Wie das Leben manchmal so Spielt!

Bereiste Länder:   Bulgarien

Gefahrene km:      6679

Stürze/Umfaller:   Natürlich wieder einmal auf den rechten Koffer

Schäden/Pannen: Ein Nagel im Nagelneuen Reifen!!!

Nach über eine Woche hatte ich mal wieder genug vom Schwarzen Meer und wollte mir in die Berge von Bulgarien. Ein paar Tipps habe ich mir bei den netten Damen vom gestrigen Abend noch geholt und der Afrödelei und dem kurzen Abstecher im schicken Städtchen ging es dann erst einmal ein paar Kilometer zurück in Richtung Burgas.

Ich verlasse mich ja nun nicht nur blind auf mein Navi aber auch meine Karte gab keine einzige halbwegs vernünftige Straße her die ich von dort aus hätte fahren können. Da bleibt nur die große Fernstraße. Eigentlich ist die Relativ gut zu fahren aber es gab immer wieder die eine oder andere Schrecksekunde weil sich da ganz plötzlich riesige Schlaglöcher auf der Straße befinden oder die  Straße solche Wellen hat das man denkt man fährt quer über einen Kartoffelacker, muss wohl auch mit den vielen LKW´S zu tun haben die auf dieser Straße unterwegs sind. Meinen Plan nochmals nach Kamicha zu fahren hatte ich auch noch nicht ganz verworfen, ein großes Bikertreffen ist schon sehr verlockend für mich. Bis nach Kardzhali  wollt ich heute fahren, dort ist auf meiner Karte ein großer See eingezeichnet und da wird es mit Sicherheit ein Plätzchen geben wo ich heimlich, still und leise mein Zelt aufstellen kann. Wie gesagt, das war der Plan, den ersten großen Rückschlag erlitt dieser Plan beim Tankstop kurz nach Elhovo entdeckte ich einen Nagel in meinem nagelneuen Hinterreifen! Das kann doch wohl nicht wahr sein, da fährt man fast 2000 km mit sliks durch die Gegend und da passiert nix und dann hast du neue Schlappen drauf und nach nicht einmal 900 km steckt da schon ein Nagel drin! Was nun? Zuerst mal prüfen ob überhaupt Luft entweicht, Gott sei dank war das nicht der Fall.  Entweder an Ort und Stelle das Ding rausziehen und einen „Pilz“ setzen oder ein bissel Risokobereitschaft zeigen und weiterfahren, das hat bei Hubert ja auch schon nicht geklappt. Das Flickzeug ist eigentlich Griffbereit aber der Kompressor ist im rechten Koffer ganz unten Verstaut! Also Risiko und weiter. So langsam wird es in der Gegend auch ein bissel bergiger und es macht mal wieder saumäßig viel Spaß zu fahren auch wenn ich dabei immer an den Nagel im Reifen denken muss. Überhaupt hat man während der Fahrt eigentlich jede Menge Zeit zum Nachdenken. Oft denke ich darüber nach was ich alles so erlebt habe und wie ich das in den nächsten Beitrag packe. Heute gerad überlege ich wie lange mir die Kiste denn schon nicht mehr Umgefallen ist. Ich bin wirklich stolz auf mich, es müsste fast eine Woche her sein.  Unterwegs sehe ich noch sehr viele verfallene alte Landwirtschaftsbetriebe und schier endlose erntereife Sonnenblumenfelder.

Schön langsam fahre ich so vor mich hin, da bemerke ich das die Akkus vom Garmin leer sind. Ich habe mir extra ein GPS 62 gekauft um meine Route aufzuzeichen und täglich abzuspeichern. Das klappt auch hervorragend, ich weiß nur noch nicht wie ich das ganze mal auf den Rechner übertragen kann aber da komm ich auch noch dahinter, wird ja keine Wissenschaft sein. Also rechts ran und Akkus wechseln, das war kurz vor Harmanli und was soll ich sagen, kaum habe ich angehalten schon kippt die ganze Kiste zu weit nach rechts und halten kann ich die knapp 300 kg (geschätzt) sowieso nicht. Also liegt die Maschine wieder einmal auf dem rechten Koffer, genau in dem Moment kommen zwei Typen mit ihren Motocrossmaschinen angefahren. Nach der hilfe beim Wiederaufstellen noch ein kurzer Smaltalk, woher komm ich und wohin will ich… und noch ein Tipp, hier in der Stadt gibt es einen Campingplatz mitten in der Stadt, sehr gut gepflegt und günstig. Da ich jetzt eh die Faxen dicke hatte und mir immer noch der Nagel in meinem Nagelneuen Reifen im Kopf rumschwirrte habe ich mich einfach entschlossen eine Nacht hier in Harmanli zu bleiben. Ich traute allerdings meinen Augen nicht als ich auf dem Parkplatz dieses Gefährt stehen sah!

Ein sehr seltsames Gespann

Ein sehr seltsames Gespann

Christian ist mit einem Traktor seit zwei Monaten unterwegs und will bis in den Osten der Türkei fahren und ich dachte schon ich bin verrückt!

http://www.slowdowneast.de  , einfach mal reinschauen, ist sehr Interessant!

Jetz ist der Reifen dran, einmal kurz am Nagel gedrückt und ich wusste was los ist, nein, ich habe natürlich kein Glück und das ding ist nur so kurz das es nur im Profil steckt, es zischt heftig wenn ich nur ein wenig drücke, also was jetzt, selbstversuch oder Reifenbude?  Nach kurzer Überlegung habe ich mich für die Reifenbude entschieden und das war auch gut so, das Scheissding war nämlich nicht nur sehr lang sondern steckte auch noch fast Quer im Reifen. Einfach ein Pilz setzen ging da nicht. Fast ne Stunde hat das gedauert und mich wieder einmal 20 Euro gekostet, naja, wenn es die nächsten 9000 Km hält war es das Wert. Nach einem kurzen Streifzug durch Harmanli hat mich Alexander, der Zeltplatzbesiter, noch zu einem Bierchen eingeladen, Christian kam auch noch dazu und später der Typ mit der Motocrossmaschine . Ein paar gute Tipps für meine Weiterfahrt bekam ich noch von Christian, Plovdiv soll eine sehr schöne Altstadt haben, die ist wirklich sehenswert und einen kleinen Campingplatz giebt es auch noch und obendrein ist die Strecke dahin ein Traum! Also nichts wie hin nach Plovdiv! So spielt das Leben eben manchmal, ohne Nagel im Reifen und ohne Umfaller wäre ich an Harmanli einfach vorbeigefahren und hätte niemals Christin mit seinem wirklich abgefahrenen Gespann getroffen und nach Plovdiv wäre ich denn erst recht nicht gefahren.

Der Campingplatz von Harmanli

 

Ein Gedanke zu „Auf in die Berge von Bulgarien!

  1. Hallo Tino ! Sehr interressant was du so erlebst viel spaß noch und lass dich nicht all zu sehr einregnen!

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