Bereiste Länder: Türkei, Georgien

Gefahrene km:     12897

Türkei ab Kappadokien im Schnelldurlauf!

  • Von Kappadokien bis Sumela über die Berge Anatoliens,
  • zwei Nächte im Zelt, Saukalt
  • Unterwegs in Thermalquelle gebadet und von Doktorfischen anfressen lassen
  • letzte Etappe nach Sumela reinste Offroadpiste  und davon die letzten 50 Km bei Nacht!
  • Besichtigung Sumela Koster, sah von aussen vielversprechender aus als von innen
  • Treffen in Trabzon mit Steffen und seiner Frau, noch kein Paket angekommen
  • Weiter nach Rize, Teeanbaugebiet der Türkei, Sauwetter, Regen und kalt!
  • Besuch vom Tiermarkt
  • Unterkunft in den Bergen bei einer netten Teebauernfamilie,  zum Glück denn in der Nacht starker Regen und Wind!
  • Weiter nach Batumis, ich Depp habe jetzt schon den zweiten Trinkrucksack verloren! AHHHRRRGGGG!!!! Natürlich wieder Regen und Wind!
  • Meine Luftmatratze ist seit drei Tagen kaputt, hält einfach keine Luft mehr und ich schlafe mehr oder weniger auf dem Boden! Nochmal AHHHRRRGGGG!!! Ich kann das Leck einfach nicht finden.

So, das war so in etwa eine Woche die in der wir von Göreme bis nach Batumi gefahren sind und wie ich bereits angedeutet habe, das Wetter wird langsam Besch…. (eiden wollte ich sagen)! Ein paar Bilder habe ich auch dazu.

Jaja, ich weiß, „wenigstens ein bissel sortieren hättest du sie können!“ Alles etwas durcheinander aber nochmal, Sch…. Wetter!

Georgien

Der nächste Landesaufkleber den ich mir irgendwann auf meinen Koffer kleben werde heißt GE, nach ISO-3166 die offizielle Abkürzung für Georgien. Da wir noch auf unsere Reisepässe warten müssen und die Einreise nach Georgien problemlos mit dem Personalausweis funktioniert haben wir uns kurzer Hand dazu entschlossen noch eine weitere Woche mit Sarah und Rüdiger zu verbringen und die wollten nun einmal in den Kaukasus, eben nach Georgien. Auf nach Norden! Die Einreise war wirklich überhaupt kein Problem, etwas über 30 Minuten und wir waren drüben. Das erste Ziel war Batumi, das Las Vegas von Georgien direkt am Schwarzen Meer. Die erste positive Überraschung gab es an der Tankstelle, endlich mal ein wenig Erholung für die Reisekasse und Bier ist auch wieder erschwinglich, ich bin fast abstinent geworden bei den Preisen in der Türkei!

Da das Wetter immer noch sehr zu wünschen übrig lässt muss mal wieder eine Unterkunft her! Also in Batumi erst einmal zu MC Donald bei Booking.com nach einer bezahlbaren Unterkunft gesucht, die war auch schnell gefunden, 9 Euro für das Doppelzimmer in einer Art Pension etwas Außerhalb der Stadt. Aus der erhofften Dusche wurde allerdings nix, ausgerechnet Heute ist die Wasserleitung kaputt gegangen. Wenigstens war es im Zimmer trocken aber ein wenig vom Preis haben wir trotzdem Abgezogen. Am nächsten Tag haben wir noch eine kurze Runde durch die Stadt gedreht und dabei tatsächlich ein Stück Heimat entdeckt.

 

Bis nach Mestia ist es zu weit für einen Tag also noch einen Nacht im freien, ein schöner Platz am Fluss wurde relativ schnell gefunden, natürlich regnete es fast den ganzen Tag. Durch Georgien zu fahren macht eigentlich sehr viel Spaß, hinter jeder Kurve lauert eine neue Überraschung auf uns, da kann plötzlich alles mögliche auf der Straße stehen, vom Huhn bis zum Rind ist da alles möglich, in den Bergen kommt dann noch der Steinschlag hinzu, da kann schon mal die ganze Straße voll Geröll liegen, große und kleine Steine liegen sowieso ständig auf der Straße rum und ein großer Nachteil des Nutzviehes, sie lassen ihre Stoffwechselendprodukte auch einfach auf die Straße fallen, das kann in der Kurve schon mal zu einem sehr instabilen Hinterrad führen wenn man da nicht genau aufpasst.  Hatte ich eigentlich schon gesagt das das Wetter sehr zu wünschen übrig lässt? Wir fahren die gut ausgebaute (bis auf die Steinschläge) Straße hinauf bis nasch Mestia.  Unterwegs treffen wir noch drei Radfahrer die auch dahin wollen, die schaffen das aber nicht mehr Heute, Respekt vor der Leistung, bei dem Sauwetter die Berge hinauf, da muss man schon einigermaßen Fit sein. Am frühen Nachmittag sehen wir dann zum ersten mal die Wehrtürme kurz vor Mestia, der Grund weshalb die auf etwa 1500 Meter gelegene Stadt zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Es ist kalt, Camping kommt nicht in Frage, mitten in der Stadt finden wir ein sehr gutes Hostel für einen mehr als fairen Preis, da quartieren wir uns ein.

