Schwarzes Meer eigenhändig berühren – Check!

Bereiste Länder:   Rumänien

Gefahrene km:      5836

Stürze/Umfaller:   Zwei mal ist die Honda wieder auf den rechten                                                     Koffer geflogen

Schäden/Pannen: Der erste platte Reifen unsere Reise (BMW)

Mit einem Satz neuen Reifen bei mir,  einem neuen Haus sowie einer neuen Matratze bei Hubert. Die knapp 450 Km bis nach Murighiol wollen wir in zwei Tagen hinter uns bringen. Es ist schon später Nachmittag als wir in Brasov aufbrechen, ich hatte mir beim Packen diesmal wieder ein wenig mehr Zeit gelassen und endlich habe ich es geschafft, meine Kleine muss nur noch 2 Packsäcke tragen und ich kann endlich immer an das Topcase ran.

 

Die Fahrt in Richtung Osten war doch sehr zähflüssig, fast 25 Km nur Stau und Auto an Auto, eine Umgehung unmöglich da die Straße durch ein enges Tal führt. Also warten und ab und zu mal an einigen Autos vorbeiziehen, das geht auch hier mit dem Motorrad recht gut. Die wolkenverhangenen Berge gaben eine schöne Kulisse ab und ich hatte während der Fahrt eigentlich genug Zeit um Fotos zu machen, der Stau war ewig lang.

Irgendwann hatten wir den Stau dann hinter uns gebracht und es ging einigermaßen zügig in Richtung Bukarest. Nach dem nächsten Stau noch eine kurze Rast am Shoppingcenter und weiter geht es. Es ist doch zum verrückt werden, entweder Stau oder stinklangweilige Strecke, meine ach so geliebten Straßen, ewig nur gerade aus, links Sonnenblumen und rechts Mais oder Umgekehrt. Nach 280 Km haben wir uns gesagt, Schluss für heute, ein Plätzchen war auch ziemlich schnell gefunden die Zelte wurden aufgestellt und Hubert ist dann gleich nochmal los, wir mussten ja schließlich  noch Richtfest für sein neues Haus mit einem Bier feiern. Ich hatte inzwischen schon ein kleines Feuer angezündet und den Rest des Abends wurden Tagebücher geschrieben und Fotos sortiert und kopiert so lange die Akkus mitmachen. Wild Campen ist schon was schönes.

Am nächsten Morgen ging es weiter, keine 200 km mehr, da haben wir heute früh Feierabend haben wir gedacht aber erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt. Über die Donau ging es wieder einmal mit einer Fähre, da haben wir ja schon Erfahrung, auf der anderen Seite gleich eine ganz neue Welt, Wälder, Kurven und enge Straßen neben ganz viel Wasser. Beim ersten Fotostop dann der Schock, Hubert entdeckt eine Schraube in seinem Vorderreifen. Was nun? Sofort reparieren? Weiterfahren bis zum nächsten Vulkanizer? Wir haben uns für das letztere entschieden und sind natürlich nicht sehr weit gekommen, nach ca 15 km ging die Luft raus, er hat zwar langsam die Kiste abgebremst aber kannte sie nicht halten, dann lag er auf der Straße. Also wird jetzt hier repariert, etwa 2 Stunden hat es gedauert dann konnten wir weiter und diesmal war leider kein neues Hondagirl in der nähe, schade.

