Bereist Länder:  Thailand

Gefahrene km:   57587

 

Anfang November fahre ich zurück nach Thailand, dieses mal will ich mir den Norden ansehen. Allerdings hatte ich etwas ärger bei der Einreise, mein zwei Monats Visum das ich mir für viel Geld in Nepal besorgt habe ist wohl abgelaufen. Ich bekomme  nur das 30 Tage Visum on arrival, das kann ich zwar auch noch einmal verlängern aber ich wollte insgesamt noch einmal 3 Monate bleiben, da muss ich eben irgendwann noch einmal einen Visarun machen. Ich fahre als erstes nach Chiang Rai, die kleine Stadt ganz im Norden ist auf jeden Fall einen kleinen Besuch wert. Eigentlich wollte ich nur zwei oder drei Tage bleiben, letzten Endes sind es dann fast zwei Wochen gewesen. Ich brauche unbedingt einen Hinterreifen, mit etwas Glück finde ich einen gebrauchten in einem kleinen Reifenshop, der sollte mich eigentlich so in etwa 4000 bis 5000 Kilometer weit bringen, mal sehen.

In Chiang Rai selbst ist der Glock Tower eine ganz besonders sehenswert und ein paar schöne Tempel hat das Städtchen auch zu bieten.  Natürlich muss ich auch einige Ausflüge in das Goldene Dreieck machen. Diese sagenhafte Region zwischen Laos, Myanmar und Thailand verdankt ihre Berühmtheit vor allem dem Anbau und Schmuggel von Opium. Einen Besuch in der „Hall of Opium“ kann ich hier besonders empfehlen aber auch das „Black House“ und der „White Tempel“ sind auf alle Fälle einen Besuch wert. Es gibt hier auch die so genannten „Hill Tribe Villages“, nachgebaute Bergdörfer direkt neben der Hauptstraße in denen man von ein paar traditionell gekleideten Damen alle möglichen Souvenirs kaufen kann, wer noch eine echte Long Neck Frau gesehen hat für den ist das mit Sicherheit sehr Interessant, mir war das ganze etwas zu touristisch. Eine Einladung zum übernachten in einem kleine Dorf in der Nähe von Chiang Rai, inclusive traditionellem Abendessen und Frühstück war da eher nach meinem Geschmack. Ein schöner Einblick in das Leben einer ganz normalen Familie  in Thailand, fernab vom Touristenrummel.

Tag für Tag verlängere ich meinen Aufenthalt, ich habe im Ann`s Hostel eine sehr schöne und günstige Unterkunft mitten im Zentrum gefunden. Aus den einst geplanten drei Tagen sind inzwischen schon acht Tage geworden und als ich dann die Nachricht bekomme das mein alter Kamerad Ice in zwei Tagen hier eintrifft verlängere ich eben noch einmal um drei Tage, nun ja, ich habe ja Zeit.

Ich breche also nach 10 Tagen nach Chiang Mai mit dem festen Vorsatz auf nur nach drei oder vier Tagen weiter zu ziehen. Die 200 Kilometer in Richtung Süden waren wieder einmal allererste Sahne. Die Straßen hier in Thailand sind super, da macht das Motorrad fahren richtig Spaß. Schon bei meiner Ankunft in Chiang Mai wird mir berichtet das in einer Woche das größte Fest in der Stadt gefeiert wird. Drei Tage Loi Krathong, das Lichterfest, das war es dann schon mit dem guten Vorsatz. Also bleibe ich fürs erste zwei Wochen und ich muss sagen ich habe keinen Tag bereut. In der ersten Woche muss ich mich allerdings ein wenig um mein treues Gefährt kümmern, Ölwechsel ist fällig und die Bremsflüssigkeit muss gewechselt werden, meine Hinterradbremse funktioniert nur noch sehr mangelhaft, da muss  etwas gemacht werden. Der Piston Shop ist dafür genau die richtige Adresse, schnell, zuverlässig und sehr professionell, so mag ich es. Alles wird an einem Tag erledigt und der Preis ist auch ok.