Am nächsten Tag ist Wandern angesagt, zu einem Gletscher soll es gehen, 14 km einfach, das machen wir doch mit links oder? Ich muss zugeben das meine Knochen doch wohl schon ein wenig eingerostet sind, nach den 28 km hatte ich doch ganz schön Muskelkater, den ganzen Tag Motorrad fahren trainiert wohl doch eher ein paar andere Muskelgruppen denke ich aber es war ein schöner Ausflug und sogar der Wettergott meinte es Heute einmal gut mit uns. Kein Regen und es war wirklich einmal wieder warm,die Sicht auf die Berge war erstklassig, einpaar Wolken trübten da das Bild überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Am Abend gab es dann im Restaurant ei Wiedersehen mit den beiden Radfahrern die wir auf dem Weg hier hoch getroffen hatten. Alles in allem ein sehr gelungener Tag!

Als ich am nächsten morgen meine Maschine beladen wollte traf mich fast der Schlag, da hatte doch jemand in der Nacht meine Kiste umgeworfen, sie ist dabei mit dem Handprotektor so auf die Steintreppe gefallen das der gleich abgebrochen ist, immerhin haben sie die Kiste wieder aufgestellt so das es nicht sofort auffällt. Ich hatte in der Nacht irgend etwas gehört was so ähnlich klang wie ein umfallendes Motorrad, bis ich mich allerdings hoch gequält hatte und am Fenster war standen beide Motorräder wie vorher und niemand war zu sehen. Das ganze bemerkte ich erst am Morgen wie gesagt, zum Glück habe ich mich für die Version mit Metallbügel entschieden, so ist der Bremshebel ganz geblieben und mit ein wenig Klebeband konnte ich den Rest auch wieder ankleben, ärgerlich ist es trotzdem.

 

Hubert und ich wollten die Strecke über Ushguli nach Kutaisi fahren, das war mit Sarah`s und Rüderger`s altem Wohnmobis einfach unmöglich, also nach kurzer Weg-Zeit Berechnung ein Treffen bei Kutaisi um 17:00 Uhr ausgemacht, das sind ja nur 200 km, das schaffen wir bis dahin locker, hatten wir so gedacht. Das was dann kam war eine Offroadpiste vom allerfeinsten. Meine kleine Honda ist für so etwas noch nicht einmal Ansatzweise gebaut worden, sie fühlt sich auf Teerstraßen richtig wohl, dachte ich zumindest aber sie hat tapfer alles gemeistert was der wilde Kaukusus ihr unter die Räder geworfen hat! Wohlgemerkt Räder mit einem reinen Profil für die Straße, die sind erst recht nicht für solche Schlammpisten geeignet! Für die knapp 45 Km bis Usguhli haben wir schon über zwei Stunden gebraucht und das soll der gute Teil der Strecke sein, eine kurze Mittagspause haben wir uns gegönnt, die „georgische Pizza“ bestehend aus Käse im Brot hat uns Kraft für den anstrengenden Teil des Weges, die war auch mehr als nötig! Bis auf 2500 M ging es rauf, die Schneegrenze war erreicht, oben hielten zwei georgische Grenzpolizisten in einem kleinen LKW  Wache, der Berg vor uns war die Grenze zu Russland! Noch etwa 120 Km Schlammpiste, das war wirklich sehr anstrengend! Am vereinbarten Treffpunkt waren wir dann erst um 21:30 Uhr, soviel dann zum Thema!

In dieser Nacht habe ich jedenfalls sehr gut geschlafen!

Dann ging es weite nach Tiflis, an der Straße wird hier alles mögliche verkauft, jede Ortschaft scheint sich auf etwas spezialisiert zu haben, jedenfalls gab es in einem Dorf lauter Töpferwaren, im nächsten Dorf lauter Süßkram und in einem Dorf gab es geschätzte 100 Bäckereien die das leckerste Brot gemacht haben das ich jemals gegessen habe! Es wurde immer frisch zubereitet, mit Rosinen und einem leckeren Überzug, keine Ahnung welcher. Jedenfalls war es noch warm und es hat so gut geschmeckt das ich gleich zwei davon gegessen habe solange sie noch warm waren.

