Bereist Länder:  Kambodscha

Gefahrene km:   42055

 

Heute ist es also so weit, nach drei Monaten verlasse ich Thailand und Reise nach Kambodscha. Die Ausreise aus Thailand lief völlig problemlos und korrekt ab, das Carnet wurde ordnungsgemäß abgestempelt, und mit dem Ausreisestempel im Pass grüße ich den letzten thailändischen Grenzpolizisten der die Schranke für mich öffnet. Dann mache ich meine ersten Erfahrungen mit der kambodschanischen Grenzpolizei. Als erstes muss ich das Motorrad vor der Schranke abstellen, nichts ungewöhnliches, Gesundheitscheck und Visaantrag, alles läuft wie am Schnürchen. Ich wurde auch gleich von einem dieser geschäftstüchtigen Grenzhelfer abgeschleppt und von Station zu Station gezerrt. Schnell noch 35 Euro für das Visa berappen und alles ist erledigt. Der kleine Grenzhelfer den man eigentlich nicht braucht bekommt ein kleines Trinkgeld von 100 Bath (etwa 2,50) und ich trabe wieder zurück zum Motorrad, zeige das Visa und den Stempel im Pass vor und denke jetzt geht gleich die Schranke auf und ich bin Kambodscha. Der Typ hinter der Glasscheibe schaut kurz in meinen Reisepass, starrt dann wieder auf sein Handy und Murmelt dann nur „100 Bath“. Wie bitte? Was ist los? Ich versteh nicht ganz da weder der Typ noch sein Kollege neben ihm mir in die Augen schauen können. Beide Starren auf ihr Handy und tippen wie wild darauf herum. Ich denke ich muss also doch erst zum Zoll, schnappe mir das Carnet und trabe zur Zollstation, nein, das ist es nicht, hier brauche ich kein Carnet. Ich trabe zurück zu beiden Handytippern. Alles klar, macht auf da die Schranke! Da höre ich wieder dieses „100 Bath“! Anschauen kann mich keiner dieser beiden Typen dabei. Jetzt kapiere ich was sie wollen, die wollen Schmiergeld um die Schranke zu öffnen. Ihr kommt mir gerade recht sage ich mir, keinen Cent werdet ihr von mir bekommen!Ich werde etwas energischer und frage etwas lauter nach wofür ich denn noch mal Geld zahlen soll! Beide Typen haben den Blick fest auf ihre Handys gerichtet und murmeln weiter etwas von 100 Bath, ein weiteres „No“ und noch einmal etwas lauter die Frage nach dem wofür! Ich gehe zurück zum Motorrad, verstaue meine Papiere und fordere die Typen noch einmal ziemlich lautstark auf die Schranke zu öffnen. Endlich gibt der Boss der neben dem Kontrollhäuschen sitzt das Zeichen zum Öffnen der Schranke und winkt mich durch, er wohl gemerkt das er von mir kein Geld bekommt, jedenfalls nicht so! Ich fahre die paar Kilometer bis Koh Kong wo ich bereits von Manuel und seiner Hündin Chucka erwartet werde. Ich hatte die beiden bei unserer Tour durch Myanmar kennen gelernt. Die beiden leben jetzt hier in der kleinen Stadt an der Grenze.

Viel Interessantes gibt es hier auch nicht zusehen für die meisten Touristen ist das nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Sihanukville oder Phnom Phen benutzen. Ich muss mich erst einmal daran gewöhnen das in Kambodscha sowohl mit Riel als auch mit Dollar gezahlt werden kann, das sorgt hin und wieder für leichte Verwirrung beim Wechselgeld, da bekommt man manchmal einen Teil in Dollar und einen Teil in Riel ausgezahlt, dann ist nachrechnen angesagt. Im Allgemeinen kommt man besser wenn man seine Dollar in die Landeswährung umtauscht. Ich verbringe ein paar Tage bei den beiden und schau mir die Gegend an. Unter anderem gibt es hier einen herrlichen Pfad durch die Mangroven, hier sollte wohl auch ein Luxushotel entstehen allerdings scheint den Betreibern irgendwie das Geld ausgegangen zu sein. So sieht es jedenfalls aus.

Für mich geht es nach ein paar Tagen weiter nach Sihanukville. Die Hafenstadt wurde zu Kolonialzeiten von den Franzosen als „Côte d’Azur“ Kambodschas bezeichnet. Auch heute ist das ein beliebter Badeort mit schönen sauberen Sandstränden und günstig ist es auch noch. Wo kann man schon direkt am Strand sitzen und einen halben Liter frisch gezapftes Bier für gerade einmal 50 ct bekommen? Ich lasse mich allerdings etwas abseits der Partymeile auf dem Victoria Hill nieder. Auch hier gibt es mehrere Bars und ein paar nette und günstige Restaurants. Gleich am ersten Abend fällt mir eine Bar mit dem Namen „Crazy German Sousage Bar“ auf, logisch das ich da gleich ein Bier trinken muss. Mit Marc, dem Besitzer, verstehe ich mich von Anfang an super und so wird seine „Verrückte Deutsche Wurstbar“ zur festen Anlaufstelle in meinem Abendprogramm. Bei meinen Streifzügen durch die Stadt fällt mir die unglaublich hohe Anzahl an prächtigen Spielcasinos auf, alle Nagelneu und eins prächtiger als das andere, ich habe die Stadt deshalb „Las Vegas von Kambodscha“ genannt. Der Monsun hat mich inzwischen übrigens erreicht, es regnet fast täglich ein bis zwei Stunden ziemlich heftig, da will ich nicht unbedingt mit dem Moped unterwegs sein. Nach 4 Tagen habe ich dann Glück mit dem Wetter und kann weiter ziehen.