Am Montag beginnt dann das Loi Krathongh Fest. Drei Tage lang wird gefeiert und ich bin froh das ich meinen Aufenthalt hier noch verlängert habe.  Täglich gibt es einen großen Umzug mit traditionellen Kostümen. Ein herrliches Fest, die ganze Stadt ist voller Menschen und für mich war es ein Highlight zu sehen wie hunderte Himmelslaternen gestartet werden, natürlich muss ich da auch zwei Stück starten. Offiziell war es eigentlich erst ab 21:30 Uhr erlaubt aber bereits um 19:30 Uhr war der Himmel voll davon, die Versuche der Polizei es zu stoppen waren wenig erfolgreich.

Nach dem Fest will ich eine Runde durch die Berge im Norden fahren bevor ich dann noch einmal für die Bikeweek zurück kommen will, allerdings verläuft schon der Start der kleinen Bergtour nicht ohne Probleme. An dem Morgen an dem ich los will streikt mein Baby komplett, die Batterie ist völlig leer, da leuchtet nicht einmal mehr eine Anzeige, also muss ich die Tour noch einmal um einen Tag verschieben aber am nächsten Morgen geht es dann endlich los. Erst einmal raus aus Chiang Mai und runter in Richtung Süden, vorbei am Doi Inthanon, dem höchsten Berg von Thailand und  durch den Nationalpark dann in Richtung Westen. Endlich wieder auf den kleinen kurvigen Straßen unterwegs, ich habe es doch so vermisst.Die erste Nacht verbringe ich einem kleinen Guesthouse in Mae La Noi, hier ist absolut nichts los, genau das Richtige für mich nach den turbulenten Wochen in Ching Mai. Dann geht es weiter in Richtung Mae Hong Son, immer schöner wird die Strecke und ich genieße jeder der 1864 Kurven. Ich habe zwar nicht mitgezählt aber in jedem Reiseführer wird diese Zahl erwähnt, wird schon stimmen. Drei Tage bleibe ich dann noch in Pai, wieder einmal ein absoluter Touristen Ort aber ich genieße es auch ein wenig besonders da ich vor habe in den nächsten drei Tagen wieder mal meine Campingausrüstung zu benutzen.

Für mich geht es nicht gleich zurück nach Chiang Mai sondern ich fahre quer durch die Berge des Nordens an die Grenze zu Laos. Die Straße 1081 soll auf Platz 8 der schönsten Motorradstrecken der Welt stehen und das kann ich auch nur bestätigen. Schon die Anfahrt führt mich über herrliche Straßen über die Berge, enge Kurven, Top Zustand und meist sehr wenig Verkehr, was will man mehr? Die Erste Nacht beschließe ich in den Bergen wild zu Campen, die Aussicht ist einfach zu verlockend. Allerdings habe ich es in der Nacht bereut das ich meinen dicken Schlafsack in Bangkok aussortiert habe, es wird ziemlich kühl hier oben und mit meinem kleinen Hütten Schlafsack und meiner Goretex Hülle bin ich nicht mehr ganz auf diese Temperaturen eingestellt. Ich muss ganz tief in meinem Gepäck kramen um mein Sweatshirt und eine lange Hose zu finden. Alles lange nicht gebraucht aber zum Glück habe ich es noch nicht aussortiert. Der erhoffte schöne Sonnenaufgang fiel wegen starken Nebel übrigens auch aus, das frühe Aufstehen hätte ich mir sparen können. Die Traumstraßen sind allerdings eine sehr gute Entschädigung dafür, die nächste Nacht verbringe ich allerdings lieber auf einem Campingplatz im Tal, in Pua um genau zu sein. Bei meinem Spaziergang am Abend schau ich noch bei den Salzkochern des Ortes vorbei, so ganz ohne die vielen Tagestouristen kann ich einen ungestörten Blick auf die Kochtöpfe werfen. Dann geht es weiter auf der Traumstraße bis nach Nan. So wunderschön die Straße auch ist, unheimlich viele enge Kurven, fast kein Verkehr, super Straße, so richtig genießen kann ich es im Moment nicht, mein Hinterreifen macht schon wieder schlapp. Gerade einmal 1500 km weit hat mich der gebrauchte Reifen aus Chiang Rai gebracht, keine wirkliche Glanzleistung. Ich fahre bis nach Nan, suche mir eine Bleibe und schau mir das kleine Städtchen an.

