Bereiste Länder:  Iran

Gefahrene km:     15448

Ganz viel Sand, hier ist die Wüste wie man sie sich Vorstellt (5)

Endlich erschwingliche Benzinpreise!

 

Allerdings muss ich erst einmal aus der Türkei rauskommen. Die Prozedur an der Grenze ist eigentlich ganz einfach aber aus irgendeinem Grund muss ich noch eine Extrarunde durch die Röntgenanlage drehen, die befindet sich allerdings auf der LKW Spur und ist gar nicht so leicht zu finden. Die Trucker haben mich auch freundlicherweise nach vorne gelassen und so habe ich etwas über eine halbe Stunde verloren, das geht noch. Mit dem Stempel im Pass zurück zu dem Beamten den wir am Anfang erst gar nicht gefunden hatten und dann ging auch für mich das Tor zum Iran auf.

Hubert ist schon fast fertig und wartet vor der Grenzstation. Ich ärgere mich nur das ich auf so einen schmierigen Grenzhelfer reingefallen bin, 20 Euro wollte er dafür haben das er mit mir die einzelnen Stationen abgelaufen ist, mit etwas Erfahrung bekommt man das auch alleine hin denke ich.  Als ich endlich fertig bin wird noch schnell Geld gewechselt und dann können wir endlich los. Eine letzte Hürde müssen wir allerdings noch überwinden, die letzte Schranke zum Iran ist noch verschlossen, wir brauchen noch eine Unterschrift von der Polizei auf unserem Laufzettel. Direkt davor lauert allerdings der nächste dieser Schmierigen Typen auf uns und auch der will nur „unser Bestes“! Dieses mal geht es um die sagenumwobene Versicherung. Ich habe es leider Versäumt den Typ nach seinem Ausweis zu fragen, irgendwie war ich wohl überrumpelt. Er schleppte uns also in das Versicherungsbüro und dort fing ein anderer Typ mit Anzug gleich an etwas in den Computer zu Tippen. Wir haben mehrfach gefragt was diese Versicherung denn kosten soll aber keine Antwort bekommen. Irgendwo hatten wir gelesen das es etwa 40 Dollar kostet. Erst nach mehrfachen nachbohren rücken die Typen mit einer Zahl raus, 137 Euro schreiben sie da auf ein Blatt Papier! Das soll wohl ein Witz sein? Sie versuchen uns zu erklären das wir im Iran eine Versicherung für 12 Monate abschließen müssen und so weiter und so fort, alles Unsinn, wir schnappen uns unsere Pässe und die Carnets vom Tisch und gehen raus, natürlich werden wir von den Typen begleitet, sie reden auf uns ein, wir kommen nicht zum Tor raus ohne Versicherung und lauter so eine gequirlte Kake. Inzwischen sind wir dann schon soweit das sie uns helfen wollen ohne Versicherung durch die letzte Schranke zu kommen, das kostet dann nur 45 Euro, ich hätte den Typen am liebsten eine geschmiert! Am Ende ist es ganz einfach die Schranke zu überwinden, einfach zu dem netten Beamten gehen, der prüft dann den Laufzettel und stellt fest das da noch eine Unterschrift fehlt, sagt einem aber auch gleich wo man die bekommt, gleich im Häuschen gegenüber, da sitzen zwei Beamte. Der erste prüft und stempelt und der zweite setzt dann seinen Hans-Wilhelm darunter und schon geht die Pforte auf und wir sind im Iran, ganz ohne die Versicherung. Ich muss wohl nicht noch extra Erwähnen das die schmierigen Typen die ganze Zeit hinter uns her gerannt sind und auf uns eingeredet haben aber den Vogel hat der Dicke von denen abgeschossen, der wollte uns doch tatsächlich erzählen das wir die Unterschrift nur bekommen hätten weil er mit in dem Büro war! Ein „Freundschaftsdienst“ für lächerliche 40 Euro pro Nase!! Was für ein Schwachsinn!! Ich kann alle nur davor warnen sich auf diese Betrüger einzulassen! Es geht auch ohne Sie und eines habe ich daraus auch noch gelernt, meine Papiere bekommt keiner mehr in die Hand der keine Uniform an hat oder sie offiziell ausweisen kann!

Haltet Euch bloß fern von den Typen!!!!

Ich war ein wenig geladen und zu allem Überfluss fängt es jetzt natürlich auch noch an zu Regnen. Nichts wie weg hier! Meine Laune bessert sich zum Glück direkt ein paar Minuten später, direkt an der ersten Tankstelle hieß es dann „Full Please“ und das für nicht einmal 5 Euro, eine Wohltat nach den Preisen in der Türkei. Am ersten Tag fahren wir bis Tabriz. Im Iran verzichten wir auf unser Zelt und nehmen uns ein kleines Hotelzimmer, fairer Preis und nette, freundliche haben uns da nicht lange überlegen lassen.  Am nächsten Morgen gönnten wir uns zuerst einmal ein sehr leckeres Frühstück und besuchten noch kurz den berühmten Basar.