Marc hat mir empfohlen einen Stopp in Kampot zu machen. Das liebenswerte Städtchen liegt richtig malerisch am Kampong Bay River, dort gibt es auch die schönsten und günstigsten Hostels, direkt am Fluss. Ich kann jedem der hier in die Gegend kommt nur empfehlen sich dort eine Bleibe zu suchen, es hat ein unbeschreibliches Flair. Im Zentrum der Stadt liegt das hübsche französische Viertel mit seinen Restaurants und Bars, hier ist für jeden etwas dabei und Feierabend ist bereits um 23:00 Uhr, endlich keine langen Partynächte mehr sondern Kultur steht auf dem Programm. Ein Ausflug in den Bokor-Nationalpark mit abschließender Bootsfahrt zum Sonnenuntergang auf dem Fluß, das ganze kostet gerade einmal 10 Euro, das gönne ich mir. Der riesige Nationalpark bietet neben dem dichten Dschungel einige Wanderpfade, erfrischende Wasserfälle und eine Geisterstadt mit Kasino, Kirche und Hotel. Vom Kasino hat man übrigens eine fantastische Aussicht.

Nach zwei Tagen geht es dann noch einmal ein paar Kilometer am Meer entlang in das kleine Seebad Kep, das ist vor allem als Tagesausflugsziel bei den Bewohnern von Phnom Penh sehr beliebt. Am Wochenende ist hier die Hölle los. Ein schöner Strand und Inseln vor der Küste machen so beliebt. Berühmt ist es auch für seinen Krabbenmarkt, klar muss ich mir davon eine Portion gönnen. Sie sind zwar sehr lecker aber es ist schon unheimlich viel Arbeit für das bisschen Fleisch, satt wird man davon jedenfalls nicht. Ich befinde mich in einem der ältesten und beliebtesten Badeorte von Kambodscha, das spüre ich leider auch am Preis. Alles ist eine ganze Ecke teurer als in dem nicht einmal 100 Kilometer entfernten Kampot. Unterkunft, Verpflegung, einfach alles. Eine einfache Nudelsuppe findet man hier nicht unter 2 Dollar, die kostet sonst überall nur die Hälfte. Zwei Nächte bleibe ich hier, das reicht auch völlig aus, dann geht es erst einmal wieder weg vom Meer ins Landesinnere. Auf nach Phnom Phen!

Davon gibt es dann mehr im nächsten Reisebericht.

5 Gedanken zu „Kambodschas schöner Süden!

  1. Bezahl das Essen ausschließlich in heimischer Währung da sparst Du teilweise 100% echt irre!
    Genau wie in Myanmar.
    Viel Spaß noch in Kambodscha.
    Wenn Du nach Siem Reap kommst kannst Du Blutspenden gehen im Angkor Hospital for Children. Hier werden die Kinder kostenlos behandelt und das Krankenhaus kann jede Hilfe gebrauchen. http://angkorhospital.org
    Übernachten kann man in der Stadt gut im Firefly Guesthouse. Das gehört einem Deutschen mit seiner Spanischen Freundin.
    Viel Spaß weiterhin!

    • Danke für die Tipps Florian. Ich war allerdings schon in Siam Reap, Bericht folgt. Bin immer damit ein wenig im Verzug aber das hilft mir auch ungemein die Sache ein wenig mit Abstand zu betrachten, ist auch nicht schlecht habe ich festgestellt. Viel Spaß beim Lesen weiterhin!

  2. Hallo lieber Tino,
    danke für Deine lieben Grüße haben uns sehr gefreut,
    Wir wünschen Dir weiterhin eine gute Fahrt,bleib schön gesund
    und munter damit wir noch viele schöne und interessante Berichte von Dir lesen können
    Tschüß
    Anneli und Steffen

  3. Hi Tino, lese wieder mit Begeisterung deine Berichte und würde gerne mit dir fahren, denn hier bei mir wird es irgendwie ungemütlich und ich werde auch am 23.12. nicht nur auf Urlaub fliegen sonder gleich in Deutschland bleiben, weil wir haben fertig. Ansonsten solltest du ja schon gehört haben wir ziehen wohl in den Krieg gegen dem IS. Mal sehn was das nun wieder wird und ob am Ende nicht alles wieder Anders wird als gedacht.

    Gruß Steffen

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