Am Abend kommt dann per Messenger die nächste schlimme Nachricht, Brian, mein Freund aus England liegt im Krankenhaus auf Koh Samui auf der Intensivstation! Herzprobleme! Er und seine Frau Jenny hatten mich bereits im August zum Weihnachtsessen auf Koh Samui eingeladen. Ich will also so schnell wie möglich nach Samui, am besten gleich morgen früh. Am nächsten Morgen begrüßt mich dann allerdings ein luftleerer Hinterreifen, na toll, genau wie sein Vorgänger. Ich Flicke das Ding also erst einmal zusammen und beschließe noch nicht nach Samui aufzubrechen sondern noch einmal zurück nach Chiang Mai zu fahren und mir dort einen neuen Reifen zu besorgen. Neue Bremsbeläge sind auch fällig und der Kettensatz hat ebenfalls sein Rentenalter erreicht, da sollte ich auf jeden Fall einen neuen besorgen. Also zurück zum Piston Shop in Chiang Mai. Die 500 km können schon ganz schön lang werden wenn die Vorderradbremse kaum noch bremst und der Hinterreifen in einer Atemberaubenden Geschwindigkeit an Profil verliert. Am Morgen als ich ihn geflickt habe war etwa noch 1 mm Profil vorhanden, am Abend in Chiang Mai War davon nichts mehr zu sehen, Wahnsinn! Also doch alles richtig gemacht, damit wäre ich niemals die fast 2000 km bis nach Samui gekommen. Am Abend gibt es dann auch noch gute Neuigkeiten von Brain, sein Zustand ist nicht Kritisch, er wird stabilisiert und kann in ein paar Tagen das Krankenhaus wieder verlassen. Seine Krankenversicherung will ihn allerdings zurück nach England fliegen sobald er Flugfähig ist, das kann aber noch etwas dauern. Er muss sich dann in England operieren lassen. Endlich mal wieder gute Nachrichten und weil hier in Chiang Mai gerade Bikweek ist bleibe ich noch einmal ein paar Tage hier. Die Bikeweek war Klasse, super Stimmung, schöne Motorräder und auch Autos, einfach Rundum eine gelungene Veranstaltung. Was mir dabei aufgefallen ist ist, hier sind alle großen Motorradclubs zu finden, egal ob es die Hells Angels, die Banditos, die Mongols oder die Outlaws sind, hier sind sie alle vertreten und es bleibt friedlich. Ich lerne eine recht lustige Truppe kennen, die Vintage Enduro Chiangmai Thailand, jeder von denen Fährt ein Bike aus den 80er Jahren und sie reffen sich jedes zweite Wochenende und machen die Offroad Pisten in den Bergen hier unsicher. Da muss ich wohl noch einmal wieder kommen und mit ihnen eine Runde durch die Berge drehen, so eine Einladung bekommt man schließlich nicht jeden Tag.

