Viseu de Sus und nur 1 PS

Bereiste Länder:   Rumänien

Gefahrene km:        3344

Stürze/Umfaller:   Im Übermut auf die rechte Seite gefallen.

Schäden/Pannen:  Der rechte Spiegel ist abgebrochen,                                                                              Kupplungsdefekt an der BMW

Endlich haben wir Rumänien erreicht. Das Treffen mit Hubert`s Bruder in kurz hinter der Grenze war sehr Lustig. Schnell wurden ein paar Kringel in die Karte gemacht und GPS-Daten ausgetauscht. Danach haben wir beschlossen ein weiters Kapitel in unserem Abenteuer aufzuschlagen, das erste mal wird wild Campiert und das ausgerechnet in Rumänien, wieso denn nicht. Kaum haben wir die Zelte aufgestellt, ich fahre nochmal los um Bier zu holen da fängt der Regen an.

Als wir Nachts dann auch noch Besuch von einem Hund bekommen haben hatten wir doch ein wenig Zweifel ob das die richtige Entscheidung war

.Abendstimmung am ersten Tag Rumänien

 

Nichts ist passiert und am nächsten Morgen ging es weiter nach Viseu de Sus. Hubert ist über die Ukraine gefahren und ich bin in Rumänien geblieben. Herrliche Motorradstrecke mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Um 20:30 bin ich dann in Viseu de Sus angekommen. Hubert war 5 min vor mir da. Ich staunte nicht schlecht als ich auf dem Marktplatz mit deutscher Volksmusik begrüßt wurde. Gerade an diesem Wochenende fand das Zipsertreffen  statt.  Die Zipser sind eine kleine Volksgruppe aus dieser Gegend. Fast alle sprechen Deutsch.

Allerdings war es inzwischen schon nach 21:00 und wir hatten noch keinen Platz zum Campen gefunden. Im Garten einer Pension durften wir dann unsere Zelte aufstellen, einfach mal kurz nachgefragt und das ganze war kein Problem. Schnaps zur Begrüßung und Strom gab es auch noch. Es war schon Dunkel als wir unsere Zelte aufgestellt haben. Am nächsten Morgen haben wir die Koffer von den Motorrädern abgenommen und wollten uns einfach mal die Gegend Anschauen. Am Bahnhof haben wir Hans und seinen Kumpel getroffen, die beiden sind mit Ihren 1100 GS unterwegs und wollen über die Ukraine nach Polen fahren, nette Tour und sehr Interessante Gesprächspartner. Hans veranstaltet übrigens selber Motorradtouren durch Nordafrika.Hans Winkler und sein Kumpel  (1)

 

Ab ging die wilde Fahrt durchs Wassertal.  Unglaublich, ich bin Voraus gefahren und plötzlich war Hubert weg. Ich dachte schon er ist gestürzt, als ich zurückgefahren bin kam er mit einem Sozius an. Er hatte unterwegs Josef aus Schwabach, seine Freundin Cammi und seinen Sohn Danni aufgegabelt, irgendwie hat wohl Josef ihm „He Weissenburger“ hinterher geschrien. Eine Steilvorlage für Hubert! Das Kind aufs Moped gepackt, Cammi und Josef aufs Quad gestiegen und ab in Richtung Bar, wir wollten ein Bierchen trinken. Plötzlich streikt die BMW, Danni steigt bei mir auf und wir fahren erstmal in eine gemütliche Bar. Eigentlich wollte ich sofort wieder zu Hubert aber Josef bestand auf ein gemeinsames Bier, daraus wurden dann zwei und als ich mich endlich verabschieden wollte kam Hubert, allerdings ohne BMW, ist was größeres. Spontan wurde der Ärger darüber mit einem Bier weggespült dann hat Josef sofort seinen Hof als Schrauberwerkstatt angeboten. www.hubertsreise.blogspot.de für die Technikfreaks hat Hubert das Problem da genau beschrieben.

Das Problem ist lokalisiert, Reperatur heute unmöglich, Feierabend, Essen gehen und Frust wegspülen, Josef hat uns auch sofort einen Platz zum Campen in seinem Garten angeboten, das Angebot nehmen wir sehr Dankbar an und ziehen dann gleich am nächsten morgen mit Sack und Pack um. Da gestern Abend weder die BMW noch der Fahrer der Honda noch fahrtauglich waren mussten wir ein Taxi rufen, unser Kram hat gerade so da rein gepasst, der Fahrer konnte es kaum glauben was wir da alles einladen. Das passt alles auf 2 Motorräder? Schade das ich kein Foto davon gemacht habe.  Schnell wurden die Zelte wieder aufgestellt und ich machte einige kleinere Reparaturen an meiner Honda. Der Tank vom Kettenöler wurde versetzt und meine letzte Bordsteckdose wurde von ihrem alten Platz unter der hinteren Sitzbank an die linke Seite neben den Luftfilter verlegt damit ich im Notfall wenigstens schnell ran komme ohne erst das ganze Gepäck incl. Topcase abnehmen zu müssen.

