Bereist Länder: Heimat, Malaysia

Gefahrene km:   59215

 

Nach dem kleinen Abstecher auf die Philippinen war es Zeit ein paar Dinge in der Heimat zu regeln. Ich „gönne“ mir also einen Heimaturlaub von knapp 4 Wochen. In der kurzen Zeit habe ich mir viel vorgenommen, einige Dokumente müssen erneuert werden und es wird Zeit wieder einmal ein paar alte Freunde und Bekannte zu Treffen und die Familie wieder zu sehen. Allerdings habe ich meinen Heimaturlaub bis zu meiner Ankunft streng geheim gehalten, wenn ich mich recht erinnere wusste eigentlich nur mein alter Schulfreund Mirco davon, der hat mich auch um 05:00 Uhr morgens, nach fast 14 Stunden Wackelei in der Luft, am Flughafen in München abgeholt. Zum Glück hatte ich mir vorher noch irgendwo eine lange Hose besorgt denn im Februar ist es ganz schön kalt in Deutschland. Jedenfalls für mich auch wenn alle gesagt haben das wäre gar kein richtiger Winter gewesen, ich habe gefroren!

Natürlich gönne ich mir zur Begrüßung erst einmal ein schönes kühles Augustiener Bier, auch wenn es hier früh am Morgen ist, nach meiner Zeit ist es schon Mittag! Nach der langen Zeit in Südostasien ist es gar nicht so einfach sich in Deutschland wieder zurecht zu finden. Das zum Beispiel am Sonntag kein Laden geöffnet hat bin ich gar nicht mehr gewohnt und gleich nach dem Wochenende mache ich mich daran meinen Auftragszettel abzuarbeiten.Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet das ich dabei solche Hürden überwinden muss. Ich brauche zum Beispiel eine Untersuchung bei einem Augenarzt um meine Fahrerlaubnis zu verlängern, die nächsten freien Termine waren in etwa 3 Monaten oder ich bekam sofort eine Absage weil ich noch nie in dieser Praxis gewesen bin, oh man, das hatte ich so nicht erwartet. Nur mit viel Glück hat es dann doch noch geklappt, ich musste dafür mal schlappe 250 km weit fahren, Respekt! Da ich auch noch eine  internationale Fahrerlaubnis beantragt habe (bisher hatte ich den noch gar nicht und bin trotzdem so weit gekommen) wird es bis zum Abflugtermin ganz schön knapp! Tatsächlich kann ich die Dokumente dann einen Tag vor meinem Rückflug abholen! Das war ganz schön knapp und das obwohl ich natürlich auch den nicht gerade geringen Expresszuschlag gezahlt habe.

Ein großes Lob hingegen möchte ich dem Bürgermeisteramt meiner Heimatgemeinde geben, die Damen waren sehr Hilfsbereit und flexibel. Mein neuer Reisepass war im Handumdrehen fertig, wenn alles so gut geklappt hätte hätte ich viel Zeit und Nerven gespart, vielen Dank dafür nochmal!

Ich werde wohl auch niemals den spontanen Frühschoppen am Ostersonntag bei meinem alten Schulfreund Thomas vergessen, irgendwie wollte der gar nicht enden und als die Biervorräte dort etwa 17.00 Uhr zur neige gingen wurde der Frühschoppen in meine alte Stammkneipe bei Marion verlegt und nach einem kurzen Aufruf über eine bekannten Messenger kamen gleich noch ein paar alte Schulfreunde dazu, alles in allem ein sehr gelungener Tag an dem ich sehr viel Spaß hatte. So viel gelacht hab ich seit langem nicht mehr und gegen 03:00 Uhr war ich nach einem kleinen Fußmarsch von etwa 6 km dann wieder zu Hause, ein echter Frühschoppen endet eben nicht irgendwann am Nachmittag sondern geht bis Früh!

Die folgenden Tage packt mich allerdings wieder der Ernst des Lebens und ich habe wirklich alle Hände voll zu tun alles zu erledigen, es gab auch ein wiedersehen mit Ulli, den hatte ich damals mit Ice in Thailand ein paar mal getroffen und er hat es sich nicht nehmen lassen mal schnell von Frankfurt nach Chemnitz zu fahren um ein kleines Bier mit mir zu trinken, wir sehen uns irgendwann irgendwo wieder Ulli!