Nach dem Wochenende heißt es dann allerdings wieder einmal Abschied nehmen vom Norden, mein Baby ist fit genug für die Tour nach Süden, Der neue Hinterreifen ist montiert, vorne sind neue Bremsklötze drin und der neue Kettensatz ist im Gepäck dabei. Allerdings deutet sich schon wieder das nächste Problem an, der hintere Stoßdämpfer verliert Öl! Nun ja, 95000km, 54000 km davon mit dem riesen Gepäck, irgendwann muss er ja mal schlapp machen. Ich hoffe er hält noch bis Koh Samui. Wenn man will kann man diese Strecke in zwei bis drei Tagen schaffen, das würde heißen morgens um 06:00 Uhr rauf auf die Kiste, ab auf die Autobahn und Gas geben! Zwei- bis dreimal am Tag tanken und ansonsten nur Vollgas und zum Pinkeln anhalten, nichts für mich! Ich fahre erst wieder in Richtung Mae Hong Sonund biege dann bei Mae Sariang in Richtung Süden ab und fahre gemütlich auf der 105 an der Grenze zu Myanmar in Richtung Süden. Wieder einmal macht es riesigen Spaß hier zu fahren. Allerdings ist die Straße hier nicht immer im besten Zustand, viele Schlaglöcher und einige Baustellen, also zu gefährlich um Nachts zu fahren. Da ich in letzter Zeit sehr viel Geld in mein Motorrad gesteckt habe muss ein günstiges Nachtlager gefunden werden, ich schau mich nach einem geeigneten Platz zum wild Campen um, allerdings ist hier der Dschungel ziemlich dicht und direkt an der Grenze zu Myanmar ist es auch nicht ganz so ungefährlich habe ich mir sagen lassen. Also steuere ich einen Tempel an und frage dort einfach mal nach und natürlich war es kein Problem. Der oberste Mönch ist zwar etwas Misstrauisch und will eine Kopie von meinem Reisepass haben aber sie geben mir einen Platz unter einem kleine Dach, da muss ich nicht einmal das Zelt aufbauen und der Vorteil von so einem Tempel, hier gibt es auch Toiletten und Wasser zum Duschen.

Am nächsten Tag geht es dann bis nach Sukhotai, der Hauptstadt des alten Königreiches aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Ich habe noch genügend Zeit mir am Nachmittig den historischen Park anzuschauen, eine ganzen Tag Pause kann und will ich mir hier nicht leisten. Ich habe am Nächsten Tag schon wieder einen Termin im 350 km entfernten Sing Buri. Vor ein paar Monaten hatte ich in Vang Vieng in Laos eine Gruppe Biker aus Thailand getroffen. Über Facebook sind wir immer in Kontakt geblieben und ich sollte mich unbedingt melden wenn ich in der Gegend bin, natürlich lasse ich mir so etwas nicht zweimal sagen und so treffe ich die ganze Bande wieder, wirklich super Leute und ich genieße wieder einmal die unglaubliche thailändische Gastfreundschaft. Wir treffen uns in Charlotte Coffee, ich darf im Garten Zelten und werde den ganzen Abend eingeladen, ein toller Abend.

Auf dem Weg nach Koh Samui mach ich erst noch einen Abstecher nach Kanchanaburi um mir die berühmte Brücke über den Kwai anzuschauen. Ganz schön was los dort, es ist ein beliebtes Tagesausflugsziel von Bangkok aus. Einmal drüber laufen, Fotos schießen und mit ein paar Bikern aus Thailand und Malaysia ein paar Worte wechseln, dann geht es weiter. Bei Temperaturen von 30 bis 35 Grad kann es in den Motorradklamotten schon unglaublich warm werden. Die kalte Dusche im Tempel am Ende des Tages ist eine willkommene Erfrischung. Am nächsten Tag geht es dann endlich wieder auf der Royal Cost Road in Richtung Süden weiter und über 4 Monaten bin ich endlich wieder zurück am Meer, da muss ich einen kleinen Fotostop einlegen, den Kaffee gab es auch noch umsonst dazu, so kann es weiter gehen. Bevor ich nach Samui fahre muss ich allerdings noch einen Visarun machen, wie gesagt, am 01.01.2016 will ich auf gar keinen Fall das Land verlassen. Ich fahre also nach Westen und nehme in Ranong die letzte Fähre nach Myanmar, dort kurz einreisen, wieder ausreisen und mit dem letzten Boot zurück nach Thailand, alles in allem eine Aktion von etwa 40 Minuten. Dabei hatte ich noch Glück, wenn es nach der Dame am Eingang gegangen wäre hätte ich am nächsten Tag wiederkommen sollen, genau wie bei der Dame der Imigratin. Allerdings haben die männlichen Kollegen immer helfend eingegriffen und so konnte ich das alles noch an diesem Tag erledigen. Am Ende finde ich dann auch noch einen herrlichen Platz zum Campen direkt am Strand und der Tsunami Schutzturm ist nur 50 Meter weit weg, nur für den Fall der Fälle!

