als nächstes hin und auch Brian und Jenny haben sich diese kleine Insel als nächstes Reiseziel ausgesucht. Da wird es wohl dort auch ein Wiedersehen geben und auch Valerio ist auf dem Weg dorthin, er hat seine Runde durch den Norden von Thailand sowie durch Laos und Kambodscha gedreht und ist jetzt auf dem Weg nach Süden.

Mir sitzt allerdings die Zeit ein wenig im Nacken denn ich muss in ein paar Tagen in Bangkok sein. Mir ein kleines Missgeschick passiert, ich hatte mit meiner Kreditkarte wie üblich Geld am Automaten geholt und habe sie dann irgendwie im Automaten vergessen. Als ich das ein paar Tage später merke bekomme ich meine Kreditkarte von der Bank zurück allerdings ist sie in drei Teile zerschnitten, so ein Mist. Zum Glück habe ich mir vor der Abreise noch eine zweite besorgt und meine Visakarte ist nicht in falsche Hände geraten, alles gut ich muss nur irgendwie die neue Karte nach Thailand bekommen Bei der Gelegenheit könnte gleich noch ein Versorgungspaket von meinen Freunden Kathleen und Jens das schon seit einigen Wochen bei meinen Eltern liegt mit auf die Reise geschickt werden und ein neues Carnet muss auch noch mit. So ein Päckchen kostet allerdings eine Menge Geld da gibt es bestimmt eine Alternative. Ich starte also eine Aufruf auf Facebook ob nicht jemand in nächster Zeit nach Thailand fliegt und noch ein wenig Platz im Gepäck hat und es dauert nicht lange da bekomme ich eine Antwort. Super, am 11. Kommt meine neue Kreditkarte und das ganze Versorgungspaket sowie das neue Carnet in Bangkok an. Nochmals Danke Axel Scherübel und seinem Sohn  Amir! Der Abschied nach über sechs Wochen Koh Samui fällt mir dann doch ein wenig schwer und nicht nur mir, auch meine Honda will anscheinend nicht weg von hier. Am Letzten Abend bricht plötzlich die Batterie völlig zusammen und lässt sich nicht mehr aufladen, das kann ja heiter werden. Albin muss mich zum Abschied noch vom Hof schieben. Ich werde die Insel und Tam`s Guest House ein wenig vermissen glaube ich. Die vielen neuen Freunde die hier gefunden habe, das österreichische „All You Can Eat“ Buffet jeden Montag und die Traumhaften Strände, irgendwie wird mir das Ganze ein wenig fehlen aber meine Reise geht weiter.

Leider kann ich nicht direkt mit der Fähre von Koh Samui nach Koh Tao fahren, da gibt es nur Passagierfähren. Ich muss erst auf´s Festland zurück, dann Surat Thani fahren und von dort aus kann ich dann das Nachtboot nehmen. Kaum bin ich auf dem Festland angekommen beginnt es auch schon heftig zu regnen, na toll und ich muss aufpassen das mir die Kiste nicht ausgeht, ich bekomme sie dann ja nicht mehr an. Ich krame meine Regenklamotten raus und seit ewigen Zeiten gibt es mal wieder eine Regenfahrt. Es hört erst am späten Nachmittag wieder auf, kurz bevor ich mein Motorrad auf die Fähre laden kann. Die Überfahrt dauert knappe 7 Stunden, auf der Fähre gibt es einen Schlafraum mit etwa 50 Betten. Um 05:00 Uhr morgens komme ich an und werde bereits von Valerio erwartet, der ist vor etwa 30 Minuten mit dem Nachtboot von Chumphon gekommen.