Natürlich wäre ohne die Hilfe meiner Eltern eigentlich so gut wie gar nichts in dieser kurzen Zeit möglich gewesen aber auch Dank ihrer Hilfe war letzten Endes eigentlich kein Punkt mehr auf meinem Arbeitszettel offen geblieben! Doch, einen Punkt gibt es da noch, ich hatte leider nicht die Zeit alle alten Freunde und Bekannten zu treffen, das wird hoffentlich beim nächsten mal besser klappen. Wann auch immer das sein wird!

Ein paar Gegenstände meiner Ausrüstung mussten auch dringend erneuert werden und ob Ihr es glaubt oder nicht, in Deutschland sind diese Dinge am günstigsten, ich hab natürlich auch versucht ein wenig Geld über Sponsoring zu sparen und hab ein paar Namhafte Firmen diesbezüglich angeschrieben. Von den meisten habe ich nie wieder etwas gehört, die große Ausnahme ist der Helmhersteller NOLAN, der hat mir gleich 40% Rabatt auf meinen neuen Helm gegeben das spart eine menge Geld und der Motorradzubehörvertrieb Louis hat für mich seine eigentlich bereits ausgelaufene Rabattaktion verlängert und ich bekomme beim Einkauf im Wert von 100 Euro 25 Euro Rabatt. Na ja, besser als nichts! Also hab ich bei meiner Rückreise einen nagelneuen NOLAN N91 EVO Klapphelm in meiner neuen Ortlieb Packtasche. Der neue Helm ist eine unglaubliche Verbesserung meines Reisekomfort, leicht und ich kann die ganze Zeit die frische Luft spüren und auch die Flüssigkeitsaufnahme während der Fahrt ist jetzt wesentlich leichter, ich muss den Trinkschlauch vom Camelbag nicht mehr umständlich unter dem Kinnschutz zum Mund führen, ich liebe meinen neuen Klapphelm! Abgesehen von meinen alten Freunden von https://www.sce-consulting-equipment.com/shopware.php, die mich mit allerlei super Ausrüstung unterstützen und einem alten Freund der mich mit einer schönen Spende überrascht hat finanziere ich die ganze Reise alleine, da reißt so ein kleiner Heimaturlaub schon ein kräftiges Loch in die schmale Reisekasse.

Nachdem ich zwei mal Pech hatte mit dem Scottoiler E-System hab ich mich dann für die klassische Variante das V-System entschieden, ich hoffe das ich mir jetzt endlich diese lästige Kettenschmiererei ein wenig ersparen kann! Es wird auch Zeit mein altes Zelt zu ersetzen, zugegeben, Camping ist in Südostasien nicht unbedingt nötig aber das eine oder andere mal stand ich schon mitten im Nirgendwo, es wurde dunkel und ich war froh mein eigenes bescheidenes Heim dabei zu haben. Das ist allerdings inzwischen schon sehr mitgenommen, liegt wohl an der Zeit in Europa und den ersten Monaten in Asien als praktisch nur gezeltet wurde. Ich hab mir also auch noch ein neues Zelt besorgt und da ich nach einem langen Tag auf dem Bike relativ faul bin musste es eines dieser selbst aufbauenden Quetscha Zelte sein. Zugegeben, das Packmaß ist ein riesiger Nachteil aber ich schleppe so viel Zeug mit mir herum das ich dafür bestimmt noch einen Platz finden werde. Zu guter letzt besorge ich mir noch eine neue Motorradhose und eine neue Jacke, meine alte Bekleidung ist zwar super auf die Mitteleuropäischen Temperaturen abgestimmt aber in Südostasien geh ich darin kaputt, manchmal hab ich etwa 5 Liter Wasser während der Fahrt getrunken und mindesten 3 davon am ende wieder aus meiner Jacke gewunden. Ich brauche etwas luftigeres, da werde ich beim Konkurrenten von Louis fündig, der ist allerdings trotz härtester Verhandlungen zu keinem Rabatt zu bewegen, nicht einmal 5 Euro bekomme ich erlassen! Dafür hab ich eben gleich drei der kostenlosen Kaffees getrunken. Das waren dann so die wesentlichen neuen Errungenschaften, ein paar Ersatzteile hab ich noch dabei aber ansonsten reise ich wieder mit leichtem Gepäck zurück! Oh, fast vergessen, bei einem großen deutschen Elektronikfachhandel bin ich noch über ein Sonderangebot gestolpert, 199,- Euro für einen neuen Laptop?? Hm, ob der wirklich was taugt? Anderseits ist mein altes Tablett inzwischen stark beschädigt, der Touchscreen ist gesprungen und hat eine sogenannte Spider App, die Reparatur kostet auch in Asien mehr als ein neuer und so wage ich das Experiment und hab den billigsten Laptop den ich finden konnte im Gepäck! Ich hoffe ich kann auch auf dem Teil weiterhin rechtzeitig ein paar Berichte Schreiben, wir werden sehen!