Am nächsten Morgen nehme ich dann die letzten Kilometer bis zur Fähre nach Samui unter die Räder, die Strecke zwischen Westküste und Ostküste führt durch einen herrlichen Nationalpark, richtig schön hier und super zum Motorrad fahren. Allerdings hat meine kleine Honda immer größere Probleme. Der hintere Stoßdämpfer hat inzwischen überhaupt kein Öl mehr, die Kiste fährt sich dadurch als hätte ich einen Platten Hinterreifen und beim Anfahren muss ich sehr behutsam mit dem Gas sein, die Kette rutscht inzwischen über das vordere Ritzel wenn ich zu forsch damit bin. Nun ja, die paar Kilometer bis zu Brain und Jenny wird es schon noch halten! Als ich dann endlich auf die Fähre fahre habe ich irgendwie das Gefühl ich würde nach Hause kommen, komisch, ich denke ich hab mich einfach gefreut meine ganzen Freunde nach über 5 Monaten wieder zu sehen. Als ich von der Fähre runter fahre verliert der Vorderreifen langsam Luft, meine kleine braucht dringend eine größere Pause und viel Pflege. Nur mit großer Mühe schaffe ich es den Berg hinauf zur Villa in der meine beiden Freunde wohnen, die Kette rutscht nur noch über das vordere Ritzel, im Vorderreifen ist fast gar keine Luft mehr und der Kupplungszug beginnt sich auch langsam aufzulösen aber ich schaffe es doch irgendwie da rauf und die Wiedersehensfreude ist riesig! Als sie mir dann noch sagen ich könnte in der Villa wohnen kann ich es erst gar nicht glauben. Die beiden hatten die komplette Villa mit 4 Schlafzimmern gemietet und wollten Weihnachten hier mit ihrer Familie feiern. Durch Brains Krankheit ist das ganze leider ausgefallen und drei Zimmer stehen jetzt leer, alles schon bezahlt. Nach 5 Nächten im Tempel und Zelt kann ich das gar nicht fassen, ein bequemes Bett, ein super Badezimmer, Swimmingpool und ein Hammer Ausblick. Da sage ich doch schnell das Bett im 4 Bettzimmer in Tam`s Guesthouse ab. Die beiden sind für mich mehr als nur gute Freunde und sie nennen mich ihren „German Son“! Wir verbringen ein wunderschönes Weihnachtsfest zusammen und haben ein paar sehr schöne Tage. Ich kann mich gar nicht genug bei den beiden bedanken. Auch an meiner kleinen Honda wird inzwischen kräftig gewerkelt, den Kettensatz kann ich noch mit Hilfe von Alan, ein Freund der beiden der jetzt hier auf der Insel Lebt, wechseln aber für den Stoßdämpfer, Kupplungszug und Vorderreifen muss ich in die Werkstatt.

Einen Tag vor Sylvester heißt es dann Abschied nehmen von meinen beiden Freunden, Brain ist Flugfähig und wird nach England geflogen, er bekommt von mir noch einen Glücksbringer, ein Tuch mit buddhistischen Symbolen, das soll alles Böse von Ihm fern halten. Ich hatte es in Sing Buhri von den Bikern bekommen. Ich will es ihm allerdings nicht schenken, er muss mir Versprechen das er es mir persönlich im April wieder gibt, nach seiner OP wollen wir uns dann wieder auf Samui treffen und gemeinsam in den Norden fahren! So wie es also aussieht werde ich 2016 noch eine Runde in Süd Ost Asien drehen. Da die Villa ja bereits bis zum 09.01.2016 bezahlt ist kann ich hier noch ein paar Tage bleiben.

