Grundordnung!

Bereiste Länder:   Mazedonien, Griechenland

Gefahrene km:      7783

Stürze/Umfaller:

Schäden/Pannen: Der Scottoiler ist defekt!

 

Eines der wichtigsten Dinge wenn man so unterwegs ist wie ist Ordnung! Wir haben irgendwann einmal den Begriff „Grundordnung“ eingeführt. Das bedeutet, man packt seine Sachen immer so das man sofort weiß wo man etwas findet wenn es wirklich dringend nötig ist! Bei diesem Anblick in den Bergen von Mazedonien, ein paar Kilometer hinter Strumica wusste ich sofort wo meine Regensachen sind!

Die Hose ist im linken Seitenkoffer und die Jacke befindet sich im unteren Packsack!!! Ohh mann, unmöglich auf die schnelle da ranzukommen! Mein neues Hobby, das Verpacken, wird mir hier das erste mal zum Verhängnis! Es gab auch keine Möglichkeit sich irgendwo unterzustellen, da musste ich wohl oder übel durch! Schnell habe ich alles was nicht nass werden darf noch in den Tankrucksack gesteckt und dann Augen zu und durch, wird schon nicht so schlimm werden! Dachte und hoffte ich, nun ja, die Hoffnung stirbt meistens zuletzt, so war es auch dieses mal. Was da plötzlich auf mich einprasselte war nicht nur ein kurzes aber heftiges Berggewitter, es war ein richtiges Unwetter, Blitz, Donner, starker Wind und wirklich sehr viel Wasser! Wenn auf einer Straße die eigentlich ziemlich steil bergab führt das Wasser steht dann ist es schon etwas mehr Regen der da runter kommt! Als ich dann endlich runter vom Berg und raus aus dem Regen war habe ich es gerade noch so geschafft vor den Wassermassen die da vom Berg herunterkamen und die Straße überfluteten davon zu kommen. Der Regen hat übrigens auch meinen Kettenöler auf dem Gewissen, das hat mich schon schwer enttäuscht, dem hatte ich eigentlich mehr zugetraut. Das ist zwar für mich ein klarer Garantiefall aber wenn man Unterwegs ist dann ist das nicht so einfach. Ich schleppe ja keinen Aktenschrank mit allen möglichen Quittungen und Kassenbelegen mit mir rum und wie komme ich denn an Ersatz? Mal sehen ob sich da nochmal was ergibt, ich habe mal ein paar E-Mails geschrieben.

Dabei hatte der Tag so schön angefangen! Aufbruch im Rilagebirge, eine schöne Fahrt durch die Berge, der Grenzübertritt gegen 14:00 Uhr über den bisher höchsten Grenzübergang auf 1125 m war auch wieder ohne Probleme gelaufen. Wieder einmal hatte ich viel Spaß beim fahren, gute Straßen, schöne Landschaften und bis Strumica auch recht gutes Wetter.

Kurz vor der griechischen Grenze hatte ich dann nochmals eine kleine Dusche aber danach sollte es endlich wieder Sonnenschein geben.

Das Ziel in Griechenland: ein paar Kilometer in`s Landesinnere, kurzer Einkaufsstop und dann ein Plätzchen zum Schlafen finden! Gesagt, getan, schnell ein paar Sachen besorgt,(Wasser, Brot, Käse und Nudeln, ich wollte eigentlich heute Kochen) und dann über ein paar Feldwege auf einem kleinen Hügel einen guten Platz zum schlafen gefunden, dachte ich wenigstens. Ich hatte gerade noch genügend Zeit das Zelt aufzustellen und meine Sachen darin zu verstauen bevor mich das nächste schwere Gewitter erwischte. Aus dem Kochen wurde also nix und die halbe Nacht tobte da draußen dieses Unwetter! Wenn der Regen mal kurz aufhörte setzte ein so starker Wind ein das ich dachte mein Zelt fliegt mir davon! In dieser Nacht bin 3 mal im strömenden Regen nach draußen gekrabbelt und habe die Heringe von meinem Zelt wieder eingeschlagen. Das sollte auch jeder wissen der denkt das so eine Reise das pure Vergnügen ist und sich bei jedem Gewitter schön unter die warme Bettdecke im Haus verkriecht.