Der Tag des Abschiedes rückt immer näher und ich hätte fast vergessen mich um eine neue Langzeit Aslandskrankenversicherung zu kümmern. Der ADAC ist eigentlich immer eine sicher Bank allerdings bietet er nur maximal 24 Monate an und kann im Ausland nicht verlängert werden, mir hatte man damals am Telefon etwas anderes erzählt aber seis drum, desweiteren steht da im Kleingedruckten das die Versicherung sofort bei wieder einreise nach Deutschland endet, das ist gerade wenn ein Notfall in der Familie eintritt und man spontan zurück nach Deutschland fliegen müsste ein gewaltiger Minuspunkt, dann hat man etwas anderes im Kopf als sich um seine Krankenversicherung zu kümmern. Ich suche also nach einer Alternative, davon gibt es viele, Krankenversicherung ab 1,- Euro pro Tag, 12 Monate, alles abgesichert……., ja genau aber was wenn man länger unterwegs sein will? Was wenn eben der der Fall der Fälle eintritt und man schnell zurück muss, was wenn un geplant länger im Ausland bleibt und von dort aus verlängern muss?

Die 1,- Euro pro Tag Versicherungen scheiden aus, die werden nach spätestens einem Jahr völlig unbezahlbar, der ADAC ist relativ gut aber wie gesagt seht unflexibel was das angeht, eine ganze Reihe anderer Anbieter sind gut aber relativ teuer. Ich habe mehrer Nächte vor dem PC gesessen und mir das Kleingedruckte diverser Versicherungen durchgelesen, ich kann Euch sagen das ist kein Vergnügen! Am Ende habe ich mich dann für die STA Travel Reisekrankenversicherung entschieden, sie ist nicht nur günstiger als der ADAC sondern auch wesentlich flexibler, zumindest auf dem Papier. Versicherungszeit bis zu 5 Jahren, ein Aufenthalt von bis zu 4 Wochen pro Kalenderjahr ist mit abgesichert, Verlängerung im Ausland möglich und zu guter letzt sogar noch günstiger als der große deutsche Automobilclub, sogar ohne Selbstbeteiligung! Mal sehen was das ganze im Notfall Wert ist aber da die Allianz dahinter steht denke ich schon das ich nicht komplett in der Luft hängen werde, also prämie für zwei Jahre im voraus überweisen und Police ausdrucken, fertig! Ich bin bereit für die Rückreise nach Südostasien, mein Baby wartet auf mich unter den Twin Towers von Kuala Lumpur!

Natürlich habe ich mich wieder einmal für die günstigste Variante des Fluges entschieden und so geht es mit der Aeroflot zuerst von Berlin nach Moskau, von Moskau nach Bangkok und von Bangkok dann mit Air Aisia nach Kuala Lumpur, alles in allem fast 24 Stunden wobei ich extra den späteren Flug von Bangkok nach Kuala Lumpur gewählt habe weil ich dort auf einen anderen Flughafen muss. Das geht dann quer durch die halbe Stadt und dauert mit dem kostenlosen Shuttle etwa 2 Stunden, wenn man dafür zu wenig Zeit einplant muss man wohl oder übel auf einen der Zahllosen Limosinenservice ausweichen, die kosten ein halbes Vermögen, da hätte ich fast direkt fliegen können. Vor dem Abflug gönne ich mir noch zwei schöne frisch gezapfte Augustiner vom Fass im Bayrischen Bierstadel am Berliner Flughafen Schönefeld, hat mich schon ein wenig überrascht das dort zu finden aber ich genieße es in vollen Zügen und das Wetter ist heute auch noch super! Dann geht es den schönen Flieger von der Russischen Förderation. Ich bin eigentlich sehr positiv davon überrascht, einziges Manko, es gibt bei der Aeroflot kein Bier, ich glaube die wissen wieso! Nun ja, was Solls, ich die Wackelei schon irgendwie auch so überstehen. Die Landung in Bangkok war zwar etwas hart aber sonst gibt es nichts auszusetzen an der Aeroflot, wie gesagt, das Bier fehlt im Service, Flughafen wechseln, einsteigen und noch einmal eine Stunde in der Luft überstehen bis ich wieder bei den Twin Towers von Kuala Lumpur bin! Mit der Bahn geht es zurück zum Zentrum und ich Checke wieder im selben Hotel ein wie beim letzten mal. Ich kann es kaum erwarten morgen endlich wieder mein Baby unter dem Hintern zu haben.

