Bereist Länder:  Thailand

Gefahrene km:   41119

Um 05:00 Uhr morgens erreiche mit dem Nachtboot wieder das Festland. Meine Batterie ist völlig zusammengebrochen, die Bootsbesatzung muss mich erst die steile Rampe hinauf vom Boot schieben und dann brauche ich noch einmal Starthilfe. Jetzt heißt es auf nach Bangkok, Heute allerdings muss ich die 550 km auf schnellstem Wege hinter mich bringen, das heißt Goodbye schöne Beach Road und Hello Highway. Wenigstens sind die Temperaturen um diese Zeit noch sehr angenehm. Vor Sonnenaufgang sind es etwa 25 Grad, da macht das Fahren richtig Spaß wenn da nicht die ständige sorge wäre das die Kiste auf gar keinen Fall ausgehen darf. Alleine bekomme ich sie nicht wieder angeschoben, dazu ist sie viel zu schwer aber irgendwie geht alles gut und ich erreiche am frühen Nachmittag Bangkok.

Eigentlich wollte ich mich dieses Mal in der Nähe der Khao San Road niederlassen aber ein alter Freund hat sich bei mir gemeldet. Oliver wurde auf seinen Weg in den Norden von seiner „Scarlett“ (so nennt er seine kleine 250er XL) ausgebremst. Sein Zylinder hat gleich drei undichte Stellen, er verbraucht fast mehr Motorenöl als Benzin, da hat er einiges zu tun. Also wird wieder das gleiche Hostel wie bei meinem ersten Besuch angesteuert und sofort nach dem Check in und dem Bezug gibt es ein kleines Willkommensbier im Pool auf dem Dach. Ja, Bangkok hat mich wieder allerdings soll dieser Besuch nicht so lang werden wie der letzte. Da gerade Wochenende ist wird der berühmte Chatuchak Markt besucht. Das ist der größte Markt von Bangkok, allerdings ist dieser nur an den Wochenenden geöffnet. Ein unglaubliches Gewusel herrscht hier in den engen Marktgassen, es gibt eigentlich nichts was es hier nicht gibt, der Wahnsinn.

Am nächsten Tag gibt es einiges zu erledigen. Als erstes düse ich durch die halbe Stadt zur Werkstadt um mir eine neue Batterie zu bestellen und bei der Gelegenheit bestell ich mir gleich einen Satz neuer Bremsbeläge mit, danach muss ich wieder ans andere Ende zum Flughafen. Um 12:00 Uhr landet der Flieger in dem Amir sitzt, der hat neben dem neuen Carnet auch meine neue Kreditkarte, die Ersatzteile vom Scottoiler und das Versorgungspaket von meinen Freunden Kathleen und Jens dabei. Ich bin also etwas in Eile und muss mir meinen Weg suchen, wie gesagt in Bangkok darf ich nicht auf den Highway. Als ich rechts abbiegen will passiert es dann wieder einmal, Polizeikontrolle! Der Weg nach rechts ist Barrieren versperrt, da kann ich also nicht abbiegen und das obwohl keine 25 Meter vorher ein Verkehrsschild steht das eigentlich genau das gengenteil aussagt. Natürlich hatte ich mich zum Abbiegen auf die rechte Spur eingeordnet und schon war ich wieder mal fällig. Ach hätte ich nur etwas mehr Zeit gehabt hätte ich erbittert gegen diese Abzocke gewehrt aber genau die läuft mir gerade davon und ich kann sie nur von den anfänglich 500 Bath auf 200 Bath runter handeln und zahle Zähneknirschend das Schmiergeld wegen „Nichtnutzung der linken Fahrspur mit einem Motorrad“! Eines weiß ich genau, das nächste Mal bin ich wieder mehr auf Streit aus, korruptes P….! Am Flughafen nehme ich dann Freudestrahlend mein Paket in Empfang, ich kann mich gar nicht genug bei allen beteiligten bedanken. Amir und seine Freundin die freundlicherweise alles mitgebracht haben, Axel der das ganze organisiert hat und Mirko der alles meinen Eltern mit nach München genommen hat denn in Deutschland streikte genau zu der Zeit die Post. Wenn ich zurück bin trinken wir mal ein Bierchen aus deinen Munich Sidecars Axel! Danach sofort wieder zurück durch die halbe Stadt und die neue Batterie einbauen, jetzt hat die An Schieberei endlich ein Ende und mit den neuen Bremsbelägen im Gepäck kann ich beruhigter auf meine Runde durch Kambodscha und Laos gehen.