Am nächsten morgen hatte ich dann ein ganz neues Problem, wie komme ich hier wieder weg? Die Zufahrt über die ich gekommen bin kann ich vergessen, zu steil und durch den Regen alles nur noch Schlamm! Also in alle Richtungen erst mal zu Fuß erkunden ob sich nicht ein Weg finden lässt, einer sah wirklich sehr vielversprechend aus aber als ich dann die Erkundung mit dem Motorrad ohne Gepäck startete habe ich gesehen das er weiter unten mit dem kompletten Gepäck unfahrbar ist.  Ähnlich erging es mir mit den nächsten drei Wegen aber der vierte sah dann wirklich gut aus, nur ein kleines Stück bergab, etwa 50 Meter lang könnte mir da zum Verhängnis werden aber das muss ich riskieren. Also Gepäck aufladen und runter von dem Hügel, hat auch alles ohne Sturz geklappt, meine kleine Honda ist auch im Gelände gut fahrbar. Weiter geht es in Richtung Osten, ich will ja in die Türkei. Irgendwann taucht plötzlich hinter einem kleinen Bergpass das Mittelmeer auf, einfach herrlich der Anblick und weil eine kleine Stadt da auch noch in der nähe ist gönne ich mir erstmal einen Cappuchino direkt an der Strandpromenade. Das habe ich mir auch verdient nach der letzten Nacht!

Ich habe mich übrigens am Anfang noch über die vielen Polizisten die an jeder Kreuzung in dem kleinen Städtchen herumstanden gewundert aber als ich gegen 13:00 Uhr weiter fahren wollte habe ich gemerkt wofür die da sind, alles wäre hoffnungslos verstopft wenn die nicht überall den Verkehr regeln würden. Am späteren Nachmittag erwischt mich dann wieder einmal ein heftiges Gewitter  aber dieses mal habe ich Glück und ich kann mich in einer Stadt unterstellen und meine Regensachen sind jetzt auch in 1 Minute zur Hand!

Weit sollte es heute nicht mehr gehen, irgendwo in der Nähe von Alexsandropolis wollte ich Unterziehen und das heute rechtzeitig und vor allem Windgeschützt und mit einem guten An- und Abmarschweg. Tatsächlich habe ich einen Idealen Platz gefunden, in der Nähe eines etwas größeren Dorfes so dass ich auch nach dem Aufbau noch schnell etwas einkaufen konnte. Unterwegs habe ich noch Alexander, einen Schäfer kennengelernt, der hat mir auch gleich seine Hütte zum Schlafen angeboten aber das habe ich dankend abgelehnt, ich war ja gut Vorbereitet, der Regen kann ruhig kommen.

Dachte ich wenigstens denn als die ersten Regentropfen fielen kam ein Polizeiauto den Weg herauf gefahren, wen werden die wohl suchen? Natürlich mich, ich muss da weg, mein schöner Zeltplatz liegt im militärischen Sperrgebiet und die haben mich gesehen, ohh man, genau wenn der Regen anfängt muss ich alles wieder zusammenpacken und etwa 500 Meter weiter vorn wieder aufbauen! Da hilft auch alles Verhandeln nicht, das Militär hat Angst vor mir! Die Kisten mit denen die da rumfahren haben wir vor 10 Jahren ausgesondert! Ich war stocksauer aber es Hilft alles nichts, alles ist wieder komplett Nass geworden und am nächste Morgen habe ich fast 2 Stunden gebraucht bis es einigermaßen wieder trocken war.

Der Rest von Griechenland ist eigentlich schnell erzählt, ich bin dann am Nachmittag auf einem schönen Schleichweg den mir Alexander gezeigt hat direkt an`s Mittelmeer gefahren und dann wieder über den einen oder anderen Schlammweg am Meer entlang bis ich einen Platz zum Campen gefunden habe. Sehr schön gelegen und direkt am Meer, das Wasser war herrlich und nach etwa 2 Stunden in der Sonne war auch der Rest meiner Ausrüstung wieder Trocken.

Hier wurde gerade  das Olympische Feuer für die Paraolypics angezündet

 

Unterwegs wurde ich einmal kurz von einem Polizisten aufgehalten, laut Aussage wurde da gerade an einer alten Ausgrabungsstätte das Olympische Feuer für die Paralympics angezündet, gesehen habe ich allerdings nur das was auf dem oberen Foto zu sehen ist, er ließ mich einfach nicht näher heran.

Am nächsten Tag ging es dann in die Türkei, unterwegs habe ich noch dieses Gefährt an einer Tankstelle stehen sehen, sofort musste ich natürlich anhalten und einen kleinen Smaltalk machen. Ulf ist Unterwegs nach Japan und hat eigentlich den gleichen Weg wie wir vor sich. Er und seine Partnerin fahren mit ihrem LKW durch die Welt und Klettern dabei auf allen möglichen Bergen herum, ziemlich cooler Typ dieser Ulf.

Ulf mit seinem Rolout in Grichenland

 

http://www.rouletout.ch/

 

2 Gedanken zu „Es gibt nicht nur Sonnenschein!

  1. Hallo Tino,
    Hast du vergessen, was der Rico immer macht :
    Einen Graben ums Zelt graben!!!
    Viele Grüße aus Königshain!
    Halt die Ohren steif!
    Rico

    • Ja Rico, der hilft nur leider nicht bei dem Wind und was nützt der beste Graben wenn du das wieder Abbauen musst genau dann wenn es zu regnen anfängt?

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