Ich bin so Aufgeregt das ich am nächsten Tag bereits um halb 7 wach bin, ich versuche etwas Ruhe bei einem Frühstück zu finden aber das will mir nicht so recht gelingen, ich will endlich wieder meine kleine Honda fahren. Das Team von Sunny Cycles in Kuala Lumpur hat sich gut um sie gekümmert, ich durfte hier nicht nur kostenlos parken und den Rest meines Gepäckes hier einlagern, eine kurze E-Mail drei Tage zuvor genügt und meine kleine hat frisches Öl, die Batterie ist geladen und alles andere ist auch gecheckt, eine wirklich gute Adresse für alle Overlander! Ich bin so aufgeregt und will endlich wieder fahren das ich mich bei dem Besitzer gar nicht richtig bedanke, das muss ich unbedingt noch nachholen. Ich will nur noch fahren, Gepäck aufladen, zurück sum Hotel, dort das alte und überflüssige Zeug aussortieren und ab geht die Post, noch keine Ahnung wie weit ich Heute komme oder und wo ich schlafen werde, was solls, ich hab alles was ich brauche um überall schlafen zu können.

Nach der Stadt kommt wieder die Autobahn, jetzt macht sich der fehlende Schlaf der letuzten Nacht bemerkbar. Es ist bereiets Nachmittag und ich werde immer müder, diese Autobahn ist wirklich langweilig und als ich schon ernsthaft darüber nachdenke mir irgendein Hotel zu suchen kommt plötzlich das rettenden Schild, Camoren Highlands, ein Gebirgszug zwischen Kuala Lumpur und Thailand, bekannt für seinen Tee. Schlagartig bin ich wieder wach und steuere meine kleine Honda über herrliche Gebirgsstraßen, hier reiht sich Kurve an Kurve, meine Müdigkeit von gerade eben ist völlig dahin und ich habe erinnere mich wieder warum ich das Motorrad als Reisefahrzeug ausgewählt habe, einfach schön!

Das ist dann auch gleich die Gelegenheit mein neues Zelt zu testen, ich suche mir einen Platz zu Campen aus der        I Overlander App und campiere ziemlich weit oben in den Bergen, ein Wahnsinn. Schon jetzt kann ich sagen meine Investitionen haben sich gelohnt, der neue Helm ist ne Wucht, die neue Bekleidung viel Atmungsaktiver und das neue Zelt, einfach auspacken, hinwerfen und einräumen, was will man mehr? Ich glaube es ist kurz nach 20:00 Uhr und ich schlafe tief und fest ein.

Morgen geht es dann zurück nach Thailand, ich werde bereits erwatet!

PS: Natürlich hatte ich erhebliche Schwierigkeiten mit meinem neuen Wunderwerk der Technik. Mein neuer Laptop macht mir das Reiseberichte schreiben nicht gerade einfach, ich hätte wahrscheinlich doch ein wenig mehr Geld investieren sollen. Nun ja, mal sehen ob ich das noch ein wenig besser in den Griff bekomme.

 

9 Gedanken zu „Der „Heimaturlaub“

  1. Tino ?Ich bin wieder gerührt über deinen Bericht ???Weiterhin gute Fahrt und schöne Erinnerungen

  2. Hallo tino

    Klasse Bericht es war sehr schön dich zu treffen nach der langen Zeit und deinen Erzählungen zu lauschen.

    Falls es wieder mal klappt du weißt ich habe immer ein platz für dich bei mir frei. Und Bier ist auch da.

    LG Micha

    • Super, danke Dir. Du weißt aber schon das ich solche Einladungen gnadenlos Annehme?
      Hat mich wirklich gefreut Dich mal wieder zu treffen

  3. Hallo Tino
    Das ist das erste mal das ich etwas von dir gelesen habe,sehr Interesant. Vielen Dank dafür.

    • Oh Danke, dann hast Du ja noch ein wenig was zum lesen wenn Dir langweilig wird. Viele Grüße an die Gesamte Familie

  4. Hi Tino,

    habe wieder den Bericht verschlungen, danke. Bin heute (Freitag ist Motorradtag) mit meiner Susi auf der Arbeit und was soll ich sagen Motorradfahren ist einfach geil, zumal ich nun 4 Zylinder habe und es nicht Tucktuck macht sondern es klingt wie eine Gasturbine, die das Gefährt brutal nach vorne bringt. Ich liebe diese Mühle und hoffe mal eine Tour mit dir zu fahren.

    Steffen

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