Ich bleibe noch ein paar Tage in Bangkok um das eine oder andere zu erledigen. So besorge ich mir einen neuen kleinen Fotoapparat, meine Canon Spiegelreflex macht zwar super Bilder aber sie ist einfach zu groß und zu schwer. Hinzu kommt das der Autofocus bei dem Tamron Objektiv defekt ist, ich will einfach nicht schon wieder ein neues kaufen sondern ich besorge mir eine kleine kompakte Olympus Kamera. Wasserdicht bis 15 Meter tiefe und Stoßsicher, das ist genau das was ich brauche. Ein Check meiner Schutzimpfungen und der etwas überfällige Kontrollbesuch beim Zahnarzt wird auch gleich erledigt. Das Gesundheitssystem in Thailand ist auf einem super Stand allerdings sollte man sich vorher ein wenig erkundigen wohin man gehen kann. Die Preisunterschiede sind da teilweise erheblich und natürlich sollten sie dort auch englisch sprechen. Oliver werkelt derweil seit einigen Tagen in der Werkstatt herum und versucht seine „Scarlett“ wieder abzudichten, Er hat den Plan nach Norden zu fahren inzwischen aufgegeben und macht sich nach erfolgreicher Reparatur auf den Weg nach Süden. Sein Ziel ist Australien ich glaube dort sehen wir uns eines Tages wieder Oliver!

Ich habe noch ein paar Tage bis mein Visum abläuft, die will ich in Pattaya verbringen bevor ich mich dann nach Kambodscha fahren werde. Die 150 km bis zur Partyhochburg am Golf von Thailand sind eher langweilig, es gibt wirklich nicht viel zu sehen und die Sonne brennt unbarmherzig. Da gerade absolute Nebensaison ist kann ich mich vor Zimmer angeboten kaum retten und ich kann hart verhandeln. Nach einigem Suchen und einem wirklich harten Preiskampf finde ich dann ein richtig schönes Zimmer ziemlich im Zentrum und zum alleresten Mal habe ich sogar einen Kühlschrank. Ein paar Tage sind allerdings genug für mich, außer Party und einem ausgeprägten Nachtleben gibt es hier relativ wenig zu sehen und der Strand lädt nicht gerade zum Baden ein, da bin ich besseres gewohnt. Der eine oder andere Ausflug in die Parkanlagen und zum Big Buddha sorgen dafür das es mir nicht langweilig wird und so ganz nebenbei hat man dabei auch noch einen tollen Panoramablick über die Stadt. Bei meinen Streifzügen fallen mir auch die vielen Schilder mit „Business for Sale“ auf. So wie es aussieht sind die Zeiten für die ausländischen Bar- und Hotelbesitzer härter geworden. Das habe ich übrigens auch schon öfter gehört. Ich bekomme auch an zwei Abenden vorgeführt was ein richtiger Monsunregen ist. Es regnet so stark das auf der Beach Road innerhalb von 10 Minuten fast 20 cm Wasser stehen, bei solchen Bedingungen muss man sich seinen Campingplatz sehr sorgfältig aussuchen, ich habe da so meine Erfahrungen gemacht.

Das Visa läuft ab und ich fahre immer an Küste entlang in Richtung Kambodscha, hier werden die Strände wieder schöner und es gibt etliche schöne kleine Ferienorte. Diese sind meiner Meinung nach wesentlich besser für einen Urlaub mit der ganzen Familie geeignet als Pattaya. Meine letzte Nacht in Thailand verbringe ich noch einmal im Zelt. Ich finde einen wirklich guten Campingspot etwas abseits der Straße direkt hinter einem kleinen Tempel, das waren dann die ersten drei Monate im Paradies, morgen geht es nach Kambodscha und danach Laos und vielleicht auch Vietnam bevor ich dann Ende des Jahres wieder nach Thailand komme und mir vor allem den Norden ansehen werde. Goodbye Thailand!

8 Gedanken zu „Die letzten Tage im Paradies

  1. Hallo Tino, habe eine Weile nichts von mir hören lassen. Na ich bin wieder auf Tour diesmal in Kahramanmaras. Musste mich erst mal wieder einrichten. Hier gibt es freies Internet, totale Sch… denn mit geschätzten einer Mio. Leuten in dem Netz gibt es halt 500 B/s. Jetzt habe ich knapp 80 Euronen in die Hand genommen und mir meine eigens WLAN-Ei gekauft und habe super UMTS Empfang. Leider risst das Ding Strom ohne Ende und muss alle Furze geladen werden, aber was soll‘s Strom ist inklusive. Werde hier bis Ende Januar bleiben um danach erst mal ins Ösiland verlegen zu Skifahren mit dem Enkelsohn und meiner Holden Gattin. Also ich werde jetzt wieder regelmäßig lesen versprochen.