Hubert hat sein Ersatzteil in Deutschland bestellt und dank eines Tipps von Cammi wird es mit der Buslinie „Atlassib“ nach Rumänien geliefert. Georg, ein Freund von Josef (er hat sehr viele Freunde, Gott sei Dank) kam zufällig vorbei, er ist ein richtiger Bastler und Heimwerker. Der kann einfach alles glaube ich. Innerhalb von nicht einmal 2 Stunden war das Teil fast wie neu. Es wurde einfach etwas geschweißt und gefeilt, ein bissel geklopft und probiert und siehe da, Sitzt, Passt, Wackelt und hat Luft, die BMW ist wieder Einsatzbereit. Klasse, das Ersatzteil aus Deutschland wird nach Sibiu (Hermannstadt) umbestellt. Mittwoch soll es da sein.  Nach dem Abendessen wurde dann spontan beschlossen einen Ausflug mit den Pferden zu machen. Es war inzwischen auch schon 21:00 Uhr, also auf die Motorräder und das Quad angeworfen und los ging es zum Stall, dann kamen noch einige mit, es war ein Unglaublicher Abend!

Nachdem die Pferde versorgt waren wurden wir von Georg und seiner Frau eingeladen, es gab Brotzeit und reichlich Wein und Polenta (selbstgebrannter Schnaps). Die Motorräder blieben mal wieder wegen fahruntüchtiger Fahrzeugführer stehen. Den „Wer kann am längsten die Luft anhalten“ Wettbewerb hat eindeutig Georg gewonnen wobei ich glaube er hat gecheatet, der hat einfach weiter geatmet! Wir konnten das nur nicht erkennen weil er keinen Bierbach hat!!

Nach dem Frühstück am nächsten morgen um 11:00 Uhr habe ich endlich mal die Fotos sortiert, Umbenannt und einige Reperaturen an meinem Zelt gemacht sowie das Tagebuch wieder auf Vvordermann gebracht. Der ganze Rest ist inzwischen zum Friseur gegangen, dieses Schicksal bleibt mir erspart! als ich endlich mit allem fertig war machte ich mich auf den Weg zur Schule, dort soll es gratis WiFi geben, ich muss meine Seite aktualisieren! Kaum bin ich 2 Minuten gelaufen fängt es wieder fürchterlich an zu regnen! Eigentlich wollte ich umkehren, fand aber Unterschlupf in einem kleinen Geschäft das ich als solches erst gar nicht erkannt habe. Ich hab einfach auf Deutsch gefragt ob das nochmal aufhört und bekam sofort die Antwort „Keine Ahnung, warte halt hier“! Ich war so platt, da musste ich sofort ein Bier trinken. Als es aufgehört hat wollte ich weiter wegen dem Internet aber der Typ gab mir einfach das Passwort für  den Zugang vom Nachbarn, da Musste ich noch ein Bier trinken. E-Mails wurden geschrieben und beantwortet, Fotos hochgeladen, WhatsApps geschrieben und Facebook auf stand gebracht. Bis die Akkus leer waren. Dann kamen die anderen auch gerade aus der Stadt zurück!

Wir wollten dann eigentlich nur unsere Motorräder holen und uns recht bald schlafen legen. Auf dem Weg zu Georg haben wir Georg getroffen, verwirrend nicht wahr? Georg hat uns natürlich gleich zu einem Bier bei sich eingeladen aber zuerst mussten wir die Motorräder bei Georg (dem anderen mit den Pferden) holen. Josef hat unterwegs natürlich einen Freund getroffen und so hat es sich gar nicht gelohnt die Motoren zu starten, wir mussten erst einmal ein Bier trinken! keine 10 Meter weit sind wir mit den Kisten gekommen, unglaublich. Als wir uns Verabschiedet haben sind wir immerhin fast 200 Meter weit gekommen und haben auch den Fluss überquert, dort hat uns dann Georg schon erwartet, er wollte mit uns unbedingt ein Bier trinken. Diesmal Georg der Schrauber,  aus einem Bier wurden auch 2 oder 3 und es gab natürlich wieder mal diesen höllischen Schnaps, ein Teufelszeug.  Das ganze ist dann wieder zu einer art großen Fest ausgeartet, Georgs Frau hat frische Steinpilze zubereitet und dazu gab es Polenta ,eine Art Maisbrei aber sehr lecker. Wieder einmal ein sehr schöner und netter Abend! Am ende habe ich allerdings die Holzplatte auf die ich meine Honda in Josefs Hof normalerweise abstelle wegen der Dunkelheit verfehlt und die Kiste flog mir wieder mal auf die rechte Seite! Diesmal war der Spiegel fällig! Huberts Kommentar „Übermut tut selten gut“ leider hat er damit auch noch recht.

Da wir morgen weiter ziehen wollen hat Josef spontan noch ein Feuerwerk auf der Straße Veranstaltet. Einfach mal die Raketen rausgeholt und los geht`s, hier im Norden Rumäniens ist es wie im Wilden Westen!

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