Den Jahreswechsel verbringe ich dann ganz alleine im Swimmingpool mit einer Flasche Bier und genieße das Feuerwerk, von hier aus kann ich auch das Feuerwerk auf der Nachbarinsel Koh Pangan sehen, dort findet eine der größten Sylvesterpartys von ganz Thailand statt. Ich genieße es aber mal ganz für mich zu sein und denke an meine Freunde die inzwischen wohlbehalten in England angekommen sind. Die restlichen Tage in der Villa sind einfach nur zum Genießen, meine Freunde haben mir nicht nur die Villa überlassen, der Kühlschrank ist prall gefüllt mit lauter leckeren Sachen. Ich weiß überhaupt nicht mehr wann ich das letzte mal Käse gegessen habe, hier habe ich gleich die Wahl zwischen 5 verschieden Sorten und wer weiß wie teuer der Käse hier ist der kann sich dann denken das meine Freunde ein etwas anderes Reisebudget haben als ich. Für mich heißt es dann nach 10 Tagen Abschied nehmen vom Luxus, ich quartiere mich wieder im 4 Bettzimmer bei Albin in Tam`s Guesthouse ein. Meinen ursprünglichen Plan zum HUBB treffen nach Chiang Mai zu fahren habe ich wieder verworfen, es ist einfach zu weit und es haben sich ein paar alte Freunde angekündigt die in den nächsten Tagen hier in den Süden kommen wollen, da ist zum einen Peter aus Köln, den hatte ich bei meinem letzten Besuch hier kennen gelernt. Er kommt mit seiner Frau wie jedes Jahr für 4 Wochen nach Samui, ein paar Tage später kommt dann Thomas, ein alter Freund aus Bundeswehrzeiten nach Hat Yai, das liegt ganz im Süden, nahe der Grenze zu Malaysia. Beide haben ein paar Kleinigkeiten für mich in Ihrem Reisegepäck. Ich habe mich endlich dazu entschlossen meinen Tankrucksack zu ersetzten, der Reißverschluss ist schon seit Ungarn defekt, ich kann ihn also nie richtig schließen und ein Fach für die Karte hat er gar nicht, höchste Zeit für einen neuen. Leider hatte ich ein paar Probleme bei der PayPal Überweisung, wie sich später herausstellte war es wohl ein Software Fehler bei PayPal. Als ich die Geschichte dann am Abend bei Albin am Stammtisch erzähle sagt mir der Erwin doch glatt das er seit Jahren noch einen Herumliegen hat den er nicht benutzt, den könnte ich sofort umsonst haben, ich muss ihm nur dafür irgendwie Bautzener Senf besorgen, der ist auf der Insel einfach nicht zu bekommen. Für Peter ist das leider zu Spät, er und seine Frau steigen morgen in den Flieger, aber bei Thomas klappt das noch. Erwin war übrigens sogar mal Vice President vom Banditos MC Phuket! Es ist schon unglaublich wen man so alles kennen lernt wenn man ein paar Tage am selben Ort bleibt. Zwei Tage bevor ich eigentlich wieder abreisen will höre ich ein ziemlich übles Geräusch von meinem Hinterrad, ein Geräusch das ich nur allzu gut kenne seit Indien, das Radlager ist völlig im Eimer. Also werden da auch gleich noch beide ersetzt.

Ich fasse also mal kurz zusammen was ich in den letzten 6 Wochen alles an repariert werden musste, ein neuer Hinterreifen, neue Bremsklötze vorne, neuer Stoßdämpfer hinten, neue Radlager hinten, neuer Kupplungszug, neuer Kettensatz und dann natürlich noch der ganz normale Service, Ölwechsel, Bremsflüssigkeitswechsel …! Da ist einiges zusammen gekommen, ich hoffe ich habe jetzt erst einmal wieder ein paar Tage Ruhe! Solche Aktionen gehen immer ganz ordentlich auf die Reisekasse, zusammen mit den Ausgaben für meine Mittelohrentzündung die ich erst einmal vorstrecken musste hat das Budget ganz schön angespannt. Am Abend treffe ich mich dann mit Peter, seiner Frau und ein paar Freunden von Ihnen und wir haben ein paar Bier im Tattoo Shop seines Freundes, wieder ein schöner Abend! Zwei Tage später soll es dann endlich losgehen, alles ist verpackt, die Maschine schon aufgeladen, ich hab meine Motoradklamotten schon an und trinke noch einen letzten Kaffee mit Albin an der Theke, da kommt Herbert noch vorbei und will ein auch noch schnell ein Abschiedsbier mit mir trinken. Nun ja was soll ich sagen, etwa 2 Stunden und drei später habe ich das Gepäck wieder abgeladen, die Motarradkluft wieder ausgezogen und mein Bett wieder in Beschlag genommen, nun ja, wie heißt es so schön? Nur schlechte Pläne lassen sich nicht ändern! Am nächsten Tag geht es dann aber endlich los, ich schau noch einmal bei Alan vorbei, der passt auf Brian`s GS auf bis er wieder fit ist und dann runter von der Insel! Ohne Ziel, einfach nur runter von der Insel und Richtung Süden fahren, das war das wichtigste an diesem Tag!