Übernachte wurde übrigens an einem wunderschönen Stausee direkt unterhalb einer der ältesten Kirchen des Landes, fragt mich allerdings nicht mehr welcher. Ich weiß nur noch das meine Matratz immer noch kaputt ist und ich somit wieder auf dem Boden schlafen durfte (Ich habe allerdings die undichte Stelle gefunden aber ich habe sie nicht abdichten können), mein mühsam zusammengetragenes Feuerholz wurde von einem plötzlich einsetzendem Regen wieder zunichte gemacht und wir waren allerdings gut beschütz von drei Hunden! Der kleinste hatte es sich in meinem Vorzelt gemütlich gemacht, der Rest hat unter dem Wohnmobil geschlafen.

Am nächsten Tag haben wir dann Tiflis besichtigt, ein gemeinsames Mittagessen und dann hat jeder eigentlich so seinen eigenen Erkundungstripp gestartet. Ich bin mit der Seilbahn hoch auf den Berg zur „Mutter von Georgien“ gefahren und habe mir die alte Burg angeschaut bis es leider wieder einmal zu anfing zu Regnen, da blieb dann nur noch das Kneipenvirtel, das lag direkt unterhalb der Burg und ratet mal was ich da gefunden habe!

Noch etwas habe ich in Tiflis gekauft, den nächsten Schwung Postkarten für Deutschland. Der Einkauf war schon ein teures Vergnügen aber das gebe ich ja gerne aus, das Porto allerdings hat mich fast umgehauen, für jede dieser kleinen Bilder aus der Fremde die ich dann am Abend in meinem Zelt auf der Platten Matratze mit krummen Rücken sitzend und im fahlen Licht meiner Stirnlampe geschrieben habe (es war saukalt und hat natürlich wieder geregnet an dem Abend) hätte ich zwei Liter Bier oder was noch viel wichtiger ist 3 Liter Benzin bekommen! Der Schwung der Grüße in die Heimat hat das Budget von fast zwei Tagen aufgefressen oder anders ausgedrückt, ich hätte dafür zwei mal Volltanken können und mehr als vier Liter Bier wären auch noch drin gewesen! Das wollte ich nur mal so nebenbei bemerken und jeder der so ein kleines Bildchen mit irgendwelchen Krakeln die wie Buchstaben aussehen sollten aus Georgien von mir bekommt muss sich auch nicht in irgendeiner Weise verpflichtet fühlen hier einen Kommentar zu Hinterlassen. Ich muss sowieso den Postverteiler ein wenig zusammenstreichen! (Verwandte ersten Grades sind davon allerdings Befreit!)

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von den Annehmlichkeiten des Wohnmobiles und von Sarah, Rüdiger und Hubert! Die wollten noch eine Runde durch Armenien drehen, Einreise nur mit Reisepass möglich also fahre ich zurück nach Trabzon. Zwei Möglichkeiten habe ich, Autobahn oder Bergpass, welche wähle ich dann wohl? Die Übernachtung am Fuß des Passes war allerdings wieder sehr frostig, ein schönes Feuer hat da am Abend wirklich Wunder bewirkt und noch ein Wunder, es regnet einmal nicht. Ein Pärchen aus Slowenien die mit ihrer 1200er GS unterwegs sind habe ich auch noch getroffen. Der Weg über den Pass war natürlich wieder einmal schlechter als ich erwartet hatte, im Vergleich zu der Strecke von Mestia nach Kutaisi allerdings war das die reinste Autobahn und so kam ich dann am frühen Nachmittag wieder an der Grenze zur Türkei an. Fast problemlos war die Einreise dieses mal. Ich musste diesmal für 15 Euro eine Versicherung abschließen, komisch, bei der ersten Einreise hat das niemanden gestört. So ist eben manchmal und ich will ja zurück in die Türkei, da hilft eben alles nix, da wird gezahlt! Wen Treff ich direkt nach der Grenze wieder? Die beiden Radfahrer aus Mestia! Die suchen eine Platz zum Zelten und wollten dann mit dem Zug nach Hause. Ein kurzes Hallo und ein kleiner Plausch, dann geht jeder seiner Wege!

 

 

2 Gedanken zu „Im Kinderzimmer von Stalin!

  1. Hallo lieber Tino,
    wir wünschen Dir und Deinem Kumpel weiterhin eine gute unfallfreie und reparaturfreie Weiterfahrt.wir wünschen euch eine gesunde Reise und hoffentlich viel SONNE! Wir lesen Deine interessanten Berichte gern.Die Bilder erinnern uns an 1976 als wir auch in Batumi waren.Esgab damals allerdings noch kein McDonalds haha.
    So nun nochmal liebe Grüße und alles Gute von uns!

    Anneli und Steffen

    • Danke, habe gleich den Haken hinter Eure Adresse gesetzt! Wir jagen gerade der Sonne nach, im Moment ist noch ein wenig schneller.

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