Bereiste Länder:                 Thailand

Gefahrene Kilometer:      65489

 

Nach den beiden schönen Tagen in der alten Königsstadt Ayuttaya heißt es wieder Abschied nehmen von meinen Gastgebern. Ich habe ausnahmsweise mal einen sehr engen Zeitplan, die nächsten Tage sind schon fest Verplant. Zum Abschied bekomme ich noch ein paar Geschenke, unter anderem einen den einen Ring den jedes Mitglied der Familie trägt und den sie auch an enge Freunde verschenken als Zeichen der Freundschaft. Ich fühle mich richtig geehrt. Jetzt denkt jeder ich wäre verheiratet, die ersten Fragen kamen schon gleich am nächsten Tag als ich ein Bild auf Facebook gepostet hatte auf dem der Ring zu sehen war. Die erste Etappe führt mich über 450 km bis nach Khon Kaen. Dort wartet Tobi bereits auf mich. Wir hatten uns vor ein paar Monaten über Faceboock kennengelernt und er hat mich schon vor langer Zeit zu sich eingeladen. Auf Koh Phangan hatten wir uns knapp verpasst aber jetzt soll es endlich einmal klappen.  Dafür muss ich sogar mal Autobahn fahren, das mag ich eigentlich überhaupt nicht. Es ist mehr oder weniger extrem Langweilig, stumpfes Kilometerfressen. Landschaftlich wird es auch immer eintöniger. Keine grünen Berge mehr, statt dessen schier endlose Reisfelder, alles wird Flach und sieht irgendwie überall gleich aus. Der Isan ist eben die Reiskammer von Thailand.

Was soll ich sagen, der Abend mit Tobi und Frank war sehr Feucht und Fröhlich, ich glaube wir haben eine ganze Flasche Jägermeister und ein paar Bier geleert aber wir hatten auch ein paar sehr interessante Gespräche und ein unglaublich leckeres Abendessen das uns Tobi`s Frau serviert hat.  Ein sehr gelungener Abend muss ich sagen.

Bereits am nächsten Tag geht es für mich weiter auch wenn ich gerne noch ein oder zwei Tage geblieben wäre aber ich habe mich mit Simon und einer Freundin von Ihm in einer kleinen Stadt etwa 80 km östlich von Khon Kaen verabredet. Dort findet an diesem Wochenende das so genannte „Raketenfest“ statt. Jedenfalls haben wir es so genannt. Auf einem Feld werden am Sonntag Nachmittag riesige selbst gebaute Raketen in den Himmel geschossen, der Höhepunkt des insgesamt drei Tage dauernden Festes, leider hatte ich vergessen den AKKU meiner Kamera vorher zu laden und natürlich ist der genau dann am Ende wenn die größten Ballermänner in den Himmel geschossen werden, so ein Mist.  Davor gibt es jede Menge Konzerte und am Samstag einen riesigen Umzug.  Ich glaube Simon und ich waren die einzigen Ausländer dort. Simon hat übrigens seinen „Gipsfuß“ abgelegt und seine KTM reaktiviert, jetzt muss er sich erst einmal wieder an sein Gefährt gewöhnen. Seine 650er KTM ist wesentlich widerspenstiger als mein kleines Baby. Eine sehr Interessante Erfahrung ist die Zeit die wir im Kreise der Familie einer Freundin von Simon verbringen. Eine normale Reisbauernfamile aus dem Isan. Wir genießen die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft die uns entgegengebracht wird und ich bin wirklich froh auch diese Seite Thailands erleben zu dürfen, fern ab jedes Tourismus.

Wenn wir schon mal in der Gegend sind fahren wir auch noch nach Kalasin, die nächste größere Stadt. Hier lebt die Familie einer der Frau eines Freundes von Simon, wieder ein herzlicher Empfang für uns. Sie sind allerdings keine Reisbauern sondern sie züchten Frösche, eine sehr beliebte Delikatesse in vielen Teilen von Thailand. Viel gibt es in der Gegend sonst nicht zu sehen, abgesehen von dem Dinosaurier Museum ganz in der Nähe von Kalasin. Ich wusste bisher nicht das es in dieser Gegend so viele Funde von diesen Urzeitungetümen gab, man lernt eben nie aus.