Zwei Stunden schlagen wir uns auf der kleinen Insel herum und warten bis die Hostels öffnen. Die günstigste Unterkunft die wir finden können ist ein einfacher Bungalow den wir uns teilen. Das kostet jeden von uns etwa 5 Euro, ja hier ist alles noch einmal ein wenig teurer als auf Koh Samui. Alles muss mit dem Boot herangeschafft werden, selbst das Trinkwasser. Mein erster Eindruck von der Insel ist nicht gerade der allerbeste aber auf den zweiten Blick ist es diese kleine Insel ein richtiges Paradies. Wenn es nur nicht so teuer wäre!  Unser Ziel ist klar, wir wollen beide einen Tauchgang machen und klappern am ersten Tag einige Tauchschulen ab um die Preise zu ermitteln. Wir haben zwar beide einen Tauchschein sind aber schon länger nicht mehr unter Wasser gewesen. Eigentlich müssten wir deshalb beide einen Refresher Kurs machen, wie gesagt eigentlich. Die meisten Tauchschulen wollten das auch mit uns machen aber das kostet leider etwas zu viel Geld. Die Konkurrenz auf der kleinen Insel ist Enorm, mehr als  70 Tauchschulen warten hier auf Kundschaft und so finden wir dann auch ziemlich schnell eine günstige Schule die uns auch ohne den Refresher unter Wasser lässt. Zwei Tauchgänge, jeweils 60 Minuten unter Wasser, jedes mal 18  Meter tief und Kaffee und Kekse auf dem Boot gab es obendrein. Das ganze hat gerade mal 45 Euro gekostet. Das ist dann die günstige Seite dieser Insel.

Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit Brian und Jenny, die beiden haben sich wieder in einer kleinen Appartementanlage natürlich mit Swimmingpool niedergelassen. Ihre BMW haben sie übrigens auf Koh Samui gelassen und sind mit der Passagierfähre direkt hierher geschippert. Jetzt sind sie Fußgänger auf der Insel. Jenny lässt es sich nicht nehmen an unserem letzten Tag noch einmal für uns  ein richtiges Festmahl zu zaubern.  Wie immer extrem lecker und wir verbringen unseren letzten Nachmittag im Swimmingpool. Am Abend geht es dann zurück zum Hafen und dann mit dem Nachtboot wieder aufs Festland, wie gesagt, ich muss nach Bangkok. ich war nur drei Tage auf Koh Tao und habe nicht allzuviel von der Insel gesehen aber hier ist alles ein wenig ruhiger und natürlicher als auf Samui aber wie gesagt auch teurer und die Strände die ich besucht habe können mit denen auf Samui auf gar keinen Fall mithalten. Dafür ist es ein absolutes Paradies für Taucher mit unschlagbar günstigen Angeboten. Beide Inseln haben so ihre Vorzüge und sind absolut einen Besuch Wert. Valerio macht sich auf den Weg nach Koh Samui. Natürlich gibt es dort nur eine Adresse wo er übernachten kann, in Tam`s Guest House in Chaweng Beach! Er war auch sofort begeistert wie er mir später geschrieben hat.

Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Albin, Tam, Manni, Erwin, Mike und vielleicht auch mit Peter wenn es klappt . Wenn ich auf dem Weg nach Süden wieder hier vorbei komme ist ein Abstecher auf die Insel eigentlich schon fest eingeplant. Wenn alles klappt gibt es vielleicht sogar einen kleinen Festagsschmaus an Weihnachten mit Brian und Jenny, wie sie mir vor kurzen geschrieben haben sind auch sie dann wieder auf der Insel!

8 Gedanken zu „Die lange Pause und viele neue Freunde!

  1. Echt Klasse! Lebe deinen Traum! heisst es. Und das machst du gerade! Respekt! Gute Fahrt weiterhin, Tino!

  2. Unglaublich fantastisch diese Bilder, da wirst du nur ganz schwer wieder in den deutschen Alltag zurückfinden. Weiterhin gute Reise!

    • Ja das könnte stimmen aber mal sehen, bis dahin dauert es hoffentlich noch ein paar Monate! Grüße nach Potsdam!

  3. Hallo Tino,
    nach langem habe ich wieder mal deine Seite aufgesucht,deine Kommentare begeister immer wieder aufs neue.
    Gruß von Bluhms

    • Das freut mich sehr. Ich arbeite natürlich schon wieder am nächsten Bericht. Mal sehen wann ich damit fertig bin. Es hängt meistens an den Bildern, dafür brauche ich immer ein gutes Internet.

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