Dann ging es weiter, wie weit genau wir Heute fahren wussten wir noch nicht, so weit wie möglich in Richtung Esfahan, das sind etwa 1000 km. Unser Problem, wir haben nur 10 Tage Zeit um etwas vom Iran zu sehen, eindeutig zu wenig aber wir wollten mit einer Gruppe Wohnmobile durch Pakistan fahren, das engte uns ein wenig ein. Erst einmal losfahren und dann sehen wie weit wir kommen. Einen richtigen Plan für Heute hatten wir nicht gemacht. Unterwegs wurde der inzwischen mehr als überfällige Ölwechsel erledigt. Das ganze hat etwa 20 Euro gekostet, inclusive Öl, ein wahres Schnäppchen kann man sagen. Wir kommen wirklich gut voran und als es langsam dunkel wird machen wir nochmal eine etwas längere Pause um das Abendessen zu genießen.  Wir wurden gleich wieder zu von einem iranischen Biker eingeladen, der hatte seine Werkstatt gleich um die Ecke. Leider wurde es nur ein kurzer Besuch, wir wollten ja weiter und wussten immer noch nicht wie weit wir Heute noch kommen.

 

Erst mal schnell weiter, Kilometer fressen ist angesagt und wo kann man das besser als auf der Autobahn? Das Problem ist nur, iranische Autobahnen sind für Motorräder gesperrt und vor der ersten Mautstation lungern natürlich auch gleich zwei Polizisten rum die uns sofort Stoppen und gleich wieder zurück schicke wollen. Mit ein wenig Überredungskunst lassen sie uns dann doch durchfahren und das beste, für uns kostet es keine Maut. Da es immer kälter wurde hatten wir auch absolut keine Probleme wach zu bleiben, wir befinden uns immer noch permanent auf über 1500 Meter Höhe. Ich weiß nicht mehr genau wann aber es war schon weit nach Mitternacht als wir beschlossen haben die Nacht einfach durch zu fahren, dann sind wir dann am Morgen gegen 07:30 in Esfahan! Gesagt, getan und so haben wir, unterbrochen von einigen kurzen Pausen zum aufwärmen und Tee trinken, einfach die ganze Nacht auf der Straße verbracht. Kurz vor Esfahan erlebten wir dann den Sonnenaufgang. In der Stadt haben wir das erste beste Hostel genommen, ich musste erst einmal Schlaf nachholen und startet am späten Nachmittag einen kleinen Spaziergang über den Basar. Am nächsten Tag haben wir dann eine Pause eingelegt, die war auch bitter notwendig nach den 975 km am Stück. Esfahan ist wirklich sehenswert, da hätte ich noch einen Tag verbringen können aber wir haben ja leider ein Zeitproblem.

 

 

4 Gedanken zu „Der lange Weg nach Esfahan.

  1. Hi Tino,
    habe gerade mit großem Interesse Deine Aufzeichnungen gelesen und Hut ab, vor allem wie ihr den Schleimis an der Grenze nicht ins Netz gegangen seid. Hie in Trabzon regnet es nun schon 48 Stunden ohne Unterlass. Ansonsten werde ich Ende November mal für ein Wochenende rüber nach Deutschland fliegen und den Weihnachtsmarkt unsicher machen. Mal Glühwein und die sonstigen Genüsse auf dem Weihnachtsmarkt aufsaugen, bevor es wieder ans Schwarze Meer geht und ich hier die Feiertage und den Jahreswechsel um die Ecke bringe. Mein Auto springt zuhause nicht mehr an, die Batterie hat den Geist aufgegeben und Motorrad fahren werde ich auch nicht können, da meine Susi zur Zeit keine Sitzbank hat, die ist beim Polsterer um wie schon angedeutet 2 cm auf der Fahrerseite ab gepolstert zu werden und 2 cm dafür der Soziussitz auf gepolstert zu werden. Ansonsten gibt es hier nichts neues, daher Gute Fahrt.

    Steffen

    • Hallo Steffen,
      danke nochmal für deine Hilfe. Ja, das war wirklich knapp! Ich wünsche dir viel Spaß in Deutschland und genieße den Glühwein. Ich bin inzwischen seit 2 Wochen völlig abstinent. Eine gepolsterte Sitzbank, das hätte ich auch gerne bei dem Ritt nach Esfahan gehabt, ich kann dir gar nicht sagen wie sehr mir da der Arsch weh getan hat! Viele Grüße auch an Martina und auch ein großes Dankeschön!
      Tino!

  2. wenn du wieder nach hause kommst bekommste von uns auch erst mal einen glühwein egal ob sommer oder winter wir sind stolz auf dich lass dich an den grenzen nicht so sehr ärgern !

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