Kaum bin ich von der Fähre runter und nur ein paar Kilometer die Küstenstraße runter gefahren bleibt die Kiste plötzlich stehen. Das darf doch nicht wahr sein, ich habe es nach über 17 Monaten doch tatsächlich das allererste mal geschafft die Kiste völlig leer zu fahren, in meinem Tank ist nur noch Luft drin, das ist mir wirklich noch nie passiert, noch nicht einmal im hintersten Winkel von Pakistan. Zum Glück wird hier in jedem kleinen Shop Benzin in Flaschen verkauft, ich muss also nur etwa 500 Meter weit schieben dann bin ich wieder mobil und es reicht bis zur nächsten Tankstelle. Natürlich muss es dann auch wieder anfangen zu regnen, genau wie beim letzten Mal als ich die Insel verlassen habe aber zum Glück finde ich ein Dach wo ich unterkomme und nach 30 Minuten kann ich dann weiter. Geschlafen wird dann wieder einmal in einem Tempel, der Mönch war extrem freundlich und hat mich dann am nächsten Morgen auch noch zum Frühstück eingeladen, ich bin also wieder unterwegs! Immer schön die Küstenstraße runter bis nach Hat Yai, dort werde ich dann am Abend bereits von Herbert und der Familie seiner Frau erwartet! Ich genieße drei Tage lang die thailändische Gastfreundschaft, treffe mich mit Thomas der mir den Senf für Erwin mitgebracht hat und werde gleich noch einmal eingeladen ein paar Tage im Haus der Familie seiner Freundin zu verbringen, die ist vor ein paar Jahren hierher ausgewandert und wohnt jetzt herrlich abgelegen nahe der Grenze zu Malaysia, Natur Pur und keine Touristen.

Da ich ein Visa grundsätzlich bis zum letzten Tag ausnutze fahr ich danach noch einmal die Westküste hinauf, leider darf man nach Koh Lipe kein Motorrad mit nehmen und ohne meine Honda geh ich nirgendwo hin, also geht es dann immer weiter in Richtung bis ich schließlich auf Koh Lanta lande. Hier finde ich ein gerade erst eröffnetes Hostel, Loro Loco 2, das von Duc, einem deutschen betrieben wird. Die ersten 3 Tage habe ich Einzelzimmer mit 20 Betten, danach wird es langsam voll. Bei einem meiner Ausflüge auf der Insel kommt mir plötzlich ein G-Klasse Mercedes mit deutschem Nummernschild entgegen. Annette und Stefan sind fast genauso lange unterwegs wie ich, sind fast die gleiche Strecke gefahren und haben fast genauso viele Kilometer hinter sich gebracht wie ich, klar daß wir uns da einiges zu erzählen haben. Die beiden können auch auf dem Platz vor dem Hostel stehen und wir verbringen noch ein paar Tage auf der Terrasse am Swimmingpool. https://mybeastgoeseast.wordpress.com/