Nach drei Tagen wird es dann Zeit weiter zu ziehen, wir wollen immer an der laotischen  Grenze entlang rauf bis nach Nan. Die ersten Kilometer sind zäh wie leder wie man so schön sagt, die üblichen Reisfelder und ein paar kleine Dörfer, typisch Isan eben. Übernachtet wird in einem kleinen Städtchen  namens Loei, hatte ich vorher noch nie gehört aber auf meiner abendlichen Erkundungsflug stelle ich fest das dieses Städtchen doch einen gewissen Charm hat. Mal abgesehen davon das die Monsun Zeit gerade beginnt und ich erst einmal zwei Stunden warten bis ich meinen Spaziergang starten kann.  Schon am nächsten Tag geht weiter, wie gesagt immer an der Grenze zu Laos entlang, die Landschaft und die Straßen werden langsam wieder Interessant, das langweilige geradeaus fahren wird jetzt durch ein paar schöne kurvige Bergstraßen abgelöst, jetzt macht es wieder richtig Spaß zu fahren.  Leider war ich etwas zu nachlässig was das tanken betrifft und so bleibe ich mitten in den Bergen ohne Sprit liegen, zum zweiten mal während meiner gesamten Reise überhaupt und ich kann es nicht fassen, beide male in Thailand, dort wo es eigentlich immer und fast überall Sprit gibt. Zum Glück hat Simon zwei Liter Reserve dabei und kann mir damit aushelfen, ich Dussel. Wir fahren rauf bis nach Nan, die Straßen sind ein Traum für mich und mein kleines Straßenmotorrad, Simon hat da mit seiner Maschiene weniger Spaß, sie ist eben für etwas anders gebaut worden.

Einen Tag Pause gönnen wir uns in Nan dann geht es weiter, rauf bis nach Chiang Rai. Die Sehenswürdigkeiten dort hatte ich bei meinem Aufenthalt im letzten November bereits abgeklappert, Wetter bedingt verweilen wir wieder für drei Tage dort bis der Regengott endlich Erbarmen hat und uns die knapp 200 km runter nach Chiang May fast trocken zurücklegen lässt.  Auch dort habe ich bereits im letzten Jahr so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten erkundet. Hauptziel ist es mein Baby noch einmal richtig durchchecken zu lassen bevor ich mich wieder einmal auf den Weg nach Laos mache. Nach 3 Monaten Thailand muss ich das Land verlassen, für mindestens einen Monat. So war mein plan Ende Juni und ich wollte eigentlich nach etwa 4 bis 6 Wochen Laos wieder zurück nach Thailand fahren und dann langsam aber Sicher meine Reise weiter in Richtung Süden fortzusetzen, wie gesagt, eigentlich denn es gab ein paar gravierende Änderungen bei den Einreisebestimmungen in Thailand. Davon ahnte ich allerdings nichts als ich an den Grenzposten an der Freundschaftsbrücke Nummer IV im Norden von Thailand heranrolle.Erst einmal den ganzen Papierkram erledigen und Nachholen den ich bei meiner Einreise vor drei Monaten aus Malaysia nicht bekommen habe und ohne den ich jetzt nicht ausreisen darf, dann noch ein wenig mit dem Chef vom Zoll diskutieren, er wollte mir erst knapp 12 Euro für eine Polizeieskorte über die Brücke abknöpfen aber  ich war Stur und er hatte wohl einen guten Tag und dann rolle ich wieder einmal über den Mekong. Ohne Eskorte!

6 Gedanken zu „Der Isan und zurück nach Nordthailand

  1. Sehr interessant dein Artikel wieder. Viel Spaß weiterhin… und paß auf dich auf. ??

  2. Hi Tino,
    danke für deinen Bericht, ich habe Dienstunterbrechung und lese deinen Bericht, um die Zeit bis zum Schlafen zu verkürzen. Klasse was du so treibst.
    Ich bin immer noch in Afrika und der Irrsinn geht seinen gewohnten Gang.

    Bis die Tage

    Steffen

  3. Hi Tino, es sieht so aus als bleibe ich bis Anfang Oktober in Afrika, wenn das in Beton gegossen ist bekommt meine Susi, wegen Vernachlässigung in diesem Jahr, bis erst 120 km gefahren, eine Baxter Sitzbank. Das ist beschlossen.

    Steffen

    • Da wird sie sich aber freuen und dein Hintern mit Sicherheit auch. Ich treibe mich derzeit als Backpacker in Thailand herum, warte auf das neue Carnet und ein paar andere Kleinigkeiten. Mein Babay wartet in Kambodscha auf mich, werde es erst im August wieder sehen und dann mal sehen wo es mich als nächstes hintreibt. Weiter nach Süden komme ich im Moment ja nicht, scheiss neue Regeln von Thailand!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Webseite