    • Hallo Steffen,
      wo ist das denn? hab ich wirklich noch nie gehört. Du bist ja fast mehr unterwegs wie ich, na dann mal viel Spaß! Ich tippe inzwischen fleißig weiter und versuche Euch ein wenig auf dem Laufenden zu halten. Ist manchmal auch etwas anstrengend kann ich dir sagen denn hin und wieder muss ich ja auch erst etwas erleben bevor ich darüber berichten kann. Von dem ganzen anderen Kram wie Reiseführer lesen, Visa besorgen und Kartenstudium will ich gar nicht erst anfangen. Nicht zu vergessen das da auch noch hunderte von Fotos gesichtet, aussortiert und bearbeitet werden müssen. Oh man, was für ein Stress manchmal aber es ist das beste was ich bisher gemacht habe und ich bereue nichts.

      viel Spaß weiterhin und schöne Grüße an deine Frau,
      Tino!

  2. Hi aus Lamai, lieber Tino!
    Ist ja äußerst interessant, dein Reisebericht aus Südost-Asien von deinem Motorbike-Trip.
    Wir harren schon auf weitere Berichte über deine Weiterreise, über die Inseln Samui und Lanta, Phuket, mit anschließendem Trip nach Malaisia.
    Zwar Menschen (s. Wikepedia: Aufrechter Gang, Sprache, Erfindertum, Vorausdenken und Nachahmung), doch wenn wir auch noch einmal so jung, dynamisch und adrett daher kämen, so wie du!
    Auf jeden Fall grüßen wir morgen auf der „Walking-Street“, in Tams Restaurant in Lamai-Beach, die Rasselbande von dir. Du bist uns allen in sehr guter Erinnerung!
    Wir wünschen dir eine gute Weiterreise über Phuket und Malaisia!
    Deine Insulaner
    Moni & Fred

  3. Tinos (Urians) Reise um die Welt –
    nach Matthias Claudius, 1740-1815:
    Wenn jemand eine Reise tut,
    So kann er was verzählen.
    D’rum nahm ich meinen Stock und Hut
    Und tät das Reisen wählen.
    Da hat er gar nicht übel drum getan,
    Verzähl‘ er doch weiter, (Herr Urian) lieber Tino!
    Liebe Grüße, hi aus Lamai! M&F

    • Ein richtig schöner Spruch Fred, vielen Dank! Grüße an alle auf der schönen Insel, Heute ist ja wieder Walking Street, last Euch ds Bierchen gut schmecken und viel Spaß bei der Rasselbande!
      Tino!

  4. Verzähl‘ er doch weiter, lieber (Herr Urian, alias) Tino!

    Mit unseren Knittlingern Irmi und Erich waren wir auf dem Sonntags(Nacht)markt „Walking-Street“ in unserem Wohnort Lamai – und da hauptsächlich in Tam’s Bierbar bei Albin. Die Beiden haben uns dort überraschend ‚gefunden‘. Und Montag waren wir schon wieder gemeinsam in Tam’s Restaurant bei Albin im Nachbarort in Chaweng, zum „Austria-Buffet“
    Doch wir haben bei unseren letzten Abenden in Tam’s wieder so nette junge Leute (teilweise verkleidete Ältere) kennengelernt und nette Stunden und Gespräche mit diesen Urlaubern geführt. Immer wieder sind Köche, und auch anders aktives Hotelpersonal auf Urlaub unter den Gästen, wohl auch hauptsächlich wegen Tam’s überwiegend europäischer Küche, mit Asia-Touch.
    Der Schweizer Koch Roman, reparierte mir sogar vorgestern meinen Windows-Computer, soweit er noch zu retten war. Roman arbeitet inzwischen gar nicht mehr als Koch, sondern als Verkaufsmanager, hat aber seine Neigung zum Kochen behalten. Legendär ist inzwischen der Grazer Koch Martin als Albins Gast, ehemals Spitzenkoch in Hongkongs, Bangkoks und Singnapurs 5-Sterne-Hotels (so berichtete Albin). Er hat u. a. auch in der Küche Tam’s bereits schon seine erfreulichen Spuren hinterlassen.
    Du siehst, die „Rasselbande“ lebt fort, alle warten wir gespannt auf deine weiteren Berichte und auf deine Rückkehr im April auf Samui.
    Auf mindestens ein Bierchen in Tam’s?
    Liebe Grüße – und hi aus Lamai – M&F

    • Wieder einmal kann ich nur sagen vielen Dank lieber Fred für die Neuigkeiten von Samui Iland! Viele Grüße an die komplette Rasselbande und euch noch viele schöne Tage im Paradies. Ich bin seit Heute für ein paar Tage auf die Phillipinen geflogen, dieses Mal allerdings ohne mein Motorrad, das steht derweil in Kuala Lumpur und wartet auf meine Rückkehr!

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