Die letzten 4 Tage die ich noch in Thailand bleiben kann will ich in Phuket verbringen, um von der Insel runter zu kommen muss ich zwei Fähren benutzen, die kosten zusammen 35 Bath, das sind etwa 90 ct. Ich habe allerdings nur noch einen 1000 Bath schein, Heute hatte irgendwie keine Kleingeld und auch an der Kasse sie mir den nicht wechseln, also darf ich die erste Fähre ganz umsonst benutzen und bei der zweiten übernimmt ein junger Thai die kosten, ich sag nur vielen Dank dafür. In Phuket selber ist natürlich Hochsaison, es ist nicht einfach ein bezahlbares Zimmer zu finden. Ich muss ganz schön hart verhandeln um den Preis noch ein wenig zu drücken aber schließlich kostet mich das Zimmer am Ende dann doch nur 500 statt 700 Bath also 12,50 anstatt 17,50, eigentlich immer noch zu teuer für aber in den letzten Tagen will ich mir noch einmal was gönnen. Natürlich gehört auch ein Ausflug auf die Berühmt Berüchtigte Bangala Road zum Programm! Nun ja was soll ich sagen die vier Tage gehen schnell vorbei und kosten doch etwas mehr Geld als das Budget eigentlich erlaubt denn ich breche ein paarmal eine eiserne Regel von mir und trinke ein bis zwei Bier in einer Bar. Normalerweise besorge ich mir das Bier im Supermarkt und schau mir das Treiben in den Bars von der Straße aus an. Zwei kleine Tipps habe ich für die Besucher des des Nachtlebens von Phuket, erstens  nur so viel trinken das man das Wechselgeld auch noch zählen kann, die Bedienung in der der eine meinte wohl gleich ihr Trinkgeld Einbehalten zu können und zweitens besorgt euch Shorts mit Reißverschlüssen an den Taschen, manche der Damen haben sehr flinke und klebrige Finger! Zum Glück läuft mein Visa ab, ich muss also abreisen bevor ich noch ein Tabu breche und mir Womöglich noch eine Massage gönne. Es geht zurück nach Hat Yai, die letzte Nacht in Thailand verbringe ich noch einmal in der Bäckerei, ich werde herzlich begrüßt und reichlich bewirtet, ein richtig schöner letzter Abend in Thailand. Am nächsten Morgen heißt es dann wieder einmal Abschied nehmen, ich bekomme von den Mädels sogar noch zwei T-Shirts geschenkt, dann nehme ich die letzten 70 km auf Thailands Straßen unter die Räder!

Es ist allerdings kein Abschied für immer, im April gibt es ein Wiedersehen mit Brian und Jenny auf Koh Samui, ich hoffe dass er seine Operation gut übersteht und schnell wieder fit wird. Er muss mir das Tuch zurück bringen und ich gebe dafür meinen inzwischen so lieb gewordenen „Ich reise Alleine“ Grundsatz auf und wir bereisen zusammen den Norden! Es gibt noch so viele Orte die ich nicht gesehen habe, ich habe so viele Einladungen bekommen die ich noch nicht wahrnehmen konnte, es waren so viele Dinge dabei die ich mir noch einmal anschauen möchte, ich muss einfach noch mal zurück!  Jetzt ist allerdings erst einmal Malaysia an der Reihe! Mal sehen was mich da alles erwartet.

4 Gedanken zu „Zurück in Thailand!

  1. Hallo Tino ,
    klasse Bericht und Fotos ,da möchte man am liebsten gleich losreisen ,immer der Nase nach 🙂 Leider muß ich noch ca 2 Jahre arbeiten ,aber dann wird es mich genauso durch die Welt treiben ,Toi Toi Toi für dich und viele Grüße aus dem kaltem Germany

    • Vielen Dank Klaus,
      du wirst das nicht bereuen, das ist die beste Zeit meines Lebens denke ich. Unglaubliche Erfahrungen, unglaubliche Bekanntschaften, unglaubliche Orte die ich sehe, einfach Klasse

  2. Großartiger Bericht Tino, dein Baby macht ja was mit u braucht einige Windeln auf ??. Pass auf dich auf.
    Es grüßt J&K aus dem Räuber-Spessart-Land

    Ps; liebe Grüße an Brian u Jenny hoffe es geht ihm gut.

    • Ja, mein Baby hat einiges mitgemacht. Hat ein paar Streicheleinheiten verdient. Gruß zurück in den kalten Spessart!

      Tino!

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