Weiter bis nach Murighinol, am Ortsanfang wurden wir sofort abgefangen, Romeo ist ein äußerst Geschäftstüchtiger junger Mann der wie mir scheint den ganzen Tag vor dem Dörfchen Patrouille fährt um die Leute auf seinen Zeltplatz zu bekommen. Sein Zeltplatz wird auch beim ADAC erwähnt steht auf seinem Plakat, wir sind natürlich voll eingestiegen und die 6 Euro pro Nacht empfand ich jedenfalls als nicht zu teuer. Wir quartierten uns ein und während Hubert sich für die Fischsuppe entschieden hat habe ich mal eine Erkundungstour durchs Dörfchen gemacht. Sehr nett muss ich sagen. Am nächsten morgen um 08:00 Uhr sollte es losgehen, eine Bootstour durch das Donaudelta, ein Highlight unserer Reise. Es war einfach wirklich spitze, wir hatten ein kleines Boot mit Dach das uns vor der Sonne schützen sollt, einen Kapitän der weder deutsch noch englisch sprach aber dafür eine Zigarette nach der anderen geraucht hat, an der Tankstelle haben wir noch Bier besorgt und nach ca. 2 Stunden fing es an zu Regnen und das nicht wenig. Genau deshalb werde ich diese Tour wohl niemals vergessen, unser Kapitän hatte extrem viel Erfahrung denke ich, wenn auch nur einer von uns die Kamera hob ging er sofort vom Gas, er fuhr langsam und vorsichtig an die Vögel heran die wir ja sehen und fotografieren wollten und das Sonnendach gab uns wenigstens ein bisschen Schutz  vor dem Regen´der war ziemlich stark geworden. Einige Fischer haben wir auch noch besucht und am Nachmittag war plötzlich wieder bestes Wetter und unsere Klamotten waren schnell wieder trocken. Viele schöne Bilder von Vögeln gab es auch noch und wir hatten sehr viel Spaß, das kann ich wirklich nur weiterempfehlen.

Kurz nach der Rückkehr kam der nächste Wolkenbruch aber das war uns eigentlich ganz recht, so konnten wir wenigstens einen Nachmittagsschlaf im Zelt machen. Normalerweise ist es um diese Zeit ca. 45 Grad heiß darin. Seeluft macht eben müde. Am Abend hat Romeo dann noch 2 junge Backpackereinnen abgefangen, wirklich heftig wie die unterwegs sind, die haben nicht einmal ein Zelt sondern nur eine Hängematte, zugegeben ein modernes Teil aber ich glaube das wäre nix für mich. Dann kam noch ein Pärchen aus der benachbarten Pension und zwei deutsche Lehrer dazu und wir hatten einen lustigen und interessanten Abend.

Am nächsten morgen ging es dann gemütlich weiter Richtung Süden, ein Platz irgendwo am Schwarzen Meer war heute unser Ziel und weit war es auch nicht, wir hatten also alle Zeit der Welt.  Wenn man so eine Reis macht dann lernt man schon eine Menge sehr interessante Leute kennen. Ganz zufällig haben wir einen Radfahrer aus Donaueschingen getroffen, der ist gerade 4 Monate lang einfach die Donau hinunter bis ins Delta gefahren. Er hat seine Reise beendet, wirklich beneidenswert, was natürlich wieder keiner von uns gemacht hat ist ein Foto dabei hat jeder von uns seine Kamera extra immer griffbereit im Tankrucksack aber da hat wieder einmal keiner daran gedacht. Schön langsam sind wir an das Meer herangefahren, den ersten Stop hatten wir in einer großen Stadt, keine Ahnung mehr wie sie heißt und wir haben das erste mal das Schwarze Meer berührt!

Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter und finden hinter einem Ferienort einen richtig schönen Platz zum Zelten direkt an der Steilküste, wir sind hier auch nicht alleine, irgendwie ist das wohl so ein Spot auf den wir da zufällig gestoßen sind. Zelt aufbauen, Bier holen, Tagebuch schreiben und dann einfach den Abend Genießen waren die Aufgaben für den Rest des Tages.

Achso, noch etwas, so wie es aussieht gibt es wohl doch den einen oder anderen der hin und wieder mal auf dieser Seite vorbeischaut und auch mal einen netten Kommentar hinterlässt oder ach mal eine kleine Nachricht in FB oder per E-Mail an mich sendet. Das entschädigt dann eigentlich immer für alles. Dafür stehe ich sehr gerne in der Mittagshitze, wenn alle anderen fast Nackt zum Baden ans Meer gehen, in schwarzen Motorradklamotten fast 2 Stunden vor einem Supermarkt mitten in der Stadt mit gezücktem Handy und Tablett und schiebe Fotos hin und her und schreibe neue Beiträge mit einem Stück Brot in der Hand und einer Flasche Cola (übrigens die allererste auf der Reise) nur weil es dort WiFi und Strom gibt! Wir sind schon ganz schön verrückt!

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Tablett, Handy, Tagebuch und Cola! Alle anderen rennen ans Meer und wir basteln an unseren